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Reisen per traktor : Mit dem Traktor von der Schweiz bis nach Island

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Schweizer Reiner Huttasch möchte bis Ende Oktober 10 000 Kilometer zurücklegen. Seit dem 7. Mai ist er mit Trecker und Hänger unterwegs und macht zurzeit Station bei Freunden in Eckernförde.

Einmal mit dem Traktor nach Island fahren – das ist Reiner Huttaschs großer Traum. Und dieser Traum wird jetzt wahr. Seit dem 7. Mai ist der Schweizer mit seinem Bührer-Traktor und dem weißen Anhänger unterwegs und von Solothurn in drei Wochen mit maximal 23 Stundenkilometern bis nach Eckernförde gefahren. Hier macht er noch bis morgen bei Wolfgang und Gabriele Blunck Station, die er bereits seit 18 Jahren kennt.

Sein Gefährt, das er im Martin-Krebs-Weg geparkt hat, zieht immer wieder faszinierte Blicke von Nachbarn auf sich. Während sich die Männer mehr für den Traktor und dessen Marke interessieren, stehen die Frauen vor dem Anhänger und bewundern die Fenster mit den weißen Gardinen. Auch den Innenraum dürfen sie bestaunen, in dem Huttasch ein Bett, einen Herd, einen Tisch, einen Kaminofen und eine Toilette eingebaut hat. Unter dem Bett stehen Kisten mit Proviant.

Auf die Idee zu dieser außergewöhnlichen Reise ist dem 64-Jährigen, der in Solothurn im ältesten Stadttheater der Schweiz arbeitet, vor zehn Jahren gekommen. Zuerst wollte er sich auf ein Fahrrad schwingen – „doch das wäre zu anstrengend geworden“, sagt er. Eine Alternative war schnell gefunden, und Huttasch schaffte sich insgesamt drei Traktoren und den Hänger an. Nach einer längeren Pause begann er, seine „Reisemobile“ vorzubereiten. Sogar ein Navigationsgerät baute er ein, doch das ist einem der beiden Hinterräder zum Opfer gefallen. Drei Jahre hat es gedauert, bis Traktor und Hänger aufgerüstet waren.

Ursprünglich wollte er mit dem Trecker zum Nordkap aufbrechen. „Da sind aber schon viele hingefahren, deshalb habe ich mich für Island entschieden“, erzählt er. Wenn alles gut geht, möchte er sogar nach Grönland übersetzen. Doch zunächst eins nach dem anderen. Seine Reise hat der Schweizer bis jetzt sehr genossen. Er schwärmt von den vielen netten Menschen, die er kennen gelernt hat und die ihn zum Teil sogar zu sich nach Hause einluden. Sonst übernachtete der Abenteurer auf Campingplätzen. Dort hat er Strom und kann, wenn nötig, Wäsche waschen und kleine Reparaturen am Traktor vornehmen.

Seine Frau ist in der Heimat geblieben, denn die Reise sei ihr zu lang gewesen. Bis Oktober möchte der lebenslustige und gut gelaunte Schweizer 10 000 Kilometer zurücklegen. Am 27. Juni setzt er mit der Fähre von Norwegen auf die Färöer Inseln über. Danach geht es nach Island, wo Huttasch acht Wochen lang Station macht. Im Anschluss ist eine Reise durch Schottland, England, Belgien, Luxemburg und Frankreich geplant, bis die Tour Ende Oktober nach sechs Monaten in Solothurn endet.

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erstellt am 31.Mai.2014 | 06:30 Uhr

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