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Gülle-Unfall : Mit Baggern gegen Gülleflut im Garten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Entsorgungsfirma zieht Boden samt Gülle am Unfallhaus in Stubbe ab / Arbeiten voraussichtlich heute abgeschlossen

von
erstellt am 15.Feb.2017 | 06:39 Uhr

Rieseby | Er hat nur wenig Schlaf gefunden die letzten Tage, berichtet Matthias Köppl aus Stubbe. Bei jedem Lkw, der sein Haus passiert, habe er ein besorgtes Gefühl, sagt der 50-Jährige. Am Sonnabend war ein 40-Tonner mit 25  000 Liter Gärsubstrat (Rückstände aus der Biogaserzeugung),beziehungsweise Gülle im Auflieger in der scharfen Linkskurve auf der L 283 Richtung Rieseby an sein Haus gestürzt (wir berichteten). Dabei waren rund 20  000 Liter ausgelaufen. Ein Großteil war bereits am Sonnabend von den Einsatzkräften abgesaugt worden. Gestern nun rückte die Firma Werner Vollert aus Rendsburg mit schwerem Gerät an, um die auf dem Grundstück verbliebenen Reste aufzunehmen.

Baustellenleiter Ralf Bendig schätzt, dass sie 20 bis 30 Kubikmeter Boden mit Substratresten vor dem Haus und vor allem an den Seiten des Grundstücks einsammeln werden. Dabei werden sie den Boden etwa fünf Zentimeter hoch abtragen. Er rechnet damit, dass sie heute fertig werden. Schachtmeister Hans Kochanowski ist mit vier Tiefbauern und drei Entsorgern vor Ort. Dass der Boden noch gefroren ist, erleichtert die Arbeit, sagt er. Und während links des Hauses ein kleiner schmaler Bagger das mehrere Zentimeter dicke Material zusammen zieht, ist auf der anderen Hausseite der große Bagger im Einsatz. Das zusammen gefahrene Material wird mit dem Radlader zum wartenden Container gefahren. Mit Wasserhochdruck wird außerdem die Gebäudewand gesäubert und die Wege gereinigt. Die Flüssigkeit wird dann abgesaugt.

Der Rohstoff wird auf einer landwirtschaftlichen Fläche in der Region abgelagert und zunächst mit einer Plane abgedeckt, berichtet Bendig von den Vorgaben der Unteren Wasserbehörde des Kreises. Später, wenn wieder Düngerzeit ist, soll der Boden samt Substrat auf Maisflächen ausgebracht werden.

Diese Vorgehen bestätigte auch Pressesprecher Martin Schmedtje von der Kreisverwaltung. Danach sei der Bodenabtrag, da er unbedenklich ist, einer landwirtschaftlichen Verwendung zuzuführen. Eine Gewässerverunreinigung sei bei einer Begehung durch Fachleute nicht festgestellt worden. Zur Sicherheit werde aber noch eine Wasserprobe analysiert, so Schmedtje.

Während Hauseigentümer Köppl noch in seiner Haushälfte wohnt, sind seine Mieter aus der stark beschädigten zweiten Haushälfte ausgezogen. „Die zweite Hausseite ist nicht bewohnbar“, berichtet Köppl. Er stehe in engem Kontakt zu seiner Versicherung und hoffe auf schnelle Bearbeitung. Zugleich wird noch einmal ein Statiker das Gebäude untersuchen. Seit dem Unfall komme er sich „wie im Zoo vor“, sagt Köppl, und schüttelt den Kopf. Ein Gutes habe der Unfall, bei dem glücklicherweise niemand zu Tode kam, aber, sagt er. Die Leute fahren jetzt endlich langsamer in der Kurve. Schade, dass erst etwas passieren muss, bis sich die Leute an das Tempolimit halten. Das bestätigt auch sein Nachbar Hans-Peter Goos. Der Unfallort sei am Sonntag das reinste Ausflugsziel gewesen.

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