EZ-Kochduell : Mit karibischem Traum ins Finale

Na dann mal Prost: Als der Großteil der Arbeit in der Küche erledigt war, trafen sich alle Beteiligten des ersten sportlichen Kuchduells in der Küche des EMTV-Sportheims zum Gruppenbild. Von links: Jan Lürkens, Michael Stöcken, Merlin Hundertmark, Manfred Medler, Marcel Mark, Britta und Udet Schwab sowie Christiane Rhau.
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Na dann mal Prost: Als der Großteil der Arbeit in der Küche erledigt war, trafen sich alle Beteiligten des ersten sportlichen Kuchduells in der Küche des EMTV-Sportheims zum Gruppenbild. Von links: Jan Lürkens, Michael Stöcken, Merlin Hundertmark, Manfred Medler, Marcel Mark, Britta und Udet Schwab sowie Christiane Rhau.

Runde 5 im EZ-Kochduell: Segler Jan Lürkens setzt sich knapp gegen ESV-Legende Manfred Medler durch.

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21. März 2018, 06:00 Uhr

Eckernförde | Unverhofft kommt oft. Das galt am Montagabend auch für den Beinahe-Weltumsegler Jan Lürkens, der beim ersten „sportlichen“ Kochduell gegen Manfred Medler, den langjährigen ESV-Vorsitzenden und früheren Holstein-Fußballer, antrat. „Ich brauche mir keine Sorgen zu machen, ob ich nächsten Montag schon etwas vor habe“, sagte der 29-Jährige, bevor die Gäste kamen. An die Finalteilnahme in der Siegfried-Werft verschwendete er keinen Gedanken – doch die Gäste entschieden anders. Lürkens muss noch einmal ran an Töpfe und Pfannen. Mit dem drittbesten Punkteschnitt aller zehn Köche rückt der Eckernförder für die zweitplatzierte Regina Jansen nach, die aus privaten Gründen auf das Finale verzichtet.

Erstmals in der Geschichte des Kochduells gab es Kandidaten aus dem Bereich Sport. Und auch für das EMTV-Heim unter der Leitung von Udet und Britta Schwab war es der Jungfernflug. Nervosität suchte man jedoch vergebens. Die Köche Michael Stöcken, Christiane Rhau und Merlin Hundertmark halfen den beiden Kandidaten genauso ruhig und abgeklärt wie der Auszubildende Marcel Mark. Udet Schwab kümmerte sich um die Gäste, gab Einblicke in die Arbeit in der Küche und stellte die Teilnehmer vor.

Diese kamen durch ein gutes Zeitmanagement nie ins Schwitzen. „Vor Fußballspielen war ich viel nervöser“, sagte Manfred Medler lachend. Er hatte die Aufgabe, die ersten beiden der vier Gänge herzurichten. Jeder Handgriff saß, nur ab und an wagte er zur Kontrolle einen Blick auf sein Rezept-Blatt. Dort standen eine Suppe mit Namen „Volle Möhre“ sowie das Hauptgericht „Ostsee-Gold“ drauf. Der erste Gang, eine Möhren-Orangen-Kokos-Suppe, wurde von Medler zusammen mit einem Gurkensalat angerichtet. Für das Hauptgericht hatte sich die ESV-Legende frischen Ostsee-Dorsch ausgesucht, der mit einem Gemüsebett, Kartoffeln und einer Senfsoße serviert wurde. „Als Kind habe ich nicht so gerne Fisch gegessen. Jetzt dafür umso lieber“, erklärte „Manni“, der zu seiner Aktivenzeit auch zwei DFB-Pokalspiele mit Holstein Kiel bestritt. Einmal glänzte er sogar als Torschütze. „Doch ich erinnere mich vor allem an eine Großchance, die ich ausgelassen haben. Es wäre das 3:3 gewesen.“ Medler und seine „Störche“ schieden in diesem Spiel mit 2:5 nach Verlängerung gegen Rot-Weiß Oberhausen aus.


Südsee-Reise dient der Inspiration

Jan Lürkens, der zusammen mit seiner Frau Jule 467 Tage auf seiner „Sturmschwalbe 53“ die Weltmeere durchkreuzte, kennt sich mit Kochen auf engem Raum gut aus. Ein schwankungsfreier zweiflammiger Petroleumkocher stellte die Küche auf hoher See dar. Im EMTV-Sportheim gab es größere Gerätschaften, immerhin wollten 23 hungrige Gäste bekocht werden. Der Schiffsbauingenieur hatte sich bei seiner Menü-Wahl durch die Erfahrungen seiner Reise in südliche Gefilde inspirieren lassen. Lürkens kochte als Hauptgang „Huhn Lissabon“ und als Nachspeise gab es einen „Karibischen Traum“. Die Gemeinsamkeit in beiden Rezepten: der Rum. „Der gehört in der Karibik einfach dazu“, erklärte er. Die Hähnchenkeule gab es mit Reis und einem Mix aus Champignons, Kirschtomaten und Schalotten. Als Grundlage des Nachtisches dienten zwei halbierte Bananen, die sich eine gute Stunde in einem Sud aus Limettensaft, Bananensaft, Rohrzucker und – natürlich – Rum vollsaugen durften. Dann ging es für die Früchte zehn Minuten mit braunem Zucker bestreut in den Ofen. Heiß trifft kalt hieß es, bevor die Teller des abschließenden Ganges die Küche verließen, denn auf die dampfenden Bananen kam eine Kugel Kokoseis. Als besondern Clou hatte Michael Stöcken vorgeschlagen, die Nachspeise brennend zu servieren. Das Licht wurde gedimmt und ein paar Tropfen Sambuca und ein Feuerzeug sorgten bei den Gästen für ein Raunen.

Da die Leckerei zum Abschluss nicht nur optisch gefiel, sondern auch geschmacklich punktete, setzte sich Lürkens nach der Auszählung der Punkte knapp gegen Manfred Medler durch. „Damit hätte ich nie gerechnet“, gestand Lürkens. Noch am selben Abend steckte er und seine Frau Jule die Köpfe zusammen, um ein neues Menü für das Finale am kommenden Montag zusammenzustellen. „Kann ich die Nachspeise nicht einfach nochmal machen“, fragte er Michael Stöcken mit fast schon flehendem Blick. So gut sein „Karibischer Traum“ auch ankam, Lürkens wird sich für das Duell gegen Carsten Mordhorst, den Bäckermeister aus Loose, etwas Neues einfallen lassen müssen.

Nicht nur die Hobby-Köche waren am Ende zufrieden. Die Gäste aus Haby, Gettorf, Osdorf, Rieseby oder auch Eckernförde gingen satt und zufrieden nach Hause. Udet Schwab fand, „dass eine sehr angenehme Stimmung“ an der langen Tafel herrschte. Gespräche kreuz und quer über den Tisch bestätigten ihn. Michael Stöcken kam zu einem ebenfalls positiven Fazit und lobte die Kandidaten: „Ihr habt beide sehr gut gekocht. Alles schmeckte hervorragend.“ Dass auch alle Teller schnell und heiß serviert wurden, lag am Team des EMTV-Sportheims mit Jessica Krabbenhöft, Frank Tessensohn und Britta Schwab. So bleibt festzuhalten: Das sportliche Kochduell hat seine Bewährungsprobe bestanden.

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