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Folknacht : Mitreißender Folk – aber Eckernförder bleiben sitzen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bei der großen Folknacht auf Carlshöhe begeisterten die Bands „Tears for Bears“, „The Chancers“ und das „Jon Flemming Olsen Trio“ die Besucher. Rund 130 Besucher feiern mit.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Das soziale Netzwerk schläft nicht. Kurz gegen Mitternacht schreibt ein Fan des Jon Flemming Olsen Acoustic Trio: „Gerade zurück. Toller Abend. Es war einfach nur super!!“ Voran gegangen war ein Abend mit drei Bands der Extraklasse auf der Bühne; eine dem traditionellen Folk verbundene vierköpfige Truppe, ein Trio, dessen Wurzeln im amerikanischen Bluegrass liegen und dann die Sechs aus Norddeutschland, die ihre Fans mit rockig, funkig, jazzigem Folk begeistert. The Chancers, das Jon Flemming Olsen Trio und Tears for Beers gaben sich auf der Bühne die Mikros in die Hand und gewannen das Publikum bereits nach wenigen Takten für sich.

Organisator Lars Jensen stellte „The Chancers“ vor: „...die unheimlichen bescheidenen Musiker, die besten, die wir in Norddeutschland haben.“ Die Vier wirbeln sich wild und fingerfertig durch Rebelsongs, Sechsachtel-und Viervierteltänze und wecken Erinnerungen an Zeiten, als die Battlefield Band mal Vorband von Mike Oldfield war. „Wir sind zwar bescheiden, aber das Geräusch mit den Händen mögen wir trotzdem“, freuten sie sich über den Beifall. Auch mögen würden sie Massen von Tänzern, aber da sind die Eckernförder nicht so enthemmt. „In unserem Schuppen hängt ein altes Gasthofschild: Hüpftanz verboten“, raunt eine junge Frau ihrem Nachbarn zu und amüsiert sich. „Das kennt man hier wohl.“ Mit verdientem Juchzen und rhythmischem Klatschen begleiten die Zuschauer die Band dann doch noch nach Hause. Und harren vorgeglüht gespannt der Dinge, die das Jon Flemming Olsen Acoustic Trio da zum ersten Mal auf Deutsch präsentieren wird. „Als ich seine Zusage hatte, bin ich erst mal drei Tage lang mit geschwellter Brust umher gelaufen“, sagt Jensen das Trio an. Es hat das Publikum nach zwei, drei Stücken bei sich; die deutschen Titel lassen aufhorchen, die Texte sind mal wehmütig, mal ernst, mal keck, mal ironisch-sarkastisch, das Publikum geht zunehmend mit, lacht hier, kichert dort. Ganz sicher liegt das auch an den Ansagen zwischen den Songs. Erst freut man sich auf die Musik, dann, während sie spielen, schon auf die Ansage danach. Olsen, der geborene Unterhalter. Tears for Beers schließlich übernehmen das Ruder in bewährter Manier, legen mit Cajun Cooking und dem zum Heulen schönen „Fisherman`s Blues“ von den Waterboys los, bei dem das Publikum artig sein „Huhuhu“ im Refrain beisteuert, schmettern, zupfen, streichen, flöten virtuos, wobei auch Jensens Ansagen immer Entertainerqualitäten haben: „Letzte Tanzfläche vor der Autobahn!“ Geige und Cister haken sich akustisch in die Ellenbögen und fliegen ab, das Temperament schäumt über – nur die Eckernförder trauen sich nicht so recht. „Ihr habt die Möglichkeit, euch zu bewegen, hier liegt kein Katzenstreu!“ Aber nützt ja nix. Eins ist sicher: Die Eckernförder haben die Kieler Sprotte erfunden, den Hüpftanz wohl eher nicht. Aber Spaß hatten die 130 Anwesenden alle Mal.







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