Literatur : Mit „Carus-Sachen“ Zeit überbrücken

„Tellkamp kann auch klein“. Edition Eichthal-Herausgeber Uwe Jess mit „Die Carus-Sachen“ von Uwe Tellkamp und Skizzen von Andreas Töpfer.
„Tellkamp kann auch klein“. Edition Eichthal-Herausgeber Uwe Jess mit „Die Carus-Sachen“ von Uwe Tellkamp und Skizzen von Andreas Töpfer.

In der Edition Eichthal sind von Uwe Tellkamp „Die Carus-Sachen“ erschienen / Tellkamp besucht den Norden bei Lesereise im März

Dirk_Steinmetz-8463.jpg von
28. September 2017, 06:05 Uhr

Gammelby | Mit „Der Turm“ hat der Dresdner Arzt und Autor Uwe Tellkamp 2008 einen umjubelten 1000-Seiten Roman vorgestellt. Schon seit Jahren wartet die Literaturszene nun auf die Fortsetzung, die möglicherweise 2018 unter dem Titel „Lava“ im Suhrkamp-Verlag erscheinen könnte.

Untätig blieb der 1968 geborene und mit zahlreichen Buchpreisen bedachte Autor Tellkamp nicht. So stand er all die Jahre in Kontakt zu Uwe Jess (77), der, in Gammelby hinter dem Kleinverlag Edition Eichthal steht. Jess, der seitdem er den Beruf des Landwirts an den Nagel hängte, als Herausgeber seine Freude an Büchern und Autoren hat, hatte bereits 2010 mit Tellkamp das Büchlein „Die Uhr“ in seiner Edition Eichthal herausgegeben.

Nun gelang es Jess erneut, Tellkamp für ein Büchlein unter dem Titel „Die Carus-Sachen“, ebenfalls mit Zeichnungen und Skizzen von Andreas Töpfer, zu gewinnen. „Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben“, berichtet Jess, als er 2016 plötzlich von Tellkamp die Zusage erhielt. 14 Tage später waren rund 50 Seiten Text bei Jess. Und da dies für ein Buch wirklich zu sparsam wäre, konnte Jess mit Töpfer erneut einen ausgezeichneten Illustrator und Zeichner gewinnen. Und während Tellkamp in seiner Geschichte „Die Carus-Sachen“ einen Blick auf den bekannten Dresdner Arzt Carl Gustav Carus (1789-1869) wirft, hat Töpfer mit beeindruckend einfachen Darstellungen eine Bilderreise nach Dresden geschaffen. „Es ist wie ein Reiseführer“, so Jess. Und so wird der Leser zunächst auf einen Übersichtsplan geführt, wo die Handlungsorte des Büchleins aufgeführt werden. Es folgen Ansichten und Plätze Dresdens. Durch den Text wird der Leser vom Erzähler „Fabian“ geführt. Dieser ist als Nebenfigur aus „Der Turm“ bekannt. Dichtung und Wahrheit vermischen sich in dem Büchlein über Dresdner Erlebnisse. Für Jess sind das Werk in schickem Leineneinband und die Arbeit mit Tellkamp etwas ganz Besonderes. Selbst in Dresden geboren und 1945 geflüchtet, ist es für Jess eine Zeitreise. Denn die Wohngegend „Weißer Hirsch“ und die Turmstraße sind Jess ein Begriff.

Als er Tellkamp das Buch mit 96 Seiten vorstellte, da sei dieser begeistert gewesen, berichtet Jess weiter. Mehr noch, Jess konnte Tellkamp für eine Lesereise in den Norden gewinnen. Und so wird der Dresdner Autor vom 19. bis 23. März in Schleswig, Kiel, Lübeck und Hamburg aus verschiedenen Werken lesen. „Auf jeden Fall aber aus den Carus-Sachen“, wie Jess erfreut über seine erfolgreiche Einladung an Tellkamp feststellt.

Das Buch ist seit gut fünf Wochen auf dem Markt. „Die erste Auflage ist schon zur Hälfte vergriffen“, berichtet Jess und kündigt an, eine zweite Auflage auf den Markt zubringen. Für die, die sich schon auf die Fortsetzung von „Der Turm“ freuen, dürfte „Die Carus-Sachen“ die Wartezeit darauf etwas verkürzen.

„Die Carus-Sachen“, Text Uwe Tellkamp, Skizzen Andreas Töpfer, erschienen bei Edition Eichthal, 96 Seiten, 18 Euro, ISBN: 978-3-9817066-3-5.

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