Jubiläum : Mit Damper Wissen in die Berufswelt

Schulleiterin Ingeborg Holla-Dettmer (2.v.l.) lässt sich von Finja Schnaars (v.l.), Merrit Hartmann und Isabelle Müller zeigen, wie sie den Kurs anleiten mit Thera-Bändern zu arbeiten.
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Schulleiterin Ingeborg Holla-Dettmer (2.v.l.) lässt sich von Finja Schnaars (v.l.), Merrit Hartmann und Isabelle Müller zeigen, wie sie den Kurs anleiten mit Thera-Bändern zu arbeiten.

Damper Physiotherapieschule wird am 1. April 40 Jahre alt. Gründer Hannes Schoberth verband Theorie und Praxis.

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31. März 2018, 06:16 Uhr

Damp | Die Physiotherapieschule der Helios Ostseeklinik Damp feiert am 1. April ihren 40. Geburtstag. „Die Einrichtung wurde 1978 von Hannes Schoberth gegründet, der davor bis 1971 Mannschaftsarzt des deutschen Fußball-Nationalteams war“, berichtet Ingeborg Holla-Dettmer. Die 57-jährige Sportwissenschaftlerin ist seit 2005 Leiterin der Physiotherapieschule (PT-Schule). „Damals war Damp Olympiastützpunkt für Fußball.“

Schoberth habe die Schule gegründet, um seine Nachfolger auszubilden. „Er hat erkannt, wie wichtig Physiotherapie ist und dass Theorie und Praxis zusammengehören“, erklärt Holla-Dettmer. Seitdem wurden in Damp mehr als 1300 Schüler ausgebildet. In der PT-Schule wird auch heute noch die Idee Schoberths aufgegriffen, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Seit jeher werden die Schüler mehr in der Praxis eingesetzt, als es die Ausbildung vorgibt. In den 40 Jahren hat sich aber auch vieles weiterentwickelt.

„Zu Beginn war Schoberth ärztlicher Direktor mit Anneliese Scheffler als Leiterin zusammen. Damals waren viele Honorarkräfte beschäftigt, darunter auch Sportmediziner und Physiotherapeuten.“ Heute sind vier Vollkräfte fest angestellt. Dazu kommen 20 Honorarkräfte. Am Anfang waren es 20 Schüler pro Jahrgang. Jetzt sind es bis zu 30. Die Hörsäle waren zunächst in der Ostseeklinik.

Seit 1994 ist die Ausbildung dreijährig, vorher war sie zweijährig. 1994 wurde zugleich der Lehrplan zuletzt geändert. „Da kamen Bewegungs- und Trainingslehre dazu.“ Im Jahr 2000 zog die Schule in die jetzigen Räume um. Im Jahr 2007 kam ein Bachelorstudiengang mit dualem System an der FH Kiel dazu. Holla-Dettmer: „Die Studenten haben einen halben Tag in der Woche an der Fachhochschule. Nach der Ausbildung studieren sie noch drei Semester weiter.“

Während der Ausbildung haben die angehenden Physiotherapeuten vormittags Unterricht, nachmittags sind sie im Praktikum. „Die Vernetzung von Schule in die Praxis wurde mehr in den Fokus gesetzt.“ Etwa zehn bis 14 Wochen werden in einem Praktikum absolviert, immer mit Vor-Ort-Betreuung der Fachdozenten. „Wir haben nicht nur viele, sondern auch tolle Dozenten“, sagt die Schulleiterin. Einer davon ist Dr. Matthias Köhler, der ärztliche Direktor der Helios-Reha-Klinik Damp. „Die Schüler gehen regelmäßig in die Dialyse. Da haben sie viele Berührungspunkte, die andere PT-Schüler nicht haben.“ Außerdem sind die PT-Schüler auch außerhalb des Lehrplans unterwegs: „In der betreuten Grundschule Karby sind wir seit 2012 einmal die Woche im Sportunterricht“, so die Schulleiterin. „In der Grundschule Waabs betreuen wir seit 2009 den regulären Sportunterricht.“ Außerdem arbeitet die Einrichtung mit den Kappelner Werkstätten zusammen. Zudem gibt es einen Parkinson-Workshop.

Der Beruf habe sich verändert: „Pysiotherapeuten müssen evidenzbasiert arbeiten: Die Leistung muss messbar sein. Sie machen mehr Tests und müssen mehr Nachweise erbringen“, erklärt Holla-Dettmer. „Und sie müssen schneller behandeln. Früher waren auf einem Rezept 20 Einheiten, jetzt sind es nur noch sechs.“ Das bedeutet, dass Physiotherapeuten heute besser und schneller sein müssen.

Zurzeit befindet sich die PT-Schule in der Bewerbungsphase: „Am 17. April und am 15. Juni sind noch Aufnahmetests. Die drei besten Bewerber bekommen ein Stipendium. Zudem gibt es einen Berufseinsteigerbonus der Helios Reha-Klinik in Damp. Und wer nicht in Damp bleibt, der wird keine Probleme haben, nach der Ausbildung eine Anstellung zu finden. „Eigentlich bekommt hier immer jeder einen Job, das ist überhaupt kein Problem“, weiß die Schulleiterin aus Erfahrung.

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