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Vogelzucht : Mit dem Bundessieger zur Meisterschaft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kanarienvogelzüchter Walter Thießen aus Noer hat einen Bundessieger unter seinen Tieren. Heute fährt er zur Deutschen Meisterschaft.

Noer | Gerechnet hat er damit nicht. Züchter Walter Thießen aus Noer hat den schönsten Kanarienvogel des Farbschlags „aufgehellt gelb mosaik Typ 1“ in ganz Deutschland. Im November fuhr er mit einigen seiner Vögel zur Bundesschau nach Kassel und kam mit einem Bundessieger zurück.

Der Erfolg motiviert. Den Champion hat Thießen bereits wieder in einen eigenen Käfig gesetzt. Mit ihm und fünf weiteren Vögeln fährt er heute zu den Deutschen Meisterschaften vom 7. bis 10. Januar nach Bad Salzuflen in Nordrhein-Westfalen. „Die Vögel dieses Farbschlags müssen weiß sein, an den Flügeln nur ein bisschen gelb, die Weibchen hinter dem Auge einen kleinen, gelben Punkt haben“, erklärt er. „Gar nicht so einfach, das genau so zu erreichen.“

Walter Thießen ist 64 Jahre alt, seit kurzem Rentner und Mitglied im Büdelsdorfer Vogelliebhaber- und Vogelschutzverein von 1981. Er hat um die 130 Vögel, davon 20 Zuchtpaare. Als Züchter hat er vor etwa 15 Jahren ganz klein angefangen. Der Nachbar hatte Kanarienvögel. Er dachte, in das eigene Gartenhaus könnte auch etwas Leben einziehen. Er fuhr nach Osdorf und holte sich vier, fünf Kanarienvögel. Sittiche, wusste er, wären zu laut, um sie in einer Wohnsiedlung zu halten. „Da bekommt man Ärger mit den Nachbarn.“ Die Farbkanarien fand er hübsch, die Männchen sangen schön, die Vögel waren lieb und zahm. Er fing an zu züchten, fuhr regelmäßig zur Vogelbörse nach Kellinghusen, um Vögel zu verkaufen, lernte dort gute Züchter kennen und besorgte sich Vögel, um einen guten Stamm aufzubauen. Einmal meinte ein Züchter zu ihm: „Mensch, du hast doch richtig gute Vögel. Stell doch mal aus.“

Das war vor drei Jahren. Im ersten Jahr lief es noch nicht so, aber schon im zweiten Jahr gewann er Schauklassen, im dritten Jahr wurde einer seiner Vögel des Farbschlags „aufgehellt gelb intensiv“ in Rendsburg Landesmeister. „Das war für mich schon ein großer Erfolg“, gesteht Walter Thießen. „Ich habe mich sehr gefreut.“ Höhepunkt jedoch war die Bundesschau im November in Kassel, wo sein Vogel zum Bundessieger gekürt wurde. „Das war die größte Überraschung“, sagt er. „Im dritten Jahr gleich einen Bundessieger zu haben, das ist schon was. Manche Züchter sind seit 30 Jahren dabei.“ Jetzt hofft er auf die Deutschen Meisterschaften. Etwa 3000 Kanarienvögel werden dort gezeigt. Walter Thießen bleibt bescheiden. „Ich werde einfach nur hinfahren und abwarten, was dabei herauskommt“, sagt er. „Man weiß ja nie, wie sich die Vögel in dem Moment der Bewertung geben und worauf die Zuchtrichter gerade stehen.“

Seinen Vögeln tut er Gutes. Er gibt ihnen ein spezielles Körnerfutter, den Jungtieren Eifutter. Dazu Äpfel, Salat, Löwenzahn und Vogelmiere für die Vitamine. Mehr will er nicht verraten. „Jeder hat seinen eigenen Stil“, sagt er, schmunzelt. „Das gibt man ja nicht so preis. Ich mache viel auf Naturbasis.“ Walter Thießen verbringt viel Zeit mit seiner Zucht. Er liest viel Fachliteratur, trifft sich mit Vereinskollegen, fährt über den Verein zu Vogelschauen in die Niederlande und nach Belgien. „Es ist gut, wenn man im Verein ist“, findet er. „Man tauscht sich aus und lernt viel dazu.“ Die Volieren in seinem Garten hat er alle selbst gebaut. Als Tischler kein Problem für ihn. Es macht ihm Spaß. „Es ist ein schönes Hobby“, findet er. Schon zeitaufwändig, denn er muss die Volieren hygienisch sauber halten. Aber er freut sich, aus dem Haus zu kommen, gerade als Rentner. Und er hat inzwischen viele Freundschaften geschlossen. Seine Frau Karin kommt dazu. Sie lacht und meint: „Bei Walter Vogel zu sein, das ist schon gut.“

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