zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

18. Dezember 2017 | 08:40 Uhr

Floßprojekt : Mit dem Floß zur Kieler Woche

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Drei Zimmermanngesellen auf der Walz wollen ein Floß in Rieseby bauen / Im Juni segeln sie über Schlei und Ostsee zur Kieler Woche

von
erstellt am 12.Apr.2017 | 06:33 Uhr

Rieseby | Zur Kieler Woche werden tausende von Wasserfahrzeugen in der Landeshauptstadt erwartet – gebaut aus Holz, Stahl oder Kunststoff. Für die drei Zimmermanngesellen Leon Schroller (21), Vincent Vollmers (20) und Thorben Beyersdorf (22) kommt natürlich nur Holz in Frage. Sie sind auf der Walz und wollen von Rieseby schleiabwärts und über die Ostsee, mit einem Floß, zur Kieler Woche fahren. Noch ist das eine wilde Idee, aber die drei sind überzeugt, ihren Traum zu erfüllen.

Wie sie das Floß bauen wollen, das wissen sie noch nicht im Detail. Die Idee hatten sie auf einer ihrer Wanderungen. Je mehr sie darüber sprachen, und Ideen von außen hinzu kamen, desto realistischer wurden die Vorstellungen, sagt Thorben. Als sie in Eckernförde in einer Kneipe in der Gäthjestraße ins Gespräch kamen, da wurden sie an Sebastian Wähnert verwiesen. Dieser betreibt am Gut Büstorf seine Firma Schlei Holz. „Ich fand die Idee sofort super“, betont er und lud die Jungs ein. Nun waren die drei Wandergesellen auf Durchreise für zwei Tage bei ihm in der Sägerei und konnten ihren Traum vom Floß weiter spinnen. „Eins kommt zum anderen“, erzählt Leon, der erst Mitte März aus seiner Heimatgemeinde Zschornewitz (Sachsen-Anhalt) zur Walz los zog.

Das Holz für ihr Floß haben die Jungs schon. Das stiftet ihnen Sebastian Wähnert. Noch aber liegt es in Form von etwa 20 sechs Meter langen Fichtenstämmen auf dem Lagerplatz bei Sebastian Wähnert. „Aus rund wird eckig“, erläutert Leon, und meint damit ihre erste Arbeit, wenn sie Anfang Juni die rund sieben Festmeter Holz sägen müssen. „Sebastian ist uns eine große Hilfe“, findet Vincent, der im Oktober des Vorjahres gemeinsam mit Thorben aus Trittau, beziehungsweise dem Nachbarort Grönwohld, auf die Walz startete. In Halle trafen sie vor drei Wochen auf Leon und sind nun gemeinsam unterwegs Richtung Norden. „Das ist die beste Zeit meines Lebens“, schwärmt Leon. Er und seine Kumpels müssen drei Jahre und einen Tag ihrer Heimat den Rücken kehren und dabei verschiedene Auflagen der Bruderschaft erfüllen. Für sie kein Problem, wollen sie doch in vielen Ländern und Regionen etwas über Holzbearbeitung erlernen. Vermutlich geht es erstmal nach Skandinavien, „da wird auch viel mit Holz gemacht“, meint Thorben. Aber auch Kanada, Neuseeland und Australien reizen sie.

Nun aber geht es erstmal um ihr Floß. Bis Juni wollen sie ein paar Pläne zeichnen und versuchen Material zusammenzutragen, beziehungsweise es dank Wähnerts Hilfe bei Schlei Holz zu lagern. So wollen sie auf dem Floß auch eine überdachte Kabine bauen, wo sie schlafen können. „Wir fühlen uns ein bisschen wie Huckleberry Finn“, schildert Thorben und hofft, dass sie schön entspannt dahin schippern können.

Was ihnen noch etwas Sorgen bereitet ist die richtige Austarierung des Wasserfahrzeugs. Sicherheitshalber werden sie Schwimmwesten tragen. Auch die nötigen Auftriebsmittel haben sie noch nicht. So denken sie an große Fässer oder an mächtige KG-Rohre, die dem Floß den nötigen Auftrieb verleihen. Neben einem Segelmast wollen sie auch einen kleinen Außenbordmotor installieren. Bisher könnten sie einen 6-PS-Motor nutzen, doch der ist „vermutlich zu schwach“, vermutet Thorben.

„Die Jungs unterstütze ich gerne“, beteuert Sebastian Wähnert und hört sich auch nach Material um. Noch wissen sie nicht genau, wie sie das Floß von der Sägerei auf die Schlei bekommen. Aber „das wird schon“, meint Wähnert. Wer die Zimmerer bei ihrem Projekt unterstützen möchte oder Floßbauideen hat, der kann sich unter Tel. 0172/1736482 an Wähnert wenden. Mobiltelefone haben die Jungs nicht, das lässt die Bruderschaft nicht zu.

Wohin ihr Weg sie jetzt führt wissen sie noch nicht. Sicher ist nur, sie werden rechzeitig zurück an die Schlei kommen, um ihr Floß zu bauen. Wie lange sie dann für die Seefahrt nach Kiel brauchen, das müssen sie noch berechnen. „Unser Ziel ist die Kieler Woche“, sagt Thorben und „wir haben Zeit“. Da sie das Floß auf ihrer weiteren Walz nicht benötigen, überlegen sie es bei der Kieler Woche für einen guten Zweck zu versteigern. Doch auch hier sind sind sie noch auf Unterstützung angewiesen.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen