Interview mit Anastacia : Mit Kraft und Musik gegen den Krebs

Anastacia (re.) stellte sich den Fragen vom Selma Polte
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Anastacia (re.) stellte sich den Fragen vom Selma Polte

Nachdem Sängerin Anastacia im vergangenen Jahr ihren Aufritt auf der Kieler Woche absagen musste, stand die 46-Jährige nun auf der Bühne

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02. Juli 2015, 06:51 Uhr

Auf der Kieler Woche begeisterte die US-amerikanische Sängerin und Songwriterin Anastacia ein erwartungsvolles Publikum mit einem Konzert auf der RSH-Bühne an der Hörn. Die aus Chicago stammende Künstlerin tourt zur Zeit mit ihrem „Resurrection“ (Auferstehung)-Programm durch Europa und zählt zu den musikalischen Highlights der Kieler Woche 2015. Vor ihrem Auftritt durfte ich die sympathische und powervolle Sängerin zu einem Interview treffen, indem sie offen von ihrer zweimaligen Brustkrebserkrankung, der Leidenschaft zu Brillen und ihrem Heißhunger auf Festivals berichtete.


Du hast zweimal Brustkrebs besiegt, hältst du dich für ein Vorbild als starke Frau?
Also, ich habe nie versucht dadurch ein Vorbild zu werden, aber viele Leute sagen, ich bin es. Ich denke, das liegt daran, dass ich offen über die Krankheit rede und keine Angst habe. Es ist Teil meines Lebens geworden und macht mich in meiner Lebensposition als Frau aus. Und wenn ich deshalb als Vorbild bezeichnet werde, dann macht mich das stolz, denn dann heißt es, wir reden über etwas, wir reden über Krebs und nehmen die Angst davor. Auch wenn es in Gesprächen darüber etwas unangenehm wird und ich in meinem Inneren berührt werde, dann ist das in Ordnung für mich, denn es ist für eine gute Sache!

Du singst auch in deinem Album „Resurrection“ und auf deiner Tour über Erfahrungen, die du während der Krankheitsphase gemacht hast. Fühlst du dich deshalb auf eine Weise ungeschützt oder nackt?
Oh mein Gott, nein! Im Gegenteil, ich fühle mich stark dadurch, denn es kostet eine Menge Kraft durch eine Krankheit wie Krebs zu gehen, und diese Kraft möchte ich in meiner Musik und meinen Texten ausdrücken!

Mit deiner „Anastacia Fund“ und deiner Charitycollection bist du sozial sehr engagiert. Was ist deine besondere Motivation für dieses Engagement?
Was ich mit meiner Organisation erreichen will, ist junge Frauen über das Risiko von Brustkrebs und die Heilmöglichkeiten aufzuklären. Ich möchte niemanden verunsichern, aber dadurch, dass ich die Krankheit thematisiere und sage: „Geht zum Arzt, lasst euch untersuchen, es ist gut Gewissheit zu haben“ kann ich dazu beitragen, dass mehr Frauen den Brustkrebs besiegen, da die Heilungschancen natürlich besser sind, je früher man die Krankheit erkennt. Weil ich selber keine Angst habe, sehe ich meine Aufgabe darin, dieses Wissen weiterzugeben.

Seit du deine Karriere als Sängerin begonnen hast, hast du sehr viele Preise gewonnen. Wie wichtig sind solche Auszeichnungen für dich persönlich?
Für mich persönlich gibt es Wichtigeres als diese Preise, wie zum Beispiel Menschlichkeit und Gesundheit. Mein Ziele sind eher die Zukunft zu verbessern, anderen Menschen zu helfen und das mit positiver Energie zu erreichen. Ich möchte den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Normalerweise ist es dein Markenzeichen, auf der Bühne eine Brille zu tragen, jetzt aber nicht?
(lacht) Ja, ich bin wirklich eine stolze Brillenträgerin! Aber jetzt musste mein Make-up und so weiter gemacht werden und da geht es nicht. Aber Brillen – mein Gott, ich habe ungefähr 40 davon.

Letztes Jahr musstest du dein Konzert auf der Kieler Woche leider kurzfristig absagen und wir freuen uns, dass du nun hier sein kannst. Ist es dein erstes Mal auf der Kieler Woche und hast du schon ein Fischbrötchen probiert?
Ein Fischbrötchen? Nein, aber jetzt wo ich es höre...(lacht), das Essen ist sowieso das Schönste auf solchen Festivals! Am liebsten möchte man einfach alles probieren, besonders wenn man oben auf der Bühne steht.


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