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Marinemusikkorps : Mitreißende „Helden“-Tour für einen guten Zweck

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Marinemusikkorps Kiel hat den 580 Besuchern am Mittwochabend beim Benefizkonzert des Rotary Club Eckernförde ein extrem vielseitiges Programm beschert. Es reichte vom Marsch über Symphonien bis zum Deep-Purple-Medley.

Das Marinemusikkorps Kiel ist weit mehr als eine Begleitorchester militärischer Zeremonien. Natürlich machen sie auch das hervorragend, was die Musiker in Dunkelblau allerdings immer wieder auf die Bühne großer Hallen bringen, ist immer wieder erstaunlich. Die 580 Besucher des Benefizkonzerts des Rotary Club Eckernförde am Mittwochabend in der Stadthalle waren Augen- und Ohrenzeuge: Selbst Deep Purple funktioniert. Nach der Pause ging die Post so richtig ab, Orchesterchef Fregattenkapitän Friedrich Szepansky dirigierte die Musik, die er als junger Mann am liebsten hörte. Friedrich Szepansky als Hardrocker, auch das dürfte den einen oder anderen überrascht haben. Er dirigierte „Smoke on the Water“ so inbrünstig wie Bernsteins „Wonderful Town“, Strauß’ „Im Sturmschritt“, die Filmmusik zu „Schindlers Liste“ von John Williams oder die fröhliche Titelmelodie der englischen Krimi-Lady Miss Marple. Stark. Die knapp 600 Besucher waren nach zwei Stunden hochklassiger und vielseitiger Orchesterkunst zu recht begeistert und forderten mehrere Zugaben, die sie mit „Gruß an Kiel“ oder „Amazing Grace“ auch bekamen.

Das Marinemusikkorps hat am Mittwochabend das Thema „Helden“ aufgegriffen und variantenreich aufbereitet. Kleine Helden wie die Hobbits aus Tolkiens „Herr der Ringe“ oder den gutmütigen Zauberer Gandalf. Immer wieder mitreißend sind die Kompositionen von John Williams, der 1996 in Atlanta mit „Summon the Heroes“ den 100. Olympischen Spielen der Neuzeit ein musikalisches Denkmal setzte, und der auch die unter die Haut gehende Filmmusik zu „Schindlers Liste“ schrieb: Klarinettist Olaf Rothenburger spielte das Solo – Gänsehaut pur. Der sudetendeutsche Industrielle Oscar Schindler hatte über 1000 Menschen jüdischer Abstammung als Beschäftigte aufgenommen und sie vor der Ermordung durch die Nazis geschützt. Leonard Bernsteins „Wonderfull Town“ ist eine brodelnde Hymne auf New York und heizte die Stimmung so richtig an. Tango-Ikone Astor Piazzolla wurde mit dem langsamen Stück „Oblivion“ (Das Vergessen) geehrt. Spannungsgeladen kam die Filmmusik „Robin Hood – König der Diebe“ aus dem Jahr 1991 daher und der Marinemarsch „In die Ferne“ von „Haus- und Hofkomponist“ Jens-Peter Glau war in der Marinestadt Eckernförde ein Selbstgänger. Brillant immer wieder die Soli und auch der starke Auftritt von Norman Röhl als „Gigolo“.

Der Rotary Club Eckernförde durfte sich mit den 580 Besucher über eine beeindruckende Vorstellung des Marinemusikkorps freuen. Vizepräsidentin Dr. Charlotte Trede dankte Friedrich Szepansky und seinen Musikern für den unentgeltlichen Auftritt im Dienst einer guten Sache. Da auch die Stadt mit im Boot war und auf die Hallenmiete verzichtete, kann Rotary sich über einen ansehnlichen Reinerlös freuen, der Menschen zugute kommt, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Ein Teil fließt zudem in die Instrumentalausbildung von Schülern der Grund- und Gemeinschaftsschule Süd (wir berichteten).

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erstellt am 28.Nov.2014 | 06:31 Uhr

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