zur Navigation springen

Fachtagung : Mit der Wärmewende zum Klimaschutzziel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Minister Dr. Robert Habeck zu Gast bei der Fachtagung „Gebäude energetisch optimieren“.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2015 | 06:02 Uhr

Schleswig-Holstein sieht sich in einer Vorreiterrolle bei der Energiewende. „Es handelt sich aber zurzeit nur um eine Stromwende“, hat gestern Vormittag der Energiewendeminister Dr. Robert Habeck in der Eckernförde Stadthalle gesagt. „Wenn wir aber die Klimaschutzziele von 80 Prozent CO2- freier Energieerzeugung auf Bundesebene bis zum Jahr 2050 erfüllen wollen, müssen wir den nächsten Schritt gehen, und das ist die Wärmewende.“

Seine Worte fielen auf fruchtbaren Boden: Rund 300 Architekten, Ingenieure und Mitarbeiter aus Bauverwaltungen waren zur 18. Fachtagung des Ingenieurbüros Vollert (KAplus) aus Eckernförde gekommen. Der Titel der ganztägigen Veranstaltung: „Gebäude energetisch optimieren“. In diesem Jahr standen in den Vorträgen dabei nicht die einzelnen Häuser im Fokus, sondern die Energieeffizienz ganzer Quartiere.

Ein Thema, das sich auch Robert Habeck auf die Fahnen geschrieben hat. In seiner Begrüßungsrede beschwor er die Kombination aus CO2-freier Energieerzeugung in großformatigen Wärmesystemen wie Nah- oder Fernwärme und der modernen Dämmtechnik im Bausektor. Der Politik falle die Aufgabe zu, die Wärmewende auszulösen. So sei ein Klimaschutzgesetz in Planung, das den Kommunen die geeigneten Werkzeuge in die Hand gibt, die notwendigen Daten für ihre Planung zu erheben. Förderprogramme würden Geld für die Erstellung von Planungskonzepten bereitstellen, und schließlich gebe es noch die Möglichkeit, Projekte über die Aktiv-Region bezuschussen zu lassen.

Einen Seitenhieb gab es noch auf den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, dessen CSU bei der steuerlichen Absetzbarkeit für Gebäudesanierungen auf die Bremse tritt. „Es ist ärgerlich, dass Bayern immer wieder die Konzepte zerschlägt.“

Einer Meinung waren der Minister und Tagungs-Organisator Sören Vollert, der sich auch als bürgerliches Mitglied der Grünen im Eckernförder Bauausschuss engagiert: „Ich bin froh, wenn die Leute durch eine energetische Sanierung die Werterhaltung ihrer Gebäude zu schätzen wissen und nicht nur auf die Förderung sehen. Der Wohnkomfort wird besser, und man spart auch noch Energie.“ Das sei die eigentliche Amortisation. „Schließlich muss sich jeder, der sich nicht um sein Gebäude kümmert, darüber im Klaren sein, dass er irgendwann Leerstände haben wird.“ Habeck pflichtete ihm bei: „Niemand fragt, wann sich sein neuer Plasma-Fernseher oder sein neues Sofa amortisiert. Nur bei energetischer Sanierung wird mit spitzer Feder gerechnet.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen