zur Navigation springen

Tourismus : Mit Stil und Komfort bei den Gäste punkten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Designkontor – eine Initiative der IHK soll Vermietern helfen, ihre Unterkünfte besser zu vermarkten. Die Familien Schröder und Knuth haben nach gute Erfahrungen gemacht.

von
erstellt am 11.Apr.2014 | 07:35 Uhr

Die 70- und 80er Jahre sind längst vorbei. Doch in vielen Ferienwohnungen und Hotelzimmern regiert immer noch Eiche-rustikal und der Retro-Charme. „Vor 30 Jahren waren die Urlaubsgäste genügsamer, mittlerweile ist die Anspruchshaltung hoch“, sagt Ingo Joachim Dahlhoff von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein. „Die Gäste wollen es im Urlaub oft besser haben als zu Hause, sie wollen in ihrer Unterkunft positiv überrascht werden“, betont er. Designkontor heißt das Konzept, mit dem die IHK Vermieter und Hoteliers über die Ausstattung der Ferienunterkünfte informiert. Nach St. Peter-Ording und Oldenburg hatte die IHK kürzlich in die Globetrotter-Lodge auf den Aschberg geladen, um in mehreren Fachvorträgen das Thema Wohlfühlquartiere aufzugreifen.

Einrichtungen seien oftmals zusammengewürfelt, ausrangierte Möbelstücke würden in der Ferienwohnung noch eine Verwendung finden. Von dem Motto „Für die Ferienwohnung ist das doch noch gut“ muss man sich dringend verabschieden, mahnt Dahlhoff. Es müsse nichts Hochpreisiges sein, um Qualität zu bieten und um dem Gast deutlich zu machen, dass man ihn auch wertschätzt. Die Gäste sind reiseerfahrener geworden, betonte auch Unternehmensberater Robert Cordes. Die Ostseeküste reiche bis nach Stettin, die Konkurrenz sei entsprechend groß. „Modernisierungen verbessern die wirtschaftliche Existenz des Betriebes“, betonte er.

Hilfe von außen haben auch Angela und Ralf Schröder in Anspruch genommen. Die Klein Wittenseer haben im vergangenen Jahr rund 100 000 Euro in die umfangreiche Sanierung ihrer drei Ferienwohnungen gesteckt. Zwei der Wohnungen sind bereits fertig, eine ist noch im Umbau. Getreu dem Motto „Nicht kleckern, sondern klotzen“, haben die Schröders Wände durchbrochen, Grundrisse verändert und die gesamte Inneneinrichtung erneuert. „Die Belegungszahlen waren rückläufig und in den Bewertungen der Gäste ließ sich ablesen, dass die Ausstattung nicht mehr zeitgemäß war“, berichtet Angela Schröder. 50 Tage im Jahr waren die Wohnungen vermietet. Auch Angela Schröder bekam mehr und mehr ein ungutes Gefühl, wenn sie die Wohnungen vermietete. „Es musste einfach was passieren.“ In den vergangenen Jahren sei nur halbherzig renoviert worden, mal gab es einen neuen Farbanstrich für die Wände, mal ein paar neue Möbel.

2013 gelang dem Ehepaar dann der große Wurf. Mit Innenarchitektin Synne Marienfeld und Immobilienberaterin Britta Thunecke erhielten die Schröders professionelle Beratung bei ihrem Projekt. Aus der tollen Lage des Ferienhofes am Wittensee musste sich einfach mehr machen lassen. Gemeinsam erarbeiteten sie ein einheitliches Farbkonzept. Angela Schröder wollte helle Farben, die Ruhe ausstrahlen und entspannen. Ein Budget wurde festgelegt und dann ging es los. Innerhalb von fünf Monaten wurden aus den Ferienwohnungen Nummer eins und zwei die Wohnungen Morgenrot und Seeidyll. In der Wohnung Gartentraum sind Mitte/Ende Mai die letzten Handgriffe geplant.

Das gesamte Mobiliar landete auf dem Dachboden. Auf Britta Thuneckes Empfehlung wurde neu eingekauft – Möbel, Handtücher, Bettwäsche, Accessoires – eben alles.

Auch eine Neugestaltung des Internetauftritts und eine Vermarktungsstrategie gehörten zu dem Konzept. Und der Erfolg stellte sich schnell ein. Der April ist bereits ausgebucht. Im Zeitraum vom 19. Juli 2013 bis 1. April 2014 waren die zwei renovierten Wohnungen 166 beziehungsweise 177 Tage belegt, eine Steigerung von bis zu 90 Prozent. Auch die teilweise um bis zu 50 Prozent angehobenen Preise wurden von den Gästen akzeptiert.

„Stillstand ist Rückschritt“, sagt Bernd Knuth. Der Holzdorfer bietet gemeinsam mit seiner Frau Sabine Urlaub auf dem Bauernhof „Hof in de Wisch“ an. 2012 haben sie den Hof von Bernd Knuths Eltern übernommen und erst einmal investiert. Rund 35 000 Euro steckten sie in die vier Ferienwohnungen, die nach der Neugestaltung auf einem Vier-Sterne-Niveau nach den Richtlinien des Deutschen Tourismusverbands (DTV) bewertet sind. Zusätzlich gab es die Klassifizierung „Kinderplus“ für das kinderfreundliche Angebot. Bei uns gibt es das Farmerdiplom“, sagt Sabine Knuth. Die jungen Gäste helfen beim Stall ausmisten, Kühe melken und Füttern der Kaninchen.


>www.sh-business.de

>www. hof-in-de-wisch.de

>www.ferienhof-am-wittensee.de

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen