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Nach zehn Monaten : Minentaucher bekommen ihren Fisch

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Neun Soldaten des aktuellen Ausbildungsjahrgangs haben erfolgreich ihre Prüfung abgelegt und ihr Abzeichen erhalten. Sie sind nicht genug, um die 60-prozentige Unterbesetzung der Kompanie auszugleichen.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2014 | 06:43 Uhr

Jetzt haben sie ihren Fisch: Drei angehende Offiziere der Minentaucherkompanie haben gestern ihr Abzeichen – den goldfarbenen Sägefisch vor einer Mine – erhalten und sind nun offiziell Minentaucher. Zusammen mit sechs Kollegen der Unteroffiziers-Laufbahn, die ihre Abzeichen wegen unterschiedlicher Lehrgangsinhalte schon vorher erhalten haben, bilden sie den aktuellen Ausbildungsjahrgang, der im Januar begonnen hat. Zunächst absolvierten die jungen Männer den Grundlehrgang, zu dem eine Abschlussprüfung gehörte. Bei ihr mussten sie im April nach einem Zehn-Kilometer-Lauf mit zehn Kilogramm Gepäck noch zehn Kilometer durch die Ostsee schwimmen. Nach der härtesten Prüfung ihres Lebens folgte der Sprenghelferlehrgang, den alle erfolgreich absolvierten. Ihre vier- bis fünfjährige Ausbildung ist noch nicht abgeschlossen. Um Erfahrungen zu sammeln , gehen viele Minentaucher jedoch schon bald in den Einsatz und besuchen noch weitere Speziallehrgänge.

Die Minentaucher als spezialisierte Einsatzkräfte im Verbund des Seebataillons plagen Nachwuchssorgen: „Wir sind zu 60 Prozent unterbesetzt“, bestätigt Ausbilder Oberleutnant zur See Pascal R. „Wir brauchen junge, leistungsfähige und motivierte Menschen, die Lust auf Abenteuer haben“, sagt er. Ihre Aufgabe ist die Kampfmittelbeseitigung im Wasser und an Land – sie sind weltweit im Einsatz. Bewerben kann man sich jederzeit. Als Grund für die Unterbesetzung wird unter anderem die Konkurrenz zu anderen attraktiven Arbeitgebern gesehen: Kommandospezialkräfte, Polizei, Feuerwehr und Kampfschwimmer.

Seine Glückwünsche übermittelte gestern der stellvertretende Kommandeur des Seebataillons, Korvettenkapitän Mathias Müller: „Sie gehören jetzt zu einem kleinen und elitären Kreis. Ihre Ausbildung war keine leichte. Sie mussten viele Entbehrungen und körperliche Qualen ertragen.“ Als kleine Entschädigung gab es im Anschluss für jeden einen Sekt.

> Die Minentaucherkompanie ist in diesem Jahr 50 Jahre alt geworden. Minentaucher sind und waren überall im Einsatz, wo Minen entschärft werden müssen, auch an Land, so in Afghanistan, im Kosovo und in Bosnien, ebenso im Atalanta- und Unifil-Einsatz am Horn von Afrika und vor der Küste des Libanon.

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