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Ausstellung in kita borby : Minijob – eine Sackgasse für die Frauen?

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Anregungen, Tipps und Kontakte will die Wanderausstellung „Minijob – Minichancen“ in der Kita Borby geben. Bei der öffentlichen Eröffnung am 11. Januar stehen die Initiatoren für Gespräche zur Verfügung.

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2016 | 18:16 Uhr

Eckernförde | Viele Frauen sind in einem Minijob beschäftigt. Die Gründe sind unterschiedlich: Zum einen glauben die Frauen, anders als in einem regulären Arbeitsverhältnis, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen, zum anderen erhoffen sie sich vom Einstieg in den Minijob eine Brücke in eine sozialversicherungspflichtige Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung. Studien haben ergeben, dass diese Form der Beschäftigung ein echtes Risiko darstellt. Nicht allzu selten bleiben die Frauen in dem Minijob kleben. Das hat Auswirkungen auf die Rente im Alter – eine Altersarmut droht, da die Frauen nur Minirenten erwirtschaften. Über die Risiken dieser Beschäftigungsform will die Wanderausstellung „Minijob – Minichancen“ aufklären.

Nina Jess, Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Schlei-Ostsee, und Bibeth von Lüttichau, Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Hüttener Berge, präsentieren die Ausstellung gemeinsam mit dem Beratungsbüro von Frau & Beruf der Diakonie Ostholstein und des Familienzentrums Borby. Eröffnet wird sie am Montag, 11. Januar, um 15 Uhr.

„Die Ausstellung richtet sich hauptsächlich an Frauen. Die Galerie in der Kita ist ein Ort, der hoffentlich keine Hemmschwellen bei den Interessierten erzeugt, so dass die Ausstellung für jede Frau erreichbar ist“, erklärt Nina Jess im Vorbereitungsgespräch. Die Ausstellung stammt aus Münster und ist seit September letzten Jahres in den acht Beratungsregionen von Frau & Beruf in Schleswig-Holstein unterwegs. Eckernförde ist die fünfte Station.

84 Prozent der aktuell ausschließlich im Minijob tätigen Frauen sind verheiratet. Durch die familiären Verpflichtungen ist der Minijob für die Frauen attraktiv. Er bringt kurzfristig Geld in die Familienkasse ohne weitere Abzüge, die Frau ist durch die Familienversicherung krankenversichert. In die Zukunft geschaut „ist der Minijob nicht existenzsichernd“, sagt Dr. Christiane Kaiser von Frau & Beruf. „Es ist ein Mythos, dass arbeitsrechtliche Forderungen für den Minijob nicht gelten“, bestätigt Thorsten Rahn von der Arbeitsagentur Eckernförde. Auch im Minijob hat der Arbeitnehmer ein Anrecht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bezahlten Urlaub. Würden die Frauen diese Rechte einfordern, käme der Minijob den Arbeitgeber fast teurer als eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, erläutert Susanne Harder von Frau & Beruf.

Auch vor dem Hintergrund des oft zitierten Fachkräftemangels stelle der Minijob ein Problem dar, so Rainer Kluß, Pastor der Kirchengemeinde Borby, die die Ausstellung unterstützt. Ein Umdenken der Gesellschaft zugunsten familienfreundlicher Arbeitszeitmodelle sei unbedingt erforderlich, wolle man die Frauen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen bringen, bekräftigt Uta Heyn, Leiterin der Kita Borby. Die Ausstellung, zu deren Eröffnung jeder Interessierte eingeladen ist, soll Anregungen zu dem Thema Minijob geben, so Bibeth von Lüttichau, Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Hüttener Berge.

>Öffentliche Ausstellungseröffnung „Minijob – Minichancen“, Montag, 11. Januar, 15 bis 16.30 Uhr in der Kita Borby (Pastorenweg 1). Die Initiatoren stehen für Gespräche zur Verfügung. Zu sehen ist sie von Dienstag, 12. Januar, bis Freitag, 15. Januar, von 7 bis 17 Uhr.

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