zur Navigation springen

spendenaktion : Mit Hammer und Nagel für Bellevue

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Geschäftsleute sponsern Gartenmöbel für die Flüchtlingsunterkunft Bellevue in Dänischenhagen. 30 Bewohner freuen sich auf Frühling und Sonne auf eigenem Rasen.

DÄNISCHENHAGEN Geschäftiges Treiben herrschte am Montag auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft „Bellevue“ des Amtes Dänischenhagen an der Kreisstraße 18 Richtung Strande. Dort, wo früher Obdachlose untergebracht waren und seit Anfang 2014 Flüchtlinge leben, wurde gebohrt, gehämmert und geschraubt, was das Zeug hielt. Galt es doch, drei Gartentische mit integrierten Bänken sowie eine Sandkiste zusammenzubauen. Und die Bewohner freuten sich nicht nur über die Spende von Jens-Uwe Beucke, Geschäftsführer der d.velop digital solutions GmbH, sondern auch darüber, dass sie, die sonst oftmals zum Nichtstun verdammt sind, anpacken konnten. Zusammen mit Spender Beucke, Marketingleiter Thorsten Werner, den Koordinatoren für Flüchtlingsarbeit Sönke Boysen und Erwin Jordan sowie weiteren ehrenamtlichen Helfern und Amtsvorsteher Sönke-Peter Paulsen bauten sie die Möbel innerhalb von knapp eineinhalb Stunden zusammen.

Auf die Idee zur Spende kam Jens-Uwe Beucke durch Isa Harneit, die sich ehrenamtlich vor Ort in der Flüchtlingshilfe engagiert und mit Beucke – beide wohnen in Strande – bekannt ist. „Ich weiß, dass die Spende hier gut angelegt ist, dass sie hier dort ankommt, wo sie hilft“, so Beucke. Die Frage, die am Montag im Raum stand: Wer ist schneller? Die Männer mit dem Zusammenbau der Möbel oder die Frauen mit dem Anheizen des Grills für das anschließende Beisammensein bei Kaffee, Kuchen, Selters und Gegrilltem. Vorteil der Männer: Solange die Tische nicht fertig waren, konnten die Frauen sie nicht decken.

Die Flüchtlingshilfe hat sich im Bereich des Amtes Dänischenhagen seit der ersten Infoveranstaltung im November vergangenen Jahres (wir berichteten) „sehr gut entwickelt“, wie Amtsleiter Paulsen feststellte. Über 40 ehrenamtliche Helfer unterstützen die neuen Mitbürger – von alltäglichen Dingen wie Einkaufen, Behördengängen, Arztbesuchen oder Organisieren eines Übersetzers bis hin zum Erlernen der deutschen Sprache. Circa 30 Bewohner – von allein gekommenen Jugendlichen bis hin zu Familien aus Eritrea, Mazedonien, Tschetschenien, Armenien und dem Iran – leben laut Sönke Boysen in den beiden Häusern der Unterkunft an der Dänischenhagener Straße solange, bis ihr Flüchtlingsstatus anerkannt ist und sie dezentral untergebracht werden.

Auch die Integration scheint perfekt zu funktionieren. „Sowohl im MTV Dänischenhagen, im Sportclub Strande oder auch im TSV Schilksee sind Bewohner als Mitglieder eingetragen. Und ein Café, in dem Flüchtlinge und Deutsche sich treffen können, ähnlich dem „Café International“ in Altenholz, ist in Vorbereitung“, wie Thomas Behrenbruch, Gemeindevertreter in Strande und ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe tätig, sagte.

Auf die Frage, ob weitere Spenden benötigt werden, meinte Erwin Jordan fast erleichtert: „Zur Zeit nicht wirklich. Durch die Landesmittel von knapp 100 Euro pro Flüchtling und Quartal sind wir derzeit nicht zwingend auf Spenden angewiesen“. Nichtsdestotrotz oder auch gerade deshalb freuten sich alle über die neuen Gartenmöbel von Jens-Uwe Beucke.

Einerseits boten sie den Bewohnern am Montag Gelegenheit, mal wieder richtig anzupacken, andererseits bieten sie ihnen jetzt bei schönem Wetter bessere Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien. Und das wurde sofort nach dem Aufbau dann auch gleich ausgiebig getestet.


Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen