Moderne Technik für die Orgel

Anke Siemsen (li) und Katja Kanowski freuen sich über Spenden für die Orgelsanierung. Als Dankeschön gibt es eine Einladung zum ersten High Tea Konzert im Sommer 2019.
Anke Siemsen (li) und Katja Kanowski freuen sich über Spenden für die Orgelsanierung. Als Dankeschön gibt es eine Einladung zum ersten High Tea Konzert im Sommer 2019.

Spendenaktion zur Sanierung der Heßler-Orgel in St. Nicolai / 30 000 Euro fehlen noch / Neue Konzertreihe geplant

shz.de von
27. November 2018, 10:30 Uhr

Wenn im Januar kommenden Jahres die Sanierung der St.-Nicolai-Kirche abgeschlossen ist, bleiben die Pfeifen der Heßler-Orgel beim Eröffnungsgottesdienst dennoch still. Dann nämlich ist das 256 Jahre alte Instrument an der Reihe, sich einer umfangreichen Restaurierung zu unterziehen. 100 000 Euro wird es kosten, die große historische Orgel mit ihren 37 Registern und 2500 Pfeifen auf den neuesten technischen Stand zu bringen und ihm seinen vollen Klang zu entlocken. Noch fehlen der Kirchengemeinde 30 000 Euro, die durch Spenden in die Sanierungskasse fließen sollen.

„Wir haben jetzt die Kirche für die nächsten 500 Jahre fit gemacht, dann sollten wir das auch mit dem größten Ausstattungsstück tun“, begründete Anke Siemsen, stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderates, das neue Vorhaben. Mit einer einfachen Reinigung des Instrumentes sei das aber nicht getan. Die Zeit hat die Mechanik träge gemacht, sodass sich die Orgel nur noch schwer spielen lässt. Kirchenmusikdirektorin Katja Kanowski erklärte, dass sie beim Spiel auf der Heßler-Orgel doppelt soviel Kraft einsetzen muss, wie auf einer normalen Orgel. „Es braucht ungefähr 300 bis 400 Gramm, um die Tasten herunterzudrücken.“ Das sei nicht nur ungesund für die Finger, sondern macht es vor allem unmöglich, schnelle Stücke zu spielen.

Der Stuttgarter Orgelbauer, der die Heßler-Orgel wartet und sie restaurieren wird, hat eine Lösung gefunden, den Tastendruck um fünfzig Prozent zu reduzieren. In diesem Zusammenhang muss der Spieltisch auseinander genommen und neu gebaut werden.

Damit ergab sich die Möglichkeit, auch noch andere Mankos des Instrumentes auszugleichen: Jetzt können gleichzeitig die drei Manuale in die richtige Reihenfolge gebracht und eine elektronische Registertraktur eingebaut werden. „Damit hätten wir dann eine Orgel in ihrer Vollendung“, so Kanowski.

Sie sowie Anke Siemsen hoffen auf eine ähnliche Spendenfreude wie sie die Aktion für das Kirchendach gezeigt hat. Und auch dieses Mal gibt es für diejenigen, die zu größeren Spenden bereit sind, ein besonderes Dankeschön. Sie werden zum ersten „High Tea-Konzert “ im Sommer 2019 eingeladen. Die neue Konzertreihe von Katja Kanowski bietet zur besten Tea-Time Kulinarisches bei romantischer Musik am Flügel sowie Lesungen von Mendelssohn und Brahms.

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