Kart-Slalom : Mit kleinen Flitzern Gas geben wie ein Großer

„Die Kinder sind alle fit und hören genau zu, was wir sagen“, zeigten sich die Mitglieder des MC Eckernförde begeistert. Eines davon war der zehnjährige Linus Brombacher aus Eckernförde, der den Parcours ohne Fehler durchfuhr.
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„Die Kinder sind alle fit und hören genau zu, was wir sagen“, zeigten sich die Mitglieder des MC Eckernförde begeistert. Eines davon war der zehnjährige Linus Brombacher aus Eckernförde, der den Parcours ohne Fehler durchfuhr.

5,5 PS unter’m Hintern – für einen Achtjährigen ist das genug. Beim Schnuppertag des MC Eckernförde konnten Kinder selbst ein paar Runden mit den kleinen Motorwagen fahren.

shz.de von
30. Juni 2014, 06:20 Uhr

Es riecht nach Rasenmäher. Doch den Motor, der zu dem Geruch gehört, nimmt Linus Brombacher durch seinen Helm nur gedämpft wahr. 5,5 Pferdestärken tuckern hinter ihm, während er, ausgestattet mit Motordress, Handschuhen und Motorradhelm, darauf wartet, endlich Gas geben zu können.

Der Zehnjährige war nur eines von über 30 Kindern, die gestern die Gelegenheit wahrgenommen haben, auf der Skateranlage am Schulweg mit einem Kart ein paar Runden zu drehen. „Wir sind überwältigt von dem Interesse“, sagte Heiko Ambos vom MC Eckernförde, der zu einem Schnuppertag eingeladen hatte. Der Verein im ADAC gab Kindern und Jugendlichen die Gelegenheit, einen Einblick in den Motorsport zu gewinnen.

Wie kleine Rennwagen sehen die Karts aus, die von einem Benzinmotor angetrieben werden. Jugend-Kart-Slalom heißt die Sportart, bei der es darum geht, einen Pylonen-Slalom so schnell wie möglich zu bewältigen. Wahre Meister fahren dabei in eng gesteckten Parcours mit 40 Kilometern pro Stunde so exakte Kurven, dass Fußgängern allein beim Zusehen schwindlig werden kann.

„Mit dem Sport werden besonders die Konzentrationsfähigkeit und die Reflexe trainiert“, erklärt Heiko Ambos. „Und er macht einfach Spaß.“ Ein besseres Training für den Führerschein gebe es zudem nicht. „Die probieren sich dann nicht mehr auf der Straße aus. Das haben sie schon alles auf der Rennstrecke gemacht.“

Acht bis 18 Jahre müssen die Kart-Fahrer alt sein. Helm, Handschuhe und Rennoverall – alles für weniger als 150 Euro erhältlich – gehören dazu. Der Jahresbeitrag im Verein besträgt 100 Euro. „Zehn bis zwölf Meisterschaften auf Landesebene gibt es im Jahr“, so Heiko Ambos. „Der Landessieger tritt dann bei der Norddeutschen und schließlich der Deutschen Meisterschaft an.“ Einen Deutschen Meister hat der MC Eckernförde schon einmal gestellt. Und mit 18 Jahren kann man schließlich in den Automobil-Slalom-Sport wechseln. Bis zu 50 Stundenkilometern erreichen die Karts beim Slalom. „Außer dass mal jemand gegen einen Kantstein gefahren ist, sind noch nie Unfälle passiert“, sagt Heiko Ambos. Auf Sicherheit werde großer Wert gelegt. „Verletzungen hat es bei uns noch nie gegeben.“ Allerdings sei Kartfahren ein Familiensport: „Die Hauptklientel sind Kinder ab acht Jahren. Die werden von ihren Eltern nicht allein losgeschickt. Da kommen Vater und Mutter mit, picknicken und helfen beim Aufbau der Parcours.“

Ähnlich wie beim Schnuppertag im Skaterpark, wo Linus Brombacher zwei Runden drehen durfte – immer begleitet vom Trainer- und Jugendleiter Hans Schätz, der neben Linus herlief und genaue Anweisungen gab. „Es war toll, einfach mal Auto zu fahren“, sagte Linus hinterher begeistert. „Schwierig war es aber, gleichmäßig zu beschleunigen.“

Da hilft nur Training, das zurzeit an jedem Sonntag ab 14 Uhr im Amselweg auf dem Gelände der Firma Jürgens Mechanik stattfindet. Dort können nicht nur die Teilnehmer am Schnuppertag vorbeikommen, sondern alle Interessierten.

> www.mc-eckernfoerde.de jks@mc-eckernfoerde.de

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