zur Navigation springen

Gymnasium Altenholz : Mit Musik Interesse an Physik wecken

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Drei Universitäts-Professoren und ein Techniker bringen Schülern Physik auf unterhaltsame Weise näher

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2014 | 06:00 Uhr

„Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden“, sagte einst Wilhelm Busch. Wie die Geräusche entstehen, konnten die rund 450 Schülerinnen und Schüler der Oberstufen des Gymnasiums in Altenholz-Stift gestern auf unterhaltsame Art und Weise lernen. Die drei Universitäts-Professoren Volkmar Helbig, Wolfgang Enge und Gerd Pfister, mittlerweile alle im Ruhestand, und der ehemalige Techniker an der Kieler Uni, Gerd Möller, waren gekommen, um ihren Vortrag „Physik und Musik“ zu präsentieren. Und das bereits zum dritten Mal, wie Physik-Fachschaftsleiter Stefan Deppenbrock sagte.

Sowohl Deppenbrock als auch Schulleiter Peter Wenners erinnerten, dass Physik und Musik Schwerpunkte an ihrer Schule bilden. Die Physik unter anderem durch die Profilklasse, hinsichtlich der Musik wies Wenners auf die drei Big-Bands, zwei Orchester und drei Chöre des Gymnasiums hin. „Es ist interessant, die beiden Fächer unter einen Hut zu bringen, was mit dem Vortrag der drei Professoren auf sehr lehrreiche und zugleich ausgesprochen unterhaltsame Art gelingt“, so der Schulleiter, der betonte, dass es zudem eine gute Sache sei, um die Interessen der Schüler zu wecken. Und wer wäre geeigneter zu zeigen, was an Physik in Musikinstrumenten steckt, als drei Physiker, die auch noch Musiker sind: Wolfgang Enge als Gründer und Leiter der Big-Band der Universität, Volkmar Helbig, der in zwei Jazz-Combos und einer Tanzband spielt, und Günter Pfister als Mitglied eines Trios.

Hervorgegangen ist das Programm aus dem Seminar „Physikalische Grundlagen der Musikerzeugung und -empfindung“, das seit vielen Jahren an der Kieler Uni angeboten wird. Nach kurzer Einführung in die Grundlagen der Akustik wurden die physikalischen Prinzipien der Saiten-, Blech- und Holzblasinstrumente verständlich gemacht. Von der Frage „Was ist ein Ton“ ging es in dem eineinhalbstündigen Vortrag um Tonreihen, Obertöne, Schallwellen, Luftsäulen, Schwingungen bis hin zur Harmonie in der europäischen Musik. Begriffe wie Harmonie, Disharmonie oder Klangfarbe wurden physikalisch erläutert und es wurde gezeigt, warum es mit der abendländischen Musik möglich ist, große Orchester aufzubauen und zum Klingen zu bringen. Das alles natürlich begleitet von anschaulichen und unterhaltsamen Experimenten, bei denen beispielsweise ein Gartenschlauch zum Blasinstrument mutierte, einem Glasrohr mit Hilfe einer Flamme ein Ton entlockt wurde oder auch eine Kerze durch Schallwellen erlosch. Beendet wurde das Ganze durch ein kleines „Konzert“, in dessen Rahmen verschiedene Musikinstrumente dargestellt wurden. Immerhin spielen die drei Professoren zusammen 20 verschiedene Instrumente, von denen zehn zum Einsatz kamen. „Ziel des Vortrags ist es, das Interesse an Physik über das Medium Musik zu erwecken“, sagte Professor Helbig. Über 100 Mal haben er und seine Kollegen die Veranstaltung bereits durchgeführt – überwiegend an Schulen aber auch anderweitig, beispielsweise auf einer Veranstaltung mit Hörgeräteakustikern. Dass der Vortrag ankommt, bewies auch, dass der mittlerweile pensionierte Physiklehrer des Gymnasiums, Hans Dieter Weiß, es sich nicht nehmen ließ, dabei zu sein. Stefan Deppenbrock bedauerte, dass aus Platzgründen nur die Oberstufen und nicht alle Schüler teilnehmen können. Aber irgendwann sind die Schüler der jetzt unteren Klassen in der Oberstufe. Und dann werden die drei Professoren und Techniker Möller denen sicher auch auf unterhaltsame Art beibringen, wie die den alten Busch störenden Geräusche entstehen und zeigen, dass die so störend gar nicht sind.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen