Mit Wort-Tennis Englisch lernen

Muttersprachlerin Eleisha May stellte gestern in der Schleischule Rieseby das Sprachförderprogramm 'English in Action' vor. Foto: Walther
Muttersprachlerin Eleisha May stellte gestern in der Schleischule Rieseby das Sprachförderprogramm "English in Action" vor. Foto: Walther

Sprachförderprogramm "English in Action" an der Schleischule Rieseby vorgestellt / Sponsoren für mögliche Realisierung gesucht

shz.de von
28. Februar 2013, 03:59 Uhr

Rieseby | "Ich spreche kein Deutsch. Mit mir könnt ihr nur Englisch sprechen", so begrüßte die junge Lehrerin Eleisha May gestern Morgen die Grundschüler der Schleischule in Rieseby auf Englisch. Sie arbeitet für das Sprachförderprogramm "English in Action". Spielerisch will sie die Kinder an die Fremdsprache heranführen. In den Klassen eins bis vier gab Eleisha May gestern eine Demonstrations-Stunde. So sollten die Kinder, Lehrer und Eltern von der Unterrichtsform überzeugt werden.

Mit Wort-Tennis begann die erste Stunde. Die Lehrerin rief einen Wochentag in den Raum und warf einen kleinen gelben Ball. Wer den Ball auffing, musste dann den nächsten nennen. Für das Alphabet hatte die Engländerin bunte Karten mit den Buchstaben mitgebracht. Um sich das Alphabet besser merken zu können, waren Tiere mit den entsprechenden Anfangsbuchstaben abgebildet. Alligator, Elefant und Hund waren schnell in den Köpfen der Grundschüler, mit der Fischgräte, dem Geier und der Qualle hatten sie aber noch so ihre Probleme.

Mit "English in Action" soll die Fremdsprache noch intensiver an der Schule gefördert werden. "Unser Ziel ist es, den Englisch-Unterricht an dieser Schule zu verstärken", sagte Schulleiter Ulrich Barkholz. Seit diesem Schuljahr bietet die Grundschule zum ersten Mal Englisch ab der ersten Klasse an. Zuvor ging der Fremdsprachenunterricht erst ab der dritten Klasse los.

Ulrich Barkholz ist der Meinung, man solle so früh wie möglich mit dem Englisch-Unterricht beginnen. "Für die Kinder ist es in den jungen Jahren einfach viel leichter, Fremdsprachen zu lernen", sagte er. Dem spielerischen Unterreicht misst er dabei eine große Bedeutung zu. "Das hat einfach eine ganz andere Wirkung. Und ich sehe, dass es den Kindern Spaß macht. Sie sind sehr motiviert", sagte er.

Besonders gut findet er an dem Projekt, dass die Kinder in Kontakt mit Muttersprachlern kommen. "Das hat einfach einen ganz anderen Klang und die Kinder können nicht ins Deutsche ausweichen. Schließlich können sie mit der Lehrerin nur Englisch sprechen". Die Methoden, die die Lehrer von "English in Action" benutzen, seien allerdings ähnlich wie die der deutschsprachigen Lehrer.

Jetzt wartet der Schulleiter zunächst einmal das Feedback der Eltern und Kollegen ab. Wenn sie sich dann für das Programm entscheiden, stellt sich immer noch die Frage der Finanzierung, denn das Projekt ist nicht ganz billig. Es stehen unterschiedliche Pakete zur Auswahl. Die Schule kann zwischen einem 25 Stunden und einem 12,5 Stunden Kursus wählen. Für eine Woche intensiven Fremdsprachenunterricht in allen Fächern fallen dann pro Kind 140 beziehungsweise 70 Euro an. Die Gelder hierfür könnten eventuell von Sponsoren kommen. Außerdem würde Barkholz einen Antrag auf Unterstützung beim Comenius-Programm der EU stellen. Die Chancen hier eine Förderung zu erhalten, seien allerdings gering, betonte er.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen