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Eckernförder Zeitung

18. Oktober 2017 | 11:28 Uhr

Waldjugend : Mit Isomatte und Mehrgänge-Menü

vom

150 Teilnehmer beim Landeslager der Waldjugend im Revier Brekendorf.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 07:28 Uhr

Ascheffel | Das nasse Gras quietscht unter den Schuhen, der Wind streicht leicht durch die Haare, irgendwo zwitschert ein Vogel. Es ist idyllisch am Scheelsberg im Revier Brekendorf. Plötzlich hört man Menschenrufe. Zu sehen ist nichts. Erst wenn man den großen Hügel auf der Koppel erklommen hat, sieht man es: Hier ist ein Lager. Genauer: das Landeslager der Waldjugend. Gruppen aus Hütten, Kiel, Barmstedt, Barg, Flensburg, Burg, Tornesch, Mölln, Lübeck und Heikendorf sind an den Scheelsberg gekommen, um hier Natur pur zu erleben.

Sie haben es sich bequem gemacht: Überall ragen schwarze Zelte in die Höhe. Das sind Koten. In ihnen wohnen die Waldjugendmitglieder, die Waldläufer. Geschlafen wird auf Isomatten. "Isomatten lassen keine Wünsche offen", hat Michael Steiner festgestellt. Er hat es sich mit anderen Mitgliedern der Waldjugend Barmstedt am Lagerfeuer bequem gemacht. Es riecht nach Rauch - und Essen. In einem Topf über dem Feuer brutzelt eine Pilzpfanne mit Nudeln in Tomatensoße. "Dazu gibt es Pfannkuchenspieße mit Obstsalat, Sahne und selbstgeraspelten Schokostreuseln", sagt Julia Winnicker stolz. Ein Mehrgängemenü im Wald - geht nicht, gibt’s nicht. "Nur die Gefahr, dass etwas anbrennt, ist höher", sagt Katja Pohl. Schließlich können am Lagerfeuer keine Knöpfe gedreht werden und schon ist die Hitze reguliert. Um den Topf auf die richtige Höhe über dem Feuer zu bringen, braucht es Fingerspitzengefühl. Aber Katja Pohl kennt sich aus: Mit acht Jahren ist sie in die Waldjugend eingetreten. Heute ist sie 35 und ihre zweijährige Tochter Karlotta ist mit auf dem Lager. Sie sitzt mit am Feuer. "Es ist wichtig, dass man Kindern die Natur näher bringt", findet Katja Pohl. "Es gibt nichts Besseres für die Entwicklung."

"Es ist wunderschön hier. Fast mitten im Wald. Das hat ein bisschen was von Herr der Ringe", findet Frank Walter. Er ist Landesleiter der Waldjugend und freut sich über den Erfolg des diesjährigen Landeslagers: "150 Teilnehmer", sagt er, "das ist ein guter Schnitt." Das Landeslager sei für die Waldjugenden eine Möglichkeit, neue Freunde zu finden und alte wiederzusehen. Sieht man sich um, merkt man, dass dieses Konzept aufgeht: Überall sitzen Menschen im Gras zusammen. Sie lachen, haben Spaß. Viel haben sie in den vergangenen Tagen erlebt: Singe-, Koch- und Jagdhornbläserwettstreite, am Sonnabend ging es beim Heik zwölf Kilometer quer durch den Wald. An verschiedenen Stationen wurde ihr Wissen über den Wald und das Lagerleben abgeprüft.

"Wir sind gut durchgekommen", berichtet Sarah Hein. Zusammen mit Oliver Hein leitet sie die Waldjugend Barg. Erst im November vergangenen Jahres gründete sich die mittlerweile acht Mitglieder starke Gruppe und prompt belegte sie auf ihrem ersten Landeslager den 14. von 16 Plätzen im Heik. Nun sitzen alle putzmunter am Feuer. Die Gruppe muss sich ein Jahr lang bewähren, bevor sie offiziell als Waldjugend aufgenommen wird. Schon jetzt haben sie viel gelernt. "Es gehört einfach dazu, dass man das Lagerleben kennt", meint Sarah Hein. Viele nette Menschen und Essen vom Lagerfeuer inklusive.

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