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Stiftungszentrum Schleswig-Holstein : Mittler zwischen Ideen und Stiftern

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Klaus Sälzer will Stifter aus dem Verborgenen holen.

Eckernförde | Gemeinnützige Themen für die Gesellschaft voranzubringen ist ganz und gar die Sache von Klaus Sälzer. Der 53-Jährige ist Generalsekretär des Stiftungszentrums Schleswig-Holstein. „Es handelt sich um ein Kompetenz-Center für Stiftungen“, erklärt der 53-Jährige. „Es gibt immer noch vermögende Menschen, die Stiftungen gründen wollen, aber nicht so genau wissen, wie eine Gründung vonstatten geht.“

Sälzer, der sich selbst als „Philantrop“ bezeichnet, hat sich einer Aufgabe verschrieben: Er möchte kreative Köpfe, Ideengeber, die Kapital für die Umsetzung einer guten Sache benötigen, und vermögende Menschen zusammenbringen. „Mein Thema ist die Innovation. Ich bin Brückenbauer zwischen Stiftern und Ideengebern.“ Auf diese Weise könne man nachhaltig Werte zum Wohle der Gesellschaft schaffen.

Nach Sälzers Auskunft gibt es viele vermögende Menschen, auch in Schleswig-Holstein, die aus unterschiedlichen Motivationen Stiftungen gründen wollen. Zum einen seien es kinderlose Paare oder Alleinstehende, die auf diese Weise ihr Geld sinnvoll anlegen wollen, zum anderen seien es Eltern, deren Kinder sich so zerstritten haben, dass eine problemlose Aufteilung des Erbes nicht möglich sei. Und dann gebe es noch diejenigen, die mit einer Stiftung auf Anerkennung und Wertschätzung hoffen. „Aber eines ist allen gemeinsam: Sie möchten mit ihren Stiftungen helfen sowie Denk- und Verhaltensmuster ändern“, weiß Sälzer aus Erfahrung.

Ein Drittel der Stifter ist über 70 Jahre alt.Unter ihnen seien vergleichsweise viele Frauen, verrät der ehemalige Frankfurter, der in vielen Disziplinen zu Hause ist. Der gelernte Elektriker, studierte Elektro-Ingenieur, Kaufmann und Pädagoge, der als Personal Coach und Regierungsberater tätig ist, hat das Stiftungszentrum Schleswig-Holstein mit Sitz in Eckernförde und einer Niederlassung in Kiel gegründet. Inzwischen sucht er auch Räumlichkeiten in Flensburg und Lübeck.

„Meine Aufgabe ist es, ein Foundraising zu betreiben, also Mittel für ein guten Projekt zu beschaffen“, beschreibt der 53-Jährige sein Wirken. Neben finanziellen Mitteln könnten das auch sehr wohl Sachwerte sein, so Sälzer und nennt als Beispiel die Bereitstellung einer Immobilie, in der ein Treffpunkt für krebskranke Kinder und Jugendliche entstehen könnte.

Stifter wollen größtenteils im Verborgenen wirken und bleiben. „Dabei ist eine gute Öffentlichkeitsarbeit wichtig“, weiß der Generalsekretär des Stiftungszentrums, „denn dadurch gewinnen wir Zustifter“. Auf diese Weise schaffe man Inspirationen für Stiftungswillige, die bislang noch unsicher seien.

Die deutsche Rechtsprechung sieht vor, dass eine Stiftung in Deutschland auf 99 Jahre angelegt sein muss. „Es ist nicht möglich, eine Stiftung auf Zeit anzulegen“, sagt Klaus Sälzer. Das heißt, dass viele Millionen Euro im Grunde auf einem Stiftungskonto lagern und nicht zur Verfügung stehen. Ein Zustand, den Sälzer gerne verändern möchte, da er schon lange nicht mehr zeitgemäß sei. Bei der Landesregierung will er in Kürze eine Initiative auf eine Reform des Stiftungswesens einleiten, um an das geparkte Geld zu kommen.

Sein Ziel ist die Belebung der Stiftungslandschaft in Schleswig-Holstein. 2016 wurden im nördlichsten Bundesland 17 Stifungen gegründet, bundesweit waren es 586 Stiftungen. Insgesamt gibt es in Deutschland 21  800 Stiftungen, davon in Schleswig-Holstein 760. Das gesamte Stiftungsvermögen beläuft sich nach Angaben von Sälzer auf 100 Milliarden Euro, die auf Bankkonten geparkt werden. Im Höchstfall werden davon zehn Prozent ausgegeben. Aus diesem Grund möchte er die Lobby der Banken und Steuerberater kritisch angehen: „Denn die sitzen auf dem Geld der Kunden.“

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erstellt am 12.Aug.2017 | 05:46 Uhr

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