Origami in Kosel : Mit jedem Knick zur Perfektion

Heike Margarete Worm aus Eckernförde zeigt ab morgen ihre Origami-Arbeiten in Kosel. Ausstellungseröffnung ist um 19 Uhr.
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Heike Margarete Worm aus Eckernförde zeigt ab morgen ihre Origami-Arbeiten in Kosel. Ausstellungseröffnung ist um 19 Uhr.

/ Eröffnung am 19. Januar

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18. Januar 2018, 06:11 Uhr

Kosel | Mit Fröschen, gefaltet als Origami, die sie an ihre Kunden als Dankeschön verteilte, fing alles an. Inzwischen bestückt Heike Margarete Worm mit ihren Origami-Arbeiten bis zu zehn Ausstellungen in Hamburg und Schleswig-Holstein im Jahr. Die Eckernförderin stellt nun erstmals in der Alten Schule Kosel in der Laurentia-Stube ihre Arbeiten aus. Eröffnet wird die Schau am Freitag, 19. Januar, 19.30 Uhr.

„Ich bin sehr froh, das sind wirklich ganz ausgefallene Stücke“, sagt Jutta Kreuziger, die froh ist, den Besuchern den „Japaner“ und andere filigrane Papierfaltarbeiten bei Laurentia zu präsentieren. „Man braucht viel Konzentration und muss genau arbeiten“, erklärt Worm, die Origami als Ausgleich und Entspannung betrachtet. „Ich finde da meine Mitte“, sagt sie, „es ist wie Meditation“.

Seit 2013 beschäftigt sich Worm mit Origami. Sie erhielt selber ein DIN-A4 Faltblatt, das als Weihnachtskarte gestaltet war. Das regte sie an und so wurde der Frosch ihr Markenzeichen. Schnell aber merkte Worm, dass sie viel mehr Freude an der Gestaltung ihren Faltarbeiten zu neuen Bildern fand. Und so begann sie viele gleichartige Frösche, Schnecken oder andere Objekte zu falten und diese in einem festen Rahmen zu fixieren. Besonders Schwarz, Weiß, Grau und Gelb mag sie. Die Perfektion der Faltarbeiten und die optimale Ausrichtung auf der Grundfläche, dies oftmals auf Wellpappe, faszinieren sie. Zudem lösen die Arbeiten die Zweidimensionalität auf, da die feinen Papierarbeiten dreidimensional sind.

Auch wenn der gefaltete Kranich das typische Origami-Objekt ist, so greift Worm lieber zu anderen Motiven als Tieren. Sie mag klare Linien und Winkel. Es entstanden Rahmen mit gleichartigen Jakobsmuscheln und Schnecken, die zusammen gefügt etwas Neues ergeben. Schon mehr Erfahrung und vor allem mathematisches Verständnis erfordern die Arbeiten, bei denen zwei scheinbar getrennte Objekte aus nur einem Papier gefertigt werden. Worm arbeitet nach Anleitung, am liebsten mit Videos, vor allem, weil viele Anleitungen aus Japan stammen und sie kein Japanisch kann. Gute Anleitungen findet Worm bei dem Japaner Tomoko Fuse.

Verwendet wird besonderes Japanpapier. In der Regel sind es quadratische Papiere ab 15 mal 15 Zentimetern Größe. Im Internet findet sie dafür eine große Auswahl. Bevor Worm sich aber an neue Objekte wagt, macht sie Faltübungen mit einfachem Papier. Besondere Knicke werden vorgezeichnet und vor allem muss sie mathematisches und räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen, um aus der zweidimensionalen Anleitung etwas Dreidimensionales zu fertigen. Erst wenn jeder Handgriff und Knick sitzt, kommt das wertvolle japanische Papier zum Einsatz.

Als bisher größte Herausforderung bezeichnet die Origami-Künstlerin den „Japaner“. Dieser wird aus drei Stücken Papier in unendlich vielen Knicken gefaltet. Er stellt die Kleidung eines Samurais dar. Anders als in Japan, fixiert Worm ihre Arbeiten mit Klebstoff, damit sie nicht aus dem Rahmen fallen.

Ein Traum von Margarete Worm ist eine Reise nach Japan. Noch habe sie nicht die richtigen Ansprechpartner dort, aber sie ist ganz zuversichtlich, die noch zu finden. Schließlich will sie ihre Kunst weiter entwickeln und ausbauen. Stehenbleiben möchte sie nicht, „ich will mich entfalten“, sagt sie.

In der Ausstellung werden gut 60 Arbeiten gezeigt, die in den vergangen Jahren entstanden. Die Ausstellung ist rund acht Wochen lang zu sehen.

Geöffnet ist die Laurentia-Stube mit Ausstellung im Schwansenweg 4 Donnerstag und Freitag von 15 bis 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 12 Uhr.

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