Gänseplage : Mit Schnüren gegen Gänse

Fluoreszierende Schnüre halten die Gänse vom See fern. Ramon Hiemcke (l.) und Christian Kühme hoffen auf einen langanhaltenden Effekt.
1 von 2
Fluoreszierende Schnüre halten die Gänse vom See fern. Ramon Hiemcke (l.) und Christian Kühme hoffen auf einen langanhaltenden Effekt.

Über den See gespannte Maurerschnüre halten derzeit Kanadagänse vom Holtsee fern.

Avatar_shz von
28. November 2013, 06:12 Uhr

Seit dem 25. Oktober landen keine Kanadagänse mehr auf dem Holtsee. Nachdem ein Zaun die Gänse im Sommer schon erfolgreich zumindest von der Badestelle ferngehalten hatte und der Badebetrieb wieder angelaufen war, hatten Christian Kühme und Arno Näthke von der Holtseer Wählergemeinschaft (HWG) die Idee, Maurerschnüre quer über den Holtsee zu spannen, um die Gänse zu vergrämen. Zwei Schnüre in fluoreszierenden Farben und eine rote Schnur haben sie gespannt. Eine Schnur fehlt derzeit. Sie ist gerissen, wird aber erneuert. Es wird überlegt, weitere Schnüre zu spannen, wenn der See gefroren ist.

„Die Schnüre hängen zwei bis drei Meter über der Wasseroberfläche, damit sie Schwimmer nicht beeinträchtigen“, sagte Kühme auf der Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend. Die Idee scheint von Erfolg gekrönt zu sein: „Die Kanadagänse kommen und fliegen woanders hin oder kommen gar nicht erst wieder“, berichtete er. Zu Spitzenzeiten seien bis zu 300 dieser Tiere auf dem Holtsee gesichtet worden, so Kühme. „Wir sind selber ganz überrascht“, gesteht er. Sie wüssten noch nicht, ob auch andere Vogelarten von den Schnüren abgeschreckt würden, sagte der Ausschussvorsitzende Ramon Hiemcke (CDU). Enten und Wasservögel seien aber weiterhin auf dem Holtsee, hatte Kühme beobachtet. „Es scheinen sich nur die Kanadagänse daran zu stören.“

Die Schnüre sind das vorläufige Ende einer viele Jahre andauernden Suche nach einer Lösung des Kanadagänse-Problems. Es gab zahlreiche Methoden: Unter anderem wurden Fuchs-Attrappen aus Blech aufgestellt, die sich im Wind drehten. Es gab ein Vergrämungsgerät, das laute Geräusche wie Schüsse, Hundegebell und Warnrufe eines Gänseschwarmes produzierte. Aber auch das verjagte die gefiederten Tiere nicht. Außerdem sollten sie durch gezielte Abschüsse verjagt werden. Aber: „Das hat sie nicht nachhaltig beeindruckt“, berichtete Kühme. Die bunten Maurerschnüre scheinen nun erst einmal den gewünschten Effekt zu bringen. „Die weitere Entwicklung muss man aber abwarten“, betonte Kühme.

Der Kot der Gänse wird als einer der Gründe für den hohen Nährstoffgehalt im Holtsee gesehen. Um nun auch den weiteren Faktoren auf die Spuren zu kommen, empfahl der Bauausschuss der Gemeindevertretung, das Angebot einer Studentin anzunehmen, sich im Rahmen ihrer Masterarbeit näher mit dem Thema zu befassen. Außerdem soll der Fischbestand aufgenommen werden.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen