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Eckernförder Zeitung

19. September 2017 | 22:53 Uhr

Tierpark : Mit Menschen und für Tiere arbeiten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Freiwilliges Ökologisches Jahr im Tierpark Gettorf: Staffelübergabe mit Ziegengemecker

Sie ist mit Tieren aufgewachsen und arbeitet gern mit ihnen. Zu Hause gab es bei ihr unter anderem Pferde, Reptilien und Kaninchen. Christin Hüffer (18) kommt aus der Nähe von Münster und lebt jetzt seit fast einem Jahr in Gettorf, um dort ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Tierpark zu leisten. Ende des Monats endet ihr FÖJ. Danach beginnt sie im Tierheim Münster eine Ausbildung zur Tierpflegerin, Fachrichtung Tierheim. Dass sie dazwischen nur wenige Tage Urlaub hat, stört die 18-Jährige nicht, denn „das ist eigentlich keine Arbeit“, sagt sie.

Was ihren Berufswunsch betrifft, so gab es gleich zwei Ernüchterungen: Zoos stellen in aller Regel nur Abiturienten als Azubis ein und das, obwohl theoretisch auch Hauptschüler den Beruf erlernen könnten. Christin hat mit ihrem Realschulabschluss deshalb kaum eine Chance. Die Zeit im Tierpark Gettorf hat ihr freilich auch gezeigt, dass Tierpfleger in Zoos gar nicht viel mit Tieren arbeiten, sondern eher für sie: Füttern und die Gehege reinigen.

Im Tierheim ist das anders. Darüber ist sie froh. Als FÖJ-lerin hat sie aber nicht nur für und mit Tieren, sondern auch mit Menschen gearbeitet. So war sie etwa bei öffentlichen Fütterungen der Kattas, der Erdmännchen und der Tapire dabei. Sie hat bei Arbeitsgemeinschaften, zu denen Schüler aus den Gettorfer Schulen regelmäßig in den Tierpark kommen, mitgearbeitet, ebenso wie beim Forschercamp, einem Kinderprojekt des Fördervereins. Auch die Organisation der beiden Kunsthandwerkermärkte in der Reithalle gehörte zu ihren Aufgaben, ebenso wie andere Bürotätigkeiten. Die Einsatzstelle stellt der Förderverein des Tierparks zur Verfügung. Volker Strehlow, Vorsitzender des Vereins, räumt ein, dass er anfangs Bedenken hatte, weil Christin Hüffer noch nicht volljährig war – eher eine Ausnahme bei jungen Freiwilligen. Doch Christin hat ihn überzeugt mit ihrer Selbstständigkeit und damit, dass sie das Büro des Fördervereins in Schwung gebracht hat. Heute sagt er: „Wir würden gern ein Jahr verlängern.“ Was bleibt nach dem FÖJ? „Die Begegnung mit den Tieren war einzigartig“, sagt die 18-Jährige. Die Bilanz des Vorsitzenden: „Freiwillige machen in diesem Jahr einen wichtigen Entwicklungsschritt. Zum ersten Mal übernehmen sie Verantwortung. Sie werden selbstständig.“

Christins Nachfolgerin Kim Flinder (18) aus Kiel ist schon da. Gestern hatte sie ihre Abi-Abschlussfeier. Das FÖJ beginnt zwar erst am 1. August, damit der Übergang aber auch reibungslos klappt, arbeiten beide jungen Frauen einen Monat gemeinsam. Die Ferien fallen aus. Dieser zusätzliche Monat wird nicht gefördert. Tierpark und Förderverein teilen sich die Kosten. Kim hat als Kind Reitunterricht gehabt, aber ansonsten bisher kaum Erfahrungen mit Tieren. Pläne für die Zukunft hat sie schon. Nach einem Studium der Agrarwissenschaften, der Physik oder der Ökotrophologie will sie zur Berufsfeuerwehr und sich dort auf Naturschutzaufgaben spezialisieren. Noch weiß sie nicht genau, welches der drei Studienfächer sie wählen soll. „Feuerwehrtauglich“ sind sie alle drei. Der Abschluss eines naturwissenschaftlichen oder technischen Studienganges ist bei der Feuerwehr die Eintrittskarte in den gehobenen Dienst. In ihrem FÖJ möchte sie auch herausfinden, welcher Studiengang am besten zu ihr passt.

Die beiden jungen Frauen kennen sich erst seit wenigen Tagen, aber sie haben bereits gemeinsame vierbeinige Freunde. Die Kattas, eine Primatenart, die in Madagaskar zu Hause ist, faszinieren sie beide. Aber auch Nugget und Mecki, die beiden neugierigen Ziegenkinder, mögen sie sehr. Da ihre Mutter sie nach der Geburt nicht angenommen hat, wurden sie von einer Tierpflegerin aufgezogen und sind besonders anhänglich.

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