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Eckernförder Zeitung

21. August 2017 | 11:06 Uhr

seniorensport : Mit Bewegung fit fürs Alter

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bei der Veranstaltung „Fit ins Alter“ des Kreissportverbandes haben ältere Menschen die Möglichkeiten des sportlichen (Wieder-)Einstiegs kennengelernt.

„Ich würde schon längst im Rollstuhl sitzen, wenn ich den Sport nicht machen würde“ erklärt Gitta Polzin. Die Seniorensportbeauftragte des Kreissportverbandes Rendsburg-Eckernförde weiß genau, was sie dem Sport zu verdanken hat. „Man muss sich bewegen, wenn man etwas für die Gesundheit tun will. Weil ich mich regelmäßig bewege, sind die Prophezeiungen der Ärzte nicht eingetreten“ freut sie sich und tut alles, um ihre Erfahrungen weiterzugeben.

Für jeden ist regelmäßige Bewegung der Schlüssel zu dauerhafter Beweglichkeit. Lust auf Bewegung muss aber sein. Das bedeutet für Viele eine Abkehr von den bisherigen bequemen und oft ungesunden Gewohnheiten. Auch wenn „Fit ins Alter“ von Landessportverband und Krankenkasse organisiert wird, kommt es auf die sportliche Leistungsfähigkeit nicht an. Die Schnupperangebote sollen unter sachkundiger Anleitung einen sportlichen Einstieg in die regelmäßige Nutzung bislang unentdeckter Muskeln ermöglichen. Klar, dass es danach anfangs noch Muskelkater gibt. Der geht aber von selbst vorbei. Was bleibt, ist Beweglichkeit. „Darauf kommt es an, wir betreiben keinen Wettbewerb oder Leistungssport. Wichtig ist, dass man sich bewegt, nicht wer sich am schnellsten bewegt“, so Polzin.

In 16 Gruppen konnte man „Bewegung“ am vergangenen Wochenende im Schulzentrum Süd ausprobieren. Darunter „Zumba für Senioren“: Das ist Ausdauertraining für Herz und Lunge, bei dem auch der Kopf nicht zu kurz kommt. „Eins, zwei, Cha-Cha-Cha“ gibt Inken von Villebois vor. Nach lateinamerikanischen Rhythmen bewegen sich ihre Teilnehmer zur Musik, strecken immer wieder Arme und Beine mehr oder weniger weit. Das strengt an, man fühlt sich danach aber wie neugeboren – nicht nur nach dem ersten Mal.
„Rollator und Reaktion“ bietet Maik Lindner an. Er achtet auf die richtige Körperhaltung: „Nicht gebeugt hinter dem Rollator herlaufen, sondern kerzengerade zwischen den Rädern.“ Dazu verteilt er Schaumstoff-Frisbees an die Teilnehmer. Unter ihnen sind die Mitarbeiter aus Senioreneinrichtungen. Auf dem Kopf getragen, dürfen die Frisbees nicht herunterfallen. „Im Frühtau zu Berge“ läuft, während die Teilnehmer Slalom um die Hütchen eines Parcours fahren. Es folgt „Das Wandern ist des Müllers Lust“. Plötzlich stoppt die Musik – alle sollen sofort anhalten. Eine schnelle Reaktionsfähigkeit ist im hektischen Straßenverkehr unerlässlich. Anschließend werden die Frisbees auf den Boden gelegt: „Das ist das Haus der Großeltern, das ist das Haus euer Kinder und hier wohnen die Enkelkinder. Merkt euch, wo was ist und fahrt dahin“, sagt Lindner. Ein Training für die Gedächtnisleistung. Bei der Angabe des nächsten Ortes werden alle automatisch schneller, vergessen die Vorsicht. Lindner weist darauf hin und bietet weitere Tricks für den Alltag an: „Rückwärts aus dem Bus aussteigen, sonst kippt man vorne über“. Aber das muss in der Praxis noch geübt werden, vorstellen kann man sich das auf dem ebenen Sporthallenboden nur schwer.

Dieser Tag zeigte: Es gibt viele Möglichkeiten, im Alter fit und bewegungsfähig zu bleiben. Nur eines können weder Trainer, Krankenkassen oder Sportverband: frühzeitig den Entschluss fassen, sich zu bewegen. Das ist die erste und oft schwerste Aufgabe.



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erstellt am 23.Sep.2014 | 14:52 Uhr

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