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Wirtschaft Regional : Mikroalgen für die Förde Garnelen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wirtschaftsministerium gibt 180 000 Euro für zukunftsfähige Produktion in Strande

von
erstellt am 15.Mai.2014 | 07:36 Uhr

Die Wärme, die quasi als Abfallprodukt im Betrieb des Klärwerks Bülk entsteht, wird sinnvoll genutzt, das Wasser stammt aus der Ostsee und wird über das Klärwerk wieder zurückgeführt – „traumhafte Bedingungen“ für die Garnelenzucht, die Stefan Paasch aus Damendorf seit 2009 auf der Bülker Huk betreibt. Und das mit großem Erfolg, verzichtet Paasch doch beim Futter auf Zusätze und Farbstoffe. In Zukunft sollen es die Tiere noch besser haben und mit Mikroalgen gefüttert werden. Wie das gelingen kann, wird in Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität (CAU) Kiel in den nächsten neun Monaten erforscht. Der Startschuss fiel gestern mit der Übergabe des Förderbescheids über 180 000 Euro durch Ralph Müller-Beck, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium.

Zwei bis drei Millimeter sind die Garnelen groß, wenn sie aus Florida in Bülk eintreffen. In sechs Monaten wachsen sie auf acht bis zehn Zentimeter an und erreichen bei Ernte ein Gewicht von 35 Gramm, erklärte Stefan Paasch. Gefüttert werden sie mit verschiedenen Sorten Pellets, aber auch Getreide und Erbsen. In Zukunft soll auch die Marine Braunalge Nannochloropsis salina auf dem Speiseplan der Förde Garnelen stehen, die sich durch gutes Wachstum und bis zu 70 Prozent Fett in der Trockenmasse auszeichnet, stellte Professor Dr. Rüdiger Schulz vom Botanischen Institut der Uni Kiel dar. Nächste Woche würden die Algen aus der Förde gefischt und dann kultiviert. Wie den Garnelen das neue Futter bekommt, wird Kai Lehmann vom Zoologischen Institut beobachten. Er hat seine Doktorarbeit über Flusskrebse geschrieben und gilt im Norden als ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet. Weil es mittelfristig auch stärker um das Tierwohl gehen soll – ein Stichwort, das bislang eher aus der Rinder- und Schweinemast bekannt ist – ist auch Konrad Ott vom Philosophischen Seminar der CAU mit im Boot. Hier kommt auch der vierte Partner des Verbundprojekts ins Spiel: Die Firma neomar aus der Nähe von Hannover ist spezialisiert auf aquatische Kreisläufe und wird sich um die Wasserqualität kümmern, die maßgeblichen Einfluss auf das Wohldbefinden und Wachstum der Garnelen hat.

Schleswig-Holstein sei ein perfekter Standort um nachhaltige Aquakulturen zu entwickeln, machte Staatssekretär Müller-Beck deutlich. Wenn es gelänge, das wirtschaftlich gut darzustellen, wie in Strande, dann sei das ein weiteres gutes Standbein für das Land. Er ermutigte die Beteiligten des Projekts, für den geplanten weiteren Ausbau der Anlage erneut beim Ministerium anzuklopfen. „Unsere Tür steht für Sie offen“, sagte Müller-Beck, der tief beeindruckt von der Anlage verriet, dass er zur Ernte gern wieder nach Bülk kommt.

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