Jubiläum : Mit einer Elterninitiative fing alles an

Für jedes Jahr eine Kerze: das 20-jährige Bestehen der Kita Am Sportplatz wird  mit einem Festakt gewürdigt.
Für jedes Jahr eine Kerze: das 20-jährige Bestehen der Kita Am Sportplatz wird mit einem Festakt gewürdigt.

60 Mädchen und Jungen aus der Kita Am Sportplatz in Gettorf feiern in diesen Tagen 20-jähriges Bestehen der Einrichtung

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18. Juni 2014, 06:00 Uhr

„Die Art und Weise, wie Kinder ihren Willen durchsetzen wollen, hat sich nicht verändert“, sagt Birgit Gang, Leiterin der Kita am Sportplatz, mit einem Lachen. Die Einrichtung besteht 20 Jahre, und das wird in dieser Woche mit verschiedenen Aktivitäten gefeiert.

Den Anfang machte gestern der Festakt mit Bürgermeister Jürgen Baasch und Ehrenbürger Peter Krayenhagen. Die gesamte Kindertagesstätte war mit der Zahl 20 dekoriert, an einer Pinnwand hingen Zeitungsartikel aus den zurückliegenden Jahren. Chronologisch konnten die Gäste so die Entwicklung der Kita betrachten. Auf Drängen einer Elterninitiative sei sie 1994 eröffnet worden, erinnerte Birgit Gang. Schwerpunkt war schon immer die Integration. Bis heute bietet eine der drei Gruppen vier Plätze für Kinder mit Handicap. Daneben gibt es zwei Regelgruppen, die zunächst als Ganztags- und als Hortgruppe liefen. „1997 wurde die Ganztagsgruppe geschlossen, weil es keine Nachfrage gab“, berichtete Gang – eine Entwicklung, die heute nur schwer vorstellbar ist, alle Gruppen sind voll belegt. Später gab es dann zwei Hortgruppen, die mit der Einführung der Betreuten Grundschule in Regelgruppen umgewandelt wurden.

Neben Birgit Gang gehören zwei Fachkräfte je Gruppe, zwei FSJler und eine Kollegin aus der Werkstatt am Drachensee zum Kita-Team. „Wir unterstützen den Integrationsgedanken auch bei den Erwachsenen“, machte die Leitern der Kita deutlich. Von 7 bis 16 Uhr sind sie für die Kinder da, die auch gemeinsam zu Mittag essen. Eine Catering-Firma aus Kiel liefert die Mahlzeit, die nach Wunsch entweder vegetarisch, ohne Schweinefleisch oder nach bewährter Hausmannskost zubereitet ist. Als Nachtisch und für Zwischendurch gibt es immer frisches Obst.

Nicht nur der Bedarf an Betreuung hat sich seit Öffnung der Kita im März 1994 verändert. Die Arbeit mit den Kindern ist auch eine andere geworden, stellt Gang fest. „Früher hatten wir viel Zeit zum Spielen und für intensiven Kontakt mit den Kleinen. Heute nehmen die Dokumentation und die Elternarbeit viel Zeit in Anspruch“, erklärte die Kita-Leiterin. Die Kinder seien nicht leichter geworden, der Einfluss von Handys und Medien bestimme ihren Alltag sehr stark – auch in dem jungen Alter schon. Manchen Eltern müsse aufgezeigt werden, dass sie ihrem Kind einen Korridor vorgeben, in dem es sich bewegt. Ihre Freude am Job, den Birgit Gang nunmehr 35 Jahre ausübt, hat sie nicht verloren. Die Begeisterungsfähigkeit, die man in Kindern erzeugen könne, wenn einem die Arbeit Spaß mache, die Neugier der Kleinen und ihre Entwicklung in den drei Jahren in der Kita zu verfolgen – das sei eine große Freude, schwärmt Gang.

Mit Blick in die Zukunft hofft sie, dass bei der Auflösung des Sportplatzes am Ringweg, wo ein Neubaugebiet entstehen soll, auch die Kita bedacht wird. Denn ihr Name ist Programm – das Areal wird nicht nur zum Fußballspielen und Laufen genutzt, der Hang bietet sich im Winter zum Rodeln an, im Sommer zum Herunterkullern. Alles Übungen, die der Körpererfahrung dienen. Bürgermeister Baasch kündigte in seiner kleinen Festrede an, dass bei der Umgestaltung des Sportplatzes das Außengelände der Kita vergrößert und verschönert werden soll. Außerdem bekommen die Räumlichkeiten in den Sommerferien einen neuen Fußboden.

Nach dem Festakt gestern steht heute ein Fest für die Kinder mit Schminken, Dosenwerfen, Zöpfeflechten und Grillen an. Am Freitag wird dann ab 14 Uhr ein großes Sommerfest mit Geschwistern und Eltern gefeiert. Bestandteil davon ist ein gesundes Buffet, nach Rezepten, die die Mütter und Väter sich aus Anregungen des Ernährungs-Projekts Tigerkids ausgesucht haben. „Die Idee wurde gut angenommen. Wir sind schon sehr gespannt“, sagte Birgit Gang. Den Schlusspunkt unter die Festwoche setzt am Montag das Holzwurm-Puppentheater.

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