Kirchengemeinde Borby-Land : Mit Pastorin Witt „endet eine Ära“

Ein letztes Mal zog Pastorin Almut Witt bei ihrer Verabschiedung gemeinsam mit Probst Sönke Funck in die Barkelsbyer Versöhnungskirche ein. Fotos: Meding (2)
1 von 2
Ein letztes Mal zog Pastorin Almut Witt bei ihrer Verabschiedung gemeinsam mit Probst Sönke Funck in die Barkelsbyer Versöhnungskirche ein. Fotos: Meding (2)

Almut Witt wurde nach 25 Jahren als Pastorin der Kirchengemeinde Borby-Land verabschiedet.

shz.de von
28. August 2018, 06:04 Uhr

Der Vorraum und auch das davor aufgestellte Festzelt waren besetzt. Einigen Gästen fiel schon zu Beginn das Betreten des Vorplatzes schwer. Witt begrüßte jeden einzelnen. Viele bedauerten ihr Gehen, freuten sich aber auch für sie. Almut Witt hat die Menschen berührt und 25 Jahre lang gemeinsam mit der Kirchengemeinde viele Erfahrungen erlebt und ausgetauscht. Bei ihrer Verabschiedungsfeier in der Barkelsbyer Versöhnungskirche erinnerte sie sich am Sonntag an besondere Momente. Und an viele Menschen, die die Gottesdienste mitgestaltet haben. Die Kirchengemeinde Borby-Land sei eine rege Kirchengemeinde und sie sei gerne geblieben. Dass die Mitglieder weiterhin so aktiv sein werden, bleibe auch in Zukunft so, war sie sich sicher.

Ab dem 1. September dann wird Pastorin Witt ihre neue Aufgabe als Pröpstin für den Kirchenkreis Altholstein (Kiel) – Bezirk Nord übernehmen.

In ihrer Predigt zitierte sie eine Textzeile aus dem Lied „Leichtes Gepäck“ von Silbermond: „Eines Tages fällt dir auf, dass du 99 Prozent nicht brauchst.“ Dieses Lied habe sie in den letzten Wochen besonders berührt. Der Umzug nach Kiel sei ihr nicht leicht gefallen, es habe sich viel in 25 Jahren angesammelt. Doch Platz schaffen bringe Erleichterung, brachte sie den Gästen näher.

„Leicht fällt ein Abschied nie, daher möchte ich für alles Gute danken, das hier gemeinsam möglich gemacht wurde“, erinnerte sich Witt, „ich gehe mit einem lachendem und einem weinenden Auge.“ Sie nehme kein leichtes Gepäck mit, sondern viele Erinnerungen. Dinge, die die Kirche lebendig halten. Eins wurde ihr deutlich: Liebe soll stark machen und andere stärken.

Auch wenn die Mitglieder der Kirchengemeinde den Abschied ihrer Pastorin bedauern, freuen sie sich mit ihr. Für ihr Engagement dankten sie Witt und wünschten ihr beruflichen und privaten Erfolg, sowie Zufriedenheit.

Propst Sönke Funck schätzte ihre Arbeit. Sie sei immer fleißig, gut vorbereitet und strukturiert gewesen, was eine gute Zusammenarbeit bedeutete. Sie habe bewiesen, dass sie als erste Frau und Pastorin in der Kirchengemeinde die Rolle der Frau in vielen Bereichen vorlebte. „Es endet eine Ära“, so Propst Funck.

Almut Witt war die „Kanonbeauftragte“ und bewies dies während des Gottesdienstes. Ein letztes Mal sangen sie gemeinsam mit den Besuchern den Kanon „Wo zwei oder drei versammelt sind“ unter ihrer Leitung.

Nach dem Gottesdienst gab es eine Kaffeetafel und später sollte der Grill angefeuert werden - Zeit für persönliche Gespräche. Eine lange Schlange bildete sich um Almut Witt herum. Jeder wollte seinen persönlichen Abschied erleben und ihr Glückwünsche übermitteln. Auch ihre Wegbegleiter aus dem umliegenden Land dankten Almut Witt im Namen ihrer Vereine.

Küsterin und Vorsitzende des Küsterarbeitskreises hätten ihre Arbeit ohne Witts Unterstützung im Hintergrund nicht so ausüben können. Sie habe immer ein offenes Ohr für jeden gehabt.

Peter Pietrzak, Windebys Bürgermeister, betonte ihre glockenhelle Stimme und dankte für ihre Seelsorge. Man dürfe jedoch nicht nur an eigene Belange denken, sondern auch an ihr Wohl. Odilia Fust vom DRK Windeby betonte, dass sie besonders gern ihre Geschichten bei Spielenachmittagen oder beim Bingo hörten: „Wir werden dich sehr vermissen.“

Pastor Dirk Homrighausen, Vorsitzender des Kirchengemeinderats der St. Nicolai-Kirche in Eckernförde, sang Almut Witt ein Lied „Goodbye Barkelbys Rose“. Er suchte eine passende Blume und da fiel die Wahl auf die Rose.

Inmitten der Gäste standen Almut Witt und Ehemann Robert Kröger. Auch für ihn sei der Umzug ungewohnt, da er hier aufgewachsen sei. Jedoch sei er glücklich und unterstütze den Schritt seiner Frau aufrichtig. Es sei eine gemeinsame Aufgabe für beide und Kiel sei nicht aus der Welt.

Ein Dank galt unter anderem auch der Feuerwehr Gammelby, die das Zelt zur Verfügung stellte, sowie dem Schützenverein für die Garnitur und allen Ehrenamtlern, die die Kaffeetafel vorbereitet hatten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen