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Eckernförder Zeitung

18. Oktober 2017 | 19:31 Uhr

Rheuma-Tag : Mobil bleiben trotz Rheuma

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rund 500 Teilnehmer beteiligen sich am Rheuma-Tag Schleswig-Holstein, der zum 5. Mal in Damp von der Rheuma-Liga Schleswig-Holstein und der Helios Ostseeklinik Damp ausgerichtet wurde. In zehn Workshops konnten Teilnehmer mitmachen.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2013 | 06:00 Uhr

An einer der über 100 Arten von Rheuma erkrankt früher oder später jeder Mensch. „Im Alter entwickelt etwa fast jeder Mensch Verschleißrheuma, also Arthrose“, sagt Dr. Joachim Georgi, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin / Rheumatologie der Helios Ostseeklinik Damp, beim gemeinsamen Rheuma-Tag der Ostseeklinik und der Rheuma-Liga Schleswig-Holstein am Wochenende in Damp.

Arthrose ist der Verschleiß der Gelenke, der im Alter auftritt. Auch das so genannte Weichteilrheuma, einhergehend mit Muskelschmerzen und Verspannungen, tritt häufig auf – egal, in welchem Alter. Das „echte Rheuma“ nennt Georgi das Entzündungsrheuma, an dem auch schon Kinder erkranken können. Unbehandelt führt diese „Rheumatoide Arthritis“ zur völligen Zerstörung der betroffenen Gelenke. Früher habe es nur die Möglichkeit gegeben, Kortison oder Chemotherapeutika zu verabreichen. Seit etwa zehn Jahren gebe es aber Medikamente, so genannte Biologika, die gezielt die Entzündungsbotenstoffe blockieren. Deswegen kommt es immer seltener zu schwersten Gelenkzerstörungen. Dennoch müssen an Entzündungsrheuma Erkrankte ihr Leben lang medikamentös behandelt werden. Dabei gehören sie in die Hände eines internistischen Rheumatologen.

Die Menschen hätten zu Unrecht Angst vor den Nebenwirkungen der Medikamente, betont Dr. Ulrich Schwab aus dem Vorstand der Rheuma-Liga. „Neun von zehn Patienten haben keine Nebenwirkungen“. Zudem seien diese kalkulierbarer und würden vom Leidensdruck der Krankheit überwogen, weil Betroffene ihr Leben sonst oft nicht mehr selbstständig führen könnten, so Georgi, der im Rheumazentrum in der Ostseeklinik Damp Jahr für Jahr 4000 stationäre und ambulante Rheumapatienten betreut.

Erst, wenn eine medikamentöse Therapie alleine nicht mehr ausreicht, kommen die orthopädischen Rheumatologen mit ihren operativen Möglichkeiten ins Spiel. Dazu gehört die Entfernung der Gelenkinnenhaut, in der die Rheumabotenstoffe produziert werden. In schweren Fällen ist eine Gelenkversteifung oder sogar der Ersatz des erkrankten Gelenkes durch eine Endoprothese möglich. „Wichtig ist aber immer die gleichzeitige Behandlung der Grunderkrankung“, betont Dr. Helmut Rother, Oberarzt der Rheumaorthopädieabteilung.

Über Möglichkeiten der Therapie und über Bewegung und Sport mobil zu bleiben, informierten sich rund 500 Besucher während des Rheuma-Tages, ebenso wie über eine optimale Ernährung. Auch wie wichtig Bewegung bei rheumatischen Erkrankungen ist, war ein wichtiges Thema. Welche Sportmöglichkeiten es für Rheumapatienten gibt, konnten Teilnehmer in zehn Angeboten wie zum Beispiel bei Aquajogging, Drums Alive und Zumba ausprobiert werden.

Die Muskeln kräftigen, helfe, sagt Georgi. „Aber man kann es nicht wegsporteln.“ Etwas weniger Fleisch essen, helfe Schmerzmittel einzusparen, sagt Schwab und fügt hinzu: „Gelenkrheuma wird durch Rauchen begünstigt.“ Raucher erkranken deswegen oft viel früher an Rheuma als Nichtraucher.

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