Vereinbarkeit Familie und Beruf : Mit Tipps zurück in den Beruf

Konnten wertvolle Tipps zum Wiedereinstieg in den Beruf nach Familien - und Kinderpause bieten: Nina Jeß (l.) und Corinna Schmidt.
Konnten wertvolle Tipps zum Wiedereinstieg in den Beruf nach Familien - und Kinderpause bieten: Gleichstellungsbeauftragte Schlei-Ostsee Nina Jeß (l.) und Corinna Schmidt.

Infovormittag für Berufswiedereinsteiger mit Corinna Schmidt, Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit. Sie stand Rede und Antwort in der Reihe Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zu der die Gleichstellungsbeauftragte Nina Jeß eingeladen hatte.

Dirk_Steinmetz-8463.jpg von
27. März 2014, 06:00 Uhr

Rieseby | Gute Bedingungen bietet derzeit der Arbeitsmarkt für Menschen, die nach Kinder- und Familienpause wieder in den Beruf wollen. Das sagt Corinna Schmidt, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Neumünster. Schmidt stellte auf Einladung der Gleichstellungsbeauftragten des Amtes Schlei-Ostsee, Nina Jeß und der Eckernförder Zeitung Tipps und wichtige Schritte für den Weg zurück in den Beruf vor. Ein Thema, das mehr als sieben Besucher verdient hätte, denn noch immer würden Berufswiedereinsteiger nicht all ihre Stärken und Möglichkeiten ausschöpfen, so Schmidt.

Der demographische Wandel, die Suche nach Fachkräften, mehr Flexibilität der Arbeitgeber und sinnvolle Qualifizierungsangebote der Agentur für Arbeit würden die Rückkehr in den Beruf erleichtern, stellte die Fachfrau Montagmorgen in der Alten Post in Rieseby fest.

Anlaufstelle für Berufsein-steiger, ob nach einem Jahr aus dem Beruf oder nach zehn oder gar 20 Jahren, sollte die Agentur für Arbeit sein. Schon bevor dort unverbindliche oder aber auch verbindliche Beratungen erfolgen, müssten sich Interessierte damit befassen, welche Zeit definitiv für eine Teilzeitarbeit zur Verfügung steht. Zudem sollten sich Interessierte mit ihren Wünschen der Beschäftigung befassen und auch wissen, auf welche Qualifikationen (Zeugnisse, Zertifikate) sie sich berufen können. Anhand von Listen und Vordrucken, die über die Homepage der Agentur für Arbeit erhältlich sind, können sich Frauen, Männer würden sich nicht um Teilzeitstellen bewerben, über ihre weichen Qualifikationen klar werden. Denn auch diese würden Arbeitgeber interessieren.

Muss das Gespräch mit dem Mitarbeiter der Agentur für Arbeit schon gut vorbereitet sein, so müssen Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräche ebenso vorbereitet werden. „Hierzu habe ich einige gute Tipps mitgenommen“, berichtete Judith Pralle aus Vogelsang. Man verschenke seine Chancen, wenn man schlecht vorbereitet los ziehe, stellte sie fest. Wertvolle Hilfen zur Vorbereitung auf Bewerbungen und Vorstellungsgespäche bietet die Agentur für Arbeit über ihre Homepage unter dem Stichwort E-Learning an, sagte Corinna Schmidt.

Hilfe bietet die Agentur auch durch die Ermöglichung von Qualifizierungen an. Wer länger aus dem Beruf ist, der müsse einfach wieder auf den aktuellen Stand kommen. Wer Arbeit sucht, und sei es nur für wenige Stunden in der Woche, der müsse viele Wege nutzen, um den Wunsch breit zu streuen. Denn nur die wenigsten Stellen würden über die Jöbbörse der Agentur für Arbeit vergeben, vieles würde frei neubesetzt werden. Grundsätzlich riet sie den Interessierten bei ihrer Arbeitssuche flexibel und kreativ zu sein. Gesprächssituationen und auch die Beschreibung der Stärken und Schwächen ließen sich durch Familie und Freunde üben.

Bevor die Suche nach einer Teilzeitstelle beginnt, müsste allerdings klar sein, dass die Familie, der Partner, hinter der Veränderung stünden. Dazu gehöre auch, Aufgaben im Haushalt und in der Kinderbetreuung neu zu verteilen. Auch die Frage, wer das Familienauto nutzen kann, könne abgewogen werden.

„Die Tipps waren sehr hilfreich“, stellte Andrea Radke aus Rieseby fest. Sie wolle sich jetzt verstärkt mit der Rückkehr in den Beruf befassen. Die Angebote der Agentur für Arbeit seien umfangreicher als sie dachte, stellte Helge Ihrens aus Rieseby fest. Sie sei jetzt über 20 Jahre aus ihrem gelernten Beruf als Arzthelferin raus, mit den Hilfen der Agentur werde sie es aber sicher zurück in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung schaffen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen