zur Navigation springen

Gelungene Premiere : Mit makaberen Ideen auf Leichensuche

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Makaber und witzig – die neue rabenschwarze Komödie mit Joachim Thomsen und Stephan Greve

Wer liebt nicht den rabenschwarzen Humor? Hier kamen am Sonnabend jedenfalls alle auf ihre Kosten, die zur Premiere des neuen plattdeutschen Theaterstücks „Arven-Graven-Halleluja“ in die Stadthalle kamen. Nach allen bisherigen Erfolgen legte das Eckernförder Theaterduo Joachim Thomsen & Stephan Greve mit diesem Stück noch einmal kräftig nach. Erschütternd komisch zeigten die beiden in ihrer rasant-kurzweiligen two-men-show, was ihr toternster Einfallsreichtum so alles zuwege bringt. Makaber und vergnüglich.

Die Vorgeschichte brachte die beiden Bestattungsunternehmer in Bredouille: Der Vater hatte an Sohn und Neffen das Beerdigungsinstitut vererbt und stellte darüber hinaus für jeden eine zusätzliche Million in Aussicht, wenn sie zum Ende des laufenden Jahres die Anzahl der Beerdigungen von 200 auf 400 erhöhen. Nun war schon Mai – und es war guter Rat teuer. Woher die notwendigen Leichen nehmen und nicht stehlen?

Stehlen! Ja, das war’s, und sie schmiedeten heiße Pläne, wie sie vor’m OP des Krankenhauses die „totgebliebenen“ Patienten klauen. Schließlich kam man mit Friedhofsbuddelei auch nicht recht voran. Außerdem hatte Hermann Schwarz (Thomsen) den frisch gestorbenen Opa Schmidt schon zu Beginn des anstrengenden Vorhabens beim Transport „verbummelt“.

Bevor es an den Patienten-Klau ging, mussten alle Eventualitäten erst mal gründlich geübt werden; nichts durfte schief gehen. Viel kam bei dieser Unternehmung trotzdem nicht rüber; die Zahl auf der kleinen Schülertafel wuchs nur langsam.

Ob sie statt in der Rechtsmedizin dann im Zentrallager von Karstadt landeten und versehentlich Schaufensterpuppen klauten – ausreichend neue Leichen zu beschaffen entpuppte sich als ungeahnte Herausforderung.

Dann – eine geniale Idee – Baggersee im Sommer ! Und dort die Sicherheitsgrenze um drei Meter verschieben. Für den Abtransport wird schon mal mit Schwimmflossen und Schnorchel geübt.

Nach der Pause ist die 301 erreicht, und das Publikum applaudiert voller Anteilnahme. Weiter überlegen – im Altersheim die elektrischen Rollstühle frisieren? Nein, so weit geht’s nicht. Aber den Polizeifunk abhören und dann mit Rot-Kreuz-Helmen zur Unfallstelle flitzen, oder Absturzgefahr auf dem Aussichtsturm? Die Zuschauer im Saal krähten vor Vergnügen. Alle drückten vermutlich die Daumen und überlegten scharf, zählten mit.

„Man kommt hier auf ganz ungewohnte Gedanken,“ meinte auch Heinz Schmidt aus Haby. Ja, die beiden Schauspieler trieben mit Entsetzen Scherz und das sehr gekonnt: witzig bis in einzelne Sätze und Gesten hinein. Vor allem die gutwillige, oft leicht dümmliche Mimik von Hermann alias Joachim Thomsen fand viele Lacher.

„Wi mokt een Kaffeefahrt mit de olen Lüd - und dann een Polonäs över de Autobahn“ Gute Idee von Harald (Stephan Greve) Auch das musste natürlich vorher erst gründlich geübt werden.

Zu Sylvester ein Schock: Man war erst bei 399. Aus dem Publikum wollte sich kein Freiwilliger melden, die beiden wackeren Leichensammler sahen ihre Millionen schon entschwinden. Die Rettung in letzter Minute kann man am 24. Oktober. um 20 Uhr, am 25. Oktober 17 Uhr jeweils bei Carls-Events miterleben.

Kartenvorverkauf: Schuhmacherei Thomsen, Kieler Str. 81, 04351-2397.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen