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Reitlehrer aus Gettorf Verurteilt : Missbrauch: Reitlehrer muss vier Jahre in Haft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Landesgericht blieb mit Urteil unter der Forderung der Staatsanwaltschaft/ Kein Berufsverbot für Verurteilten

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2017 | 09:18 Uhr

Gettorf | Wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer Schülerin hat das Landgericht Kiel einen Reitlehrer aus Gettorf zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Das Gericht sah es gestern als erwiesen an, dass der 46-Jährige das 13 Jahre alte Mädchen in insgesamt 18 Fällen missbrauchte, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Der Mann hatte sich in dem Verfahren weitgehend geständig gezeigt.

Zu dem Missbrauch auf einem Reiterhof war es im Zeitraum zwischen April 2015 und April 2016 gekommen. Die Eltern des Kindes erstatteten schließlich Anzeige. Mit seinem Urteil blieb das Landgericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Sie hatte eine Strafe in Höhe von vier Jahren und neun Monaten sowie ein dreijähriges Berufsverbot gefordert. Ein Berufsverbot verhängte das Gericht aber nicht. Der Mann muss allerdings 10 000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Die Verteidigung hatte in dem Prozess auf eine Verurteilung zu drei Jahren und acht Monaten plädiert.

Zur Erinnerung: 2016 waren die Vorwürfe gegen den Reitlehrer bekannt geworden und Haftbefehl wurde erlassen. Da damals die Wiederholungsgefahr als niedrig eingestuft wurde, setzte der Richter am Amtsgericht Eckernförde den Haftantrag außer Vollzug – der Reitlehrer wurde mit Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen allerdings ergaben, dass der damals 45-Jährige sich nicht an die Auflagen gehalten und wiederholt versucht haben soll, Kontakt zu der 13-Jährigen aufzunehmen. Es habe Verdunklungsgefahr bestanden, erklärte Kiels Oberstaatsanwalt Axel Bieler und es wurde ein Antrag auf Wiederinstandsetzung des Haftbefehls gestellt. Das Amtsgericht Eckernförde war dem Antrag gefolgt. Daraufhin wurde der Mann im Kreis Plön, wo er zu der Zeit wohnte, festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Seitdem saß der Angeklagte in Neumünster in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelte und sprach damals von 20 sexuellen Handlungen, die meisten davon mit der zu dem Zeitpunkt 13-Jährigen, die nach Paragraph 176 Strafgesetzbuch noch als Kind zu betrachten ist. „ Solange das Mädchen 13 war, ist es auch ganz egal, was sie gemacht hat. Sie kann sich dem Mann nackt an den Hals geworfen haben, in diesem Moment ist sie das Kind und er der Erwachsene, der Nein sagen muss“, machte Oberstaatsanwalt Axel Bieler damals deutlich.

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