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Eckernförder Zeitung

17. Dezember 2017 | 11:34 Uhr

Bildungsreise : Mit St. Petersburg ist Schluss

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Universitätsgesellschaft Altenholz organisiert keine Reisen mehr. Die letzte führte nach St. Petersburg. Die Volkshochschule führt das gefragte Angebot eventuell fort.

von
erstellt am 26.Sep.2013 | 06:41 Uhr

Die Universitätsgesellschaft Sektion Altenholz ist für ihre Reisen in der Region bekannt und geschätzt. Nach der Toskana und Verona wählte die Vorsitzende Dr. Heide König für dieses Jahr St. Petersburg aus und erfüllte damit nicht nur sich einen langgehegten Reisewunsch.

25 Teilnehmer aus Eckernförde, dem Dänischen Wohld und Kiel im Alter von 35 bis 85 Jahren sprach das Programm der siebentägigen Tour an, dass Dr. König gemeinsam mit Irina Thießen ausgearbeitet hatte. Die gebürtige Russin ist in Altenholz zuhause und hat für die Volkshochschule schon mehrfach Reisen nach Russland begleitet. Ihr sei es ein Anliegen gewesen, der Gruppe die Schönheiten der Stadt zu zeigen, ihr aber auch Eindrücke zu ermöglichen, die ein Pauschaltourist nicht bekommt. So stand neben Besuchen der Peter- und-Paul-Festung, der Isaaks Kathedrale, des Katharinenpalastes und der Eremitage auch ein Ausflug zur Zarenresidenz Gattschina an, in dessen Park die Einheimischen Ruhe und Erholung suchen. Die Gruppe sei nicht nur offen gewesen für die glanzvolle Geschichte der Stadt, sondern auch für die anderen Facetten, hob Irina Thießen anerkennend hervor. Ihr persönlicher Höhepunkt sei der gemeinsame Besuch einer Ausstellung zur Belagerung der Stadt im Zweiten Weltkrieg gewesen.

Für Professor Dieter Kruska hingegen war das ein Folkloreabend, bei dem Lieder und Tänze Erinnerungen an seine Kindheit weckten – er ist in Königsberg geboren und bis zu seinem sechsten Lebensjahr in Masuren aufgewachsen. „Die russische Geschichte hat mich schon immer interessiert. St. Petersburg war mein großer Traum“, erklärt der Altenholzer. Der Reichtum in den Zarenpalästen und Kirchen, die Kunstschätze hätten ihn sehr beeindruckt, auf der anderen Seite aber auch die Armut der Bevölkerung. „Die gesamte Stadt und unsere Gruppe – das war unheimlich toll“, schwärmt Kruska und verrät, dass er abends manchmal am PC sitzt und über Google Street View noch einmal die besuchten Punkte abgeht.

Auch für Heinrich Hofmeister gehörte St. Petersburg schon lange zu seinen Reisezielen. Die Größe und Ausdehnung der Stadt imponierten ihm ebenso wie die Akribie, mit der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Teile der Stadt wieder aufgebaut wurden. Erstaunt hat ihn zudem der Verkehr auf den Straßen. Hofmeister: „60 Kilometer pro Stunde sind erlaubt, gefahren werden 120.“ Doch seien die St. Petersburger immer sehr hilfsbereit gewesen, fügt Karin Dankert aus Kiel hinzu. Wenn sie alleine unterwegs waren und den Menschen Zettel zeigten, auf denen Irina Thießen in kyrillischer Schrift das jeweilige Ziel notiert hatte, hätten sie ihnen mit großer Lust klar gemacht, wo sie hin mussten. So konnten sie auch einen Bummel durch die faszinierende Stadt genießen. „Es war eine schöne Reise“, zieht Karin Dankert Bilanz und spricht ihren Mitreisenden aus dem Herzen.

Dem kann sich Dr. Heide König nur anschließen, wenn die Tour für sie auch mit besonderen Strapazen verbunden war. Nicht nur, dass sie sich einige Wochen vor Abflug das Wadenbein gebrochen hatte und nicht ohne Krücke und Schiene auskam – die Fluggesellschaft strich den Direktflug, beim ursprünglich gebuchten Hotel stand die Gruppe nur auf der Warteliste, und das Beantragen der Visa war alles andere als einfach. „Die Arbeit im Vorwege ging an die Substanz“, gesteht König. Doch sie bereut es nicht, die Strapazen auf sich genommen zu haben. „Es hat sich mehr als gelohnt, die Reise hat mir unheimlich viel gegeben“, sagt sie und freut sich, dass sie der Ära Katharina der Großen näher kommen konnte.

Allerdings wird es im nächsten Jahr keine Reise der SHUG mehr geben. Die Vorsitzende hat mit der Reise nach St. Petersburg einen Schlusspunkt unter dieses Engagement gesetzt. Irina Thießen allerdings wird vermutlich in Zusammenarbeit mit der VHS im Juli eine Tour anbieten, die einen Eindruck von der Weite Russlands vermittelt. Von Moskau geht es mit der transsibirischen Eisenbahn nach Irkutsk.

Wer zuvor aber noch einmal in Erinnerungen an St. Petersburg schwelgen möchte, hat beim Vortrag über die Stadt am Montag, 11. November, um 19 Uhr in der VHS Kiel, Muhliusstraße, Gelegenheit dazu. Die weiteren Termine der SHUG für dieses Jahr sind am Donnerstag, 10. Oktober, der Vortrag von Professor Dr. Hilmar Lemke vom Biochemischen Institut, „Verwandelt sich der Segen der Hygiene in einen Fluch?“, sowie am Donnerstag, 14. November, der Vortrag von Dr. Klaus Mader, Kammerorchester der CAU mit dem Thema „Das Maß der Dinge – Die Sinfonien Ludwig van Beethovens.“

> www.shug.uni-kiel.de/de/de/sektionen/altenholz



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