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Ministerin: Kultur stärken, aber kein Geld für Gilden und Denkmalschutz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2013 | 05:48 Uhr

Der Abend passte gut in die Wahlkampfzeit, das räumte der SPD-Bundestagsabgeordnete Sönke Rix ein. Doch die Einladung an die Landesministerin für Justiz, Kultur und Europa, Anke Spoorendonk (SSW), habe er schon viel früher ausgesprochen. So stand für die Ministerin bei der SPD-Veranstaltung „Kultur & Politik“ am Montagabend in der Galerie 66 weniger die Kandidatur im Vordergrund: „Ich komme gern, wenn es um die Kultur geht“, sagte Anke Spoorendonk.

Bluegrass-Musik, Getränke und Häppchen sollten für eine lockere Atmosphäre sorgen, in der die rund 50 Gäste mit der Ministerin und Sönke Rix auf dem Podium schnell ins Gespräch kommen konnten. Davon machten sie durchaus Gebrauch. Nachdem Spoorendonk im Podiumsgespräch mit Rix zuvor betont hatte, dass die Kultur im Land besonders von der Vorgängerregierung stiefmütterlich behandelt wurde, meldete sich Karl-Heinz Groth aus Goosefeld zu Wort. Deshalb sei das Spendenparlament eingerichtet worden, zu dessen Gründungsmitgliedern er gehöre. Seine Frage, ob es mit finanzieller Förderung rechnen könne, beantwortete Anke Spoorendonk negativ. „Es ist das alte Problem, dass die Richtlinien die Förderung privater Initiativen nicht zulassen“, so die Ministerin. Das bedaure sie, weil das Spendenparlament „Arbeit auf Fußbodenebene“ leiste, wo kleine kulturelle Initiativen mit geringen Fördersummen viel leisteten.

Dazu gehört auch der Verein Alte Fischräucherei, der bereits vom Spendenparlament profitiert hat. Vorsitzende Katharina Mahrt nahm die Gelegenheit wahr, die Ministerin auf deren Ansinnen, den Denkmalschutz zu stärken, anzusprechen: „Bedeutet das auch, dafür mehr Geld bereit zu stellen?“ Spoorendonk verwies darauf, dass das Land dabei auf Mittel aus dem Bundeshaushalt angewiesen sei. Doch in den Prozess zu einem neuen Denkmalschutzgesetz seien Regionalkonferenzen integriert, die für Ideen offen seien. Etwa für den Vorschlag Katharina Mahrts: Gruppen wie der Verein Alte Fischräucherei, die an Denkmalschutzprojekten arbeiten, könnten sich vernetzen, um sich gegenseitig zu helfen.

Lorenz Marckwardt als Vorsitzender der Borbyer Gilde sprach die Ministerin auf die Rolle der Gilden als Vermittler von Kultur, Brauchtum und Sitte an – ob ihr das nicht mehr Unterstützung wert wäre. „Das verstehe ich. Ich kann aber nicht alle Anträge positiv bescheiden. Die Stadt Eckernförde hat auch eine Verantwortung“, so Spoorendonk.

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