Runder Geburtstag : Mit „Tempo“ und „Emil“ zum 100.

Zum 100. Geburtstag mit Kutsche und Schleswigern zur Feier nach Osdorf: Helene Jöhnk, ihre Tochter Anita Herforth aus Gettorf,  Urenkelin Nina aus Köln und Kutscherin Miriam Steffen.
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Zum 100. Geburtstag mit Kutsche und Schleswigern zur Feier nach Osdorf: Helene Jöhnk, ihre Tochter Anita Herforth aus Gettorf, Urenkelin Nina aus Köln und Kutscherin Miriam Steffen.

Eine Überraschung für Helene Jöhnk zu ihrem 100. Geburtstag: Ihre Töchter organisierten eine Kutschfahrt von Gettorf nach Osdorf.

shz.de von
13. Juli 2015, 06:21 Uhr

Gettorf | Da staunte Helene Jöhnk. Zu ihrem 100. Geburtstag gestern wurde sie aus dem Alten- und Pflegeheim Herrenhaus Lindau abgeholt und nach Gettorf gefahren. Dort stand die Kutsche von Miriam Steffen aus Holtsee für sie mit den beiden Schleswigern „Tempo“ und „Emil“ bereit. Familie und Freunde warteten, um zu gratulieren. „Eine große Überraschung“, meinte die rüstige alte Dame op Platt. „Was macht ihr mit mir?“ Sofort erinnerte sie sich an früher. „Oh Gott, was habe ich mit den Pferden gearbeitet“, sagte sie. Ihre Töchter halfen ihr in die Kutsche. Dann ging es los durch Wald und Wiesen über Borghorst und Austerlitz nach Osdorf zur Geburtstagsfeier in Dibberns Gasthof. Die Kutschfahrt zum Ehrentag haben ihre Töchter Dorothea Wentorf aus Altenholz und Anita Herforth aus Gettorf für sie organisiert.

Helene Jöhnk wurde am 12. Juli 1915 in Neuwittenbek geboren, hat zwei Weltkriege miterlebt, fünf Kinder groß gezogen und ihr Leben lang gearbeitet. Nach dem Besuch der Landwirtschaftlichen Schule in Eckernförde heiratete sie mitten im Krieg, am 24. Oktober 1942 auf dem Standesamt in Gettorf Johann Jöhnk. Dadurch kamen die Familien zweier Brüder des 1820 geborenen Stammvaters wieder zusammen. Die Hochzeit wurde nicht groß gefeiert, weil der Mann am Abend wieder zur Armee musste. 1948 gründete sie den DRK-Ortsvereins Neuwittenbek mit, in dem sie bis heute Mitglied ist. Die viele Arbeit auf dem Hof ließ ihr keine Zeit für Reisen. Erst später, 1963, besuchte sie ihre Tochter in Köln zur Geburt des ersten Enkelkindes, reiste 1988 nach Paris, 1994 nach Virginia in den USA zu ihrer Nichte, nach Dresden und Prag.

Mit 71 Jahren absolvierte sie ohne Training zum ersten Mal ihr Sportabzeichen. 1988 erhielt sie das Ehrenblatt der Gemeinde Neuwittenbek. Helene Jöhnk liebte Garten- und Handarbeiten, strickte Wollsocken für die ganze Familie und löste gern Kreuzworträtsel. Wegen ihrer Makula-Degeneration, einer Erkrankungen der Netzhaut des Auges, lebt sie seit fünf Jahren im Alten- und Pflegeheim Herrenhaus Lindau, wo sie sich sehr wohl fühlt. Helene Jöhnk hat acht Enkel und sieben Urenkel. 

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