zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

15. Dezember 2017 | 19:11 Uhr

Mit Köpfchen statt mit Schläger

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Beim TSV Goosefeld soll die Headis-Sparte für Zulauf von Mitgliedern sorgen / Neue Trendsportart ist mehr und mehr im Kommen

von
erstellt am 12.Mär.2016 | 06:03 Uhr

Goosefeld | Ist es nun Kopfball an der Tischtennisplatte oder Tischtennis mit dem Kopf? Wenn die Jungs beim TSV Goosefeld in der Freizeitstätte an der Platte stehen, dann geht es hoch her und es kommt immer wieder zu spektakulären Szenen. Die Augen der Mitspieler sind immer auf den Ball gerichtet. Sie hechten, sie springen und sie köpfen und plötzlich liegen sie auf der Platte. Diese quirlige Mischung aus Tischtennis und Kopfball heißt Headis und ist 2006 von einem Saarbrücker Sportstudenten erfunden worden.

Das Wort Headis setzt sich zusammen aus dem englischen Wort „Head“ und dem deutschen Wort Tennis. Die Regeln sind einfach und denen vom Tischtennis nachempfunden. Ein spezieller Plastikball, der an einen Volley- oder Gymnastikball erinnert, darf nur mit dem Kopf über das Netz bugsiert werden. Egal wie, egal in welcher Form, egal in welchem Tempo. Ob Hecht-Köpfer oder Kopf-Schmetterball – alles ist erlaubt. Diese nur auf den ersten Blick merkwürdig anmutende Sportart kann man zu zweit oder im Doppel zu viert spielen.

Wie beim Tischtennis muss auch der Headisball beim Aufschlag auf jeder Seite des Netzes einmal aufkommen. Im Spiel selbst ist es dann aber – anders als beim Tischtennis – erlaubt, die Platte zu berühren und den Ball volley zu nehmen. Das Netz ist aus Metall. Wie beim Tischtennis endet ein Satz bei elf Punkten.

Bei der Sendung „Schlag den Raab“ war das Spiel schon zweimal im Programm. Vor allem in Universitätsstädten ist Headis mächtig im Kommen – Studenten scheinen Gefallen an dieser neuen Sportart zu finden.

Aber auch beim TSV Goosefeld hat das Spiel jetzt erste Anhänger gefunden. Ole Holst (23), Owe Holke (22), Moritz Stetzkamp (23), Lasse Holst (25), Henning Nielsen (22) und Tom Jooßt (23) treffen sich jeden Mittwoch von 17 bis 19 Uhr in der Halle zum Headis. Und dabei haben die Sportler das Spiel aus Langeweile im Tschechien-Urlaub entdeckt.

„Auf einer Tischtennisplatte haben wir den Ball mit der Hand rübergespielt, dann mit dem Kopf“, erzählt Ole Holst. Dabei wussten sie noch gar nicht, dass es diese Sportart schon gibt. „Wir hoffen natürlich, dass wir mit der neuen Sparte neue Mitglieder, vor allem jüngere, begeistern können, sagte die TSV-Vorsitzende Anke Pischke-Sarp, die zuletzt bei der Jahresversammlung von sinkenden Mitgliederzahlen berichten musste.

Die Tischtennisspieler des TSV Goosefeld haben der neuen Sparte ausgediente Platten zur Verfügung gestellt und diese müssen so einiges aushalten. Bisher sind die sechs jungen Männer, die allesamt gar nicht mehr in Goosefeld wohnen, unter sich. „Es ist schwer Gegner zu finden“, sagt Moritz Stetzkamp, schließlich gebe es nicht viele Vereine, wo Headies angeboten wird. Mannschaftswettbewerbe gebe es gar nicht, lediglich Einzel- oder Doppelkonkurrenzen.

Dafür aber auch bereits Welt- und Europameisterschaften. Viele Fußballbundesligaclubs haben Headis für sich entdeckt, als Konzentrationstraining und Koordinationsübungen für ein verbessertes Kopfballspiel der Profispieler.

„Nacken- und Oberschenkelmuskulatur sind immer angespannt“, berichtet Ole Holst über das Training. Vor allem blaue Flecken gehören dazu, wenn man sich während des Ballwechsels immer wieder auf die Platte werfen muss. Aber das scheint die Spieler nicht zu stören – der Spaß an dieser ungewöhnlichen Sportart überwiegt.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen