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Das Eckernförder EM-Orakel : Mit Miss Marple zum EM-Titel?

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das „dienstälteste“ Eichhörnchen aus der Schutz-Station tippt als EM-Orakel die deutschen Spiele. Flankierend läuft das EM-Tippspiel der Eckernförder Zeitung mit regionalen Preisen.

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erstellt am 07.Jun.2016 | 06:29 Uhr

Eckernförde | Das Eckernförder EM-Orakel heißt Miss Marple, stammt aus Hamburg, isst gern, schläft gern und hat die meisten „Fans“. 24 Paten haben sich in der Eichhörnchen-Schutz-Station Eckernförde Miss Marple ausgesucht, um sie dann und wann im 50 Quadratmeter großen und vier Meter hohen Auswilderungsgehege auf dem Gelände des Umwelt-Info-Zentrums (UIZ) am Noorwanderweg zu besuchen. Miss Marple ist im Vergleich zu den anderen derzeit sieben Bewohnern mit Eichhörnchen-Handicap handzahm und nimmt einem auch schon mal eine Nuss oder einen Kürbiskern aus der Hand. Zumindest klappt das bei Moni Rademacher. Eichhörnchenmutter wäre die richtige Bezeichnung für die ehrenamtliche Leiterin der Schutz-Station des Vereins Umwelt-Technik-Soziales (UTS), die sich mit ihren Mitarbeitern liebevoll um die Pflege und Betreuung der derzeit acht gehandicapten Dauergäste und die vielen verwaisten oder verletzten Findelkinder – im vergangenen Rekordjahr waren es 163 – kümmert. Während Miss Marple & Co. Zeit ihres Lebens in der Schutz-Station bleiben dürfen, werden die aufgefundenen Jungtiere wieder aufgepäppelt und nach elf bis zwölf Wochen wieder ausgewildert.

Da Miss Marple – mit über drei Jahre die dienstälteste Bewohnerin der Schutz-Station –, so gerne isst, zutraulich ist und mit Vorliebe den „EM-Trainingsball“ – ein aufgehängtes rundes Geflecht aus Zweigen und Baumrinde – bespielt, ist sie als offizielle Vertreterin des Eckernförder Wappentieres das ideale EM-Orakel. „Sie freut sich schon auf die EM“, sagt Moni Rademacher augenzwinkernd. Und was die Berliner Krake Paul als treffsicheres WM-Orakel 2010 konnte, traut sie auch dem Eckernförder Eichhörnchenweibchen zu – die Nuss aus dem Fressnapf zu holen, der die Flagge der Siegermannschaft bei den Spielen der DFB-Elf trägt: also Deutschland oder die Ukraine, Polen und Nordirland. Danach geht’s in die Hauptrunde mit den deutschen Auftritten im Achtel-, Viertel- und Halbfinale und hoffentlich auch im Endspiel. Auch diese Partien wird „Missi“, wie Moni Rademacher ihren kleinen Liebling nennt, mit dem Griff in die Nussschale vorhersagen.

Die Eichhörnchen-Schutz-Station auf dem Gelände des UIZ feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Moni Rademacher ist von Anfang an dabei. Warum sie ihre Eichhörnchen so ins Herz geschlossen hat? „Sie lassen sich nicht dressieren, sind schlau und haben ihren eigenen Charakter.“ Miss Marple beispielsweise ist „zutraulich und frech, sie weiß, was sie will“. Vor allem lange ausschlafen – und sie hat immer eine Nuss in Arbeit. Ihr Handicap besteht in einer „massiven Fehlprägung“ durch Menschen, die sie aufgepäppelt haben, und einem Herzfehler, der ihre auffällige Leibesfülle erklärt. Andere Eichhörnchen leiden an Fehlstellungen der Zähne, neurologischen Problemen oder Einschränkungen des Bewegungsapparats. Das älteste Eichhörnchen in der Station war Pelle, der nur drei intakte Beine hatte, und das „biblische Alter“ von neun Jahre erreicht hat.

Die Schutz-Station ist bei Besuchern sehr beliebt: „Wir haben jedes Jahr über 11  000 Besucher“, sagt Moni Rademacher, die gelernte Exportkauffrau, die jetzt im Büro von Pro Regio arbeitet.Den Eichhörnchenbestand sieht sie nicht als gefährdet an. Allerdings sind die Eichhörnchen als Waldbewohner gezwungen, sich aufgrund von Abholzungen neue Lebensräume in der Nähe von Menschen zu erschließen. Mangels Alternativen seien die Kobel immer mal wieder auf Balkonen oder Terrassen zu finden. Zu den natürlichen Feinden der Baumakrobaten zählen neben Greifvögeln, Krähen und Elstern auch Baummarder, Katzen und Hunde. Auch Gartengifte und ungesicherte Regentonnen dezimieren den Bestand, sagt Moni Rademacher. Eichhörnchen fräßen keine Jungvögel, wie manchmal behauptet wird, allenfalls manchmal Vogeleier. Und es gebe auch keine frei lebenden amerikanischen Grauhörnchen im Norden. Die Eichhörnchen im grauen Winterfell sehen ihnen allerdings ziemlich ähnlich.

>Eichhörchen-Schutz-Station Eckernförde im Umwelt-Info-Zentrum am Noorwanderweg, täglich außer montags von 10 bis 16 Uhr geöffnet (bei Gruppen bitte Anmeldung unter 04351/720255 oder rademacher.ess@utev.de), Notfallnummer für gefundene Tiere: 0173/9549042, der Eintritt ist frei, Futter- oder Geldspenden (Spendenbescheinigungen möglich) werden gern entgegengenommen: Förde Sparkasse, IBAN DE10 2105 0170 1400 0829 45.

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