zur Navigation springen

Green Screen : Mit Kamera und Tonangel auf der Pirsch

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

16 Nachwuchsfilmer lernen beim Green-Screen-Naturfilmcamp im Wildpark Eekholt von den Profis.

Eckernförde | „Ab jetzt gilt die Maßgabe: Ruhig und langsam bewegen!“ Vorsichtig geht der Medienpädagoge Daniel Wehrend voran, gefolgt von sechs Jugendlichen. Behutsam pirschen sie sich auf die große Wiese und schaffen es tatsächlich, ohne viel Lärm Stative aufzubauen, Kameras zu installieren und Tonangeln instand zu setzen. Die sechs Jungen gehören zu den 16 Teilnehmern, die zurzeit beim sechsten Naturfilmcamp des Naturfilmfestivals Green Screen dabei sind. Und sie wollen die etwa 40 Störche filmen, die zurzeit im Wildpark Eekholt leben.

„Ich hoffe, wir kriegen eine Aufnahme, in der möglichst viele Störche gemeinsam in die Luft gehen. Außerdem wollen wir Nahaufnahmen von ihren Augen und Füßen machen“, wünscht sich Moritz Maschmann (13) aus der Nähe von Rendsburg. Gemeinsam mit Jannes Möller (13) aus Pinneberg dreht er einen Kurzfilm mit dem Arbeitstitel „Gefiederte Vielfalt in Eekholt“. Auf dem Drehplan stehen heute noch der Uhu und die Bienen. Den Kormoran haben die Jungs bereits in aller Frühe gefilmt, erzählt Jannes: „Heute morgen war es nach dem nächtlichen Regen noch neblig am See, wo der Kormoran war. Die Vögel wedelten mit ihren Flügeln, um die Federn zu trocknen. Dabei verdunstete die Feuchtigkeit, es war ein epischer Anblick.“

Die Jugendlichen erfahren nicht nur die Natur hautnah, sondern lernen gleichzeitig, wie eine Kamera bedient wird und worauf man beim Ton achten muss. Dabei helfen die Kieler Medienpädagogen Daniel Wehrend und Bernadett Skala. „Wir sagen den Kindern immer wieder: Beobachtet die Tiere zunächst und versucht, sie zu verstehen. Erst dann könnt ihr gute Aufnahmen machen“, so Daniel Wehrend.

Der fertige Film ist allerdings nicht das Entscheidende bei ihrer Arbeit, erklärt der gelernte Kameraassistent weiter. „Wir begreifen das Filmemachen hier als einen Weg, um die jungen Leute für die Natur zu sensibilisieren.“

Für die technischen Raffinessen haben die Jugendlichen einen Profi an ihrer Seite: Es ist Dieter Hoese. Er hat mit dem Naturfilmpionier Heinz Sielmann gearbeitet und vermittelt nicht nur viel Wissen, sondern kann auch witzige Anekdoten über seinen berühmten Kollegen berichten. So erzählt er eine Geschichte, in der Heinz Sielmann im Berliner Zoo beim Dreh von einem jungen Gorilla in den Schwitzkasten genommen wurde.

Nach etwa einer halben Stunde haben die Nachwuchsfilmer ihre Aufnahmen im Kasten. Moritz ist zufrieden: „Der Ton ist gut und wir haben auch super Bilder.“ Während die beiden mit Sack und Pack zu den Uhus weiterziehen, warten Nis Berger (12) aus Rickling, Mark Sauter (16) aus Norderstedt, Jonathan Longardt (16) aus Norderstadt und Lukas Gerngroß (12) aus Segeberg aus dem Team „Ökosystem Moor“ auf die Eekholt-Mitarbeiterin Ute Kröger, die per Fahrrad eine Erdkröte für Filmaufnahmen vorbeibringt.

Wer sehen will, was die jungen Menschen während ihres sechstägigen Camps im Wildpark gefilmt, geschnitten und vertont haben, kann das am Freitag, 14. August, um 16 Uhr im Wildpark Eekholt sowie während des Green-Screen-Festivals am Sonnabend, 12. September, um 11.30 Uhr in der Galerie 66 in Eckernförde.  

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 12.Aug.2015 | 05:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen