Lärmaktionsplanung : Mit Tempolimits gegen den Lärm

Bereich mit „sehr hoher Belastung“: Für die Berliner Straße nahe dem Lornsenplatz wird eine nächtliche  Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h und die Entfernung der Pflasterung empfohlen.
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Bereich mit „sehr hoher Belastung“: Für die Berliner Straße nahe dem Lornsenplatz wird eine nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h und die Entfernung der Pflasterung empfohlen.

Der Umweltausschuss hat der Lärmaktionsplanung zugestimmt. Unter anderem werden nächtliche Tempolimits auf 30 km/h empfohlen.

shz.de von
21. Juni 2014, 06:32 Uhr

EU und Bund schreiben es vor: Alle Kommunen im Einflussbereich einer Hauptlärmquelle wie zum Beispiel einer Hauptverkehrsstraße müssen eine Lärmminderungsplanung erstellen. Darin werden Bundes- und Landesstraßen mit einer Belastung von mehr als drei Millionen Fahrzeugen pro Jahr (8200 Kfz pro Tag) kartiert und schließlich eine Aktionsplanung erstellt. Dazu gehören Maßnahmen, wie man die Lärmemission verringern kann. Diese Lärmminderungsplanung wiederholt sich alle fünf Jahre. Die erste Stufe wurde in den Jahren 2007/2008 realisiert, jetzt steht die zweite Stufe kurz vor ihrem Abschluss. Als freiwillige Leistung der Stadt sind auch Gemeindestraßen mit einer entsprechenden Belastung, wie die Sauerstraße , in die Planung aufgenommen worden.

Im Umweltausschuss am Donnerstagabend hat die Ingenieurin Olga Kuhl des beauftragten Büros Lairm Consult in Bargteheide die endgültigen Ergebnisse vorgestellt. Als wesentliche Änderungen und Ergänzungen im Maßnahmenkatalog werden unter anderem eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h in der Reeperbahn und der Sauerstraße auf Höhe des Schulzentrums genannt, nachts auch in der Berliner Straße, der Gaehtjestraße, Teilen des Vogelsangs und am Mühlenberg. Weitere Ergebnisse: Aufhebung der Pflasterung in der Berliner Straße und Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs plus weitere Maßnahmen, die in dem rund 80-seitigen Konzept aufgeführt werden.

„Es besteht kein Rechtsanspruch auf Umsetzung der Maßnahmen“, betonte Olga Kuhl, „aber darauf, dass man sich damit beschäftigt“. Das bestätigte Bürgermeister Jörg Sibbel, stellte aber gleich fest: „Wenn die Ratsversammlung die Lärmaktionsplanung beschließt, beabsichtigen wir auch, die Maßnahmen umzusetzen.“ Es gebe auch Vorhaben, die keine Genehmigung übergeordneter Behörden bekämen. „Wir haben nur diejenigen aufgenommen, bei denen auch die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung besteht.“

Während Martin Klimach-Dreger (SPD) seine Zufriedenheit mit dem Konzept äußerte, war Torsten Peuster (Bürger-Forum) der Maßnahmen-Katalog zu dünn: „Wir hängen ein paar Schilder auf und das soll langen.“ Er störte sich daran, dass zu wenig darauf eingegangen werde, auch scheinbar unmögliche Maßnahmen aufzunehmen. „Ich würde lieber alles tun, um andere Behörden umzustimmen.“

„Eine ganze Menge Anstöße“ entnahm dagegen Martin Klimach-Dreger dem Konzept. Er erinnerte daran, dass sich die Lärmaktionsplanung in die bestehenden Planungen wie das Verkehrskonzept einfüge und sich auf sie beziehe. „Einige Konfliktfelder werden wir aber behalten wie zum Beispiel die Berliner Straße.“ Nun komme es darauf an, welches Gewicht man den einzelnen Punkten gebe.

Ausschussvorsitzender Edgar Meyn (Grüne) erinnerte daran, dass die Problematik in der Lärmaktionsplanung zumeist aus schalltechnischer Sicht angegangen werde. Es gebe auch noch andere Gesichtspunkte wie beispielsweise städtebauliche Maßnahmen. Am Ende sprach sich der Ausschuss einstimmig dafür aus, der Ratsversammlung zu empfehlen, dem Konzept zuzustimmen.

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