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theater mit puppen : Mit 300 Puppen durch Schleswig-Holstein

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Lauenburger Puppentheater gastiert voraussichtlich zum letzten Mal in Eckernförde. Der Zelt-Festplatz soll künftig Urlaubern mit Wohnmobilen zur Verfügung gestellt werden. Heinz Lauenburg ist noch auf der Suche nach einer Alternative.

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2014 | 06:22 Uhr

300 Puppen gehören zum Repertoire von Heinz-Hubert Lauenburger und seiner Frau Angelique. Die beiden sind schon in der sechsten Generation mit ihrem Puppentheater unterwegs. Bis Montag führen sie ihr aktuelles Theaterstück „Pettersson und Findus“ auf dem Zelt-Festplatz am Kakabellenweg auf.

Schon eine halbe Stunde vor der ersten Vorstellung bildet sich eine Schlange vor der Kasse am Zelteingang. Auch wenn die Sonne und der blaue Himmel eher zu einen Strandbesuch einladen, möchten viele Kinder die Vorstellung von „Pettersson und Findus“ sehen. Auch der fünfjährige Maikel, der Sohn der Lauenburgers, freut sich über die kleinen Besucher, mit denen er bis zum Vorstellungsbeginn über das Gelände tollt. Seine Eltern bereiten währenddessen alles für den Auftritt vor. Die 15 Puppen werden in der richtigen Reihenfolge auf einem Tisch bereit gelegt und Licht und Musik eingestellt. Dann kann es losgehen.

Da Heinz Lauenburger die Stücke nur mit seiner Frau präsentiert, muss jeder mehrere Rollen spielen. Die Texte lernt das Ehepaar abends. Vier bis fünf Wochen dauern die Proben insgesamt. „Ein guter Schauspieler sollte seine Rolle in drei Wochen können“, sagt Lauenburger. Auch Maikel würde gerne eine Rolle übernehmen, doch dafür sind seine Arme noch zu kurz. Seine Vater hofft jedoch, dass das Theater in der siebten Generation weiterläuft. „Mein Ur-Großvater hat viele der Puppen selbst geschnitzt, und es wäre schade, diese irgendwann mal im Museum zu sehen“, erklärt er.

„Jedes Stück wird ein Jahr lang aufgeführt, danach wechseln wir.“ Sonst würde es langweilig. „Pettersson und Findus“ ist noch bis September im Programm, danach geht das Puppentheater mit dem „Räuber Hotzenplotz“ auf Tour. Zum Publikum des Theaters gehören hauptsächlich Kindergartenkinder. Mitte August startet jedoch auch ein Stück für Erwachsene: „Doktor Faust“. Den haben Lauenburgers Großvater und Ur-Großvater schon mit Marionetten aufgeführt. Bei der Auswahl der Stücke richtet sich das Puppentheater nach der Bestsellerliste der Kinderbücher.

Am Sonntag ist das Puppentheater nach 40 Jahren wohl zum letzten Mal in Eckernförde. Der Zelt-Festplatz soll künftig Urlaubern mit Wohnmobilen zur Verfügung stehen. Eine Alternative hat Heinz Lauenburger noch nicht gefunden. Fest steht jedoch, dass er im nächsten Jahr wieder in die Förde-Stadt kommen möchte – aber nicht mit „Pettersson und Findus“.

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