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GWU zieht Bilanz : Mieten im Alter wird immer attraktiver

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das GWU setzt auf einen Mix aus Modernisierung und Neubau für alle Bevölkerungsschichten. Die Campus-Bebauung ist das größte Projekt. Das GWU wird sich auch für die Nooröffnung bewerben.

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erstellt am 24.Jun.2015 | 06:06 Uhr

Eckernförde | Zwei mittelgroße Wohnungsprojekte in der Rendsburger Straße und im Wulfsteert stehen kurz vor dem Bezug, das Großprojekt FH-Campus im Lorenz-von-Stein-Ring befindet sich in der Planungsphase, und ein Zukunftsprojekt Nooröffnung ist bereits fest im Fokus. Das 1920 gegründete Gemeinnützige Wohnungsunternehmen Eckernförde (GWU) ist dabei, seinen größtenteils noch alten Wohnungsbestand durch Sanierungen und Neubauten weiter aufzuwerten und zukunftsfähig zu machen. Das geht aus den Ausführungen von Geschäftsführer Dr. Stephan Seliger und des Vorstandsvorsitzenden Klaus Buß zum Geschäftsbericht 2014 am Montagabend im Familienzentrum im Saxtorfer Weg hervor. „Das Geschäftsjahr 2014 macht deutlich, dass wir mit unserer Strategie richtig liegen. Auch zukünftig werden wir die erwirtschafteten Gewinne in den Wohnungsbestand oder in Neubauprojekte reinvestieren, so dass wir unseren Mitgliedern auch weiterhin modernen Wohnraum zu attraktiven Konditionen anbieten können“, sagte Seliger (siehe auch Info-Box).

Neuer Wohnraum wird derzeit in der Rendsburger Straße 61 und im Wulfsteert 2-4 geschaffen. Die 13 Wohnungen in der Rendsburger Straße, die mit Geothermie beheizt werden, sollen am 1. September und die 40 Wohneinheiten im Wulfsteert am 1. Oktober 2015 bezogen werden. Für beide Projekte meldet Stephan Seliger Vollvermietung. Die Nachfrage gerade nach qualitativ hochwertigen Mietwohnungen sei sehr groß, „wir könnten jede Neubauwohnung drei- bis viermal vermieten.“ Dafür gebe es mehrere Gründe, so Seliger. Ein gravierender: Viele Ehepaare verkaufen im Alter ihr Haus mit Garten und ziehen in eine moderne, zentral gelegene Mietwohnung. Zunehmend trifft das auch auf Bewohner aus den umliegenden Dörfern zu, sagte Seliger. Auch viele Urlauber suchten „bewusst nach einer Mietwohnung in Eckernförde und verleben ihr Vermögen“.

Während das Projekt Schleswiger Straße / Holweg noch in der Planungsphase steckt, ist das GWU in der Dorotheenstraße schon weiter: Nach dem Abbruch eines eingeschossigen Gewerbebaus entstehen dort 17 neue Wohnungen.

Von zentraler Bedeutung für das Unternehmen und die Stadtentwicklung ist die Nachnutzung des früheren Campus des Fachbereichs Bauwesen der Fachhochschule Kiel im Lorenz-von-Stein-Ring. Das GWU hat die Liegenschaft gekauft und plant dort den Bau von rund 100 Wohnungen, überwiegend Zwei- bis Drei-Zimmerwohnungen, aber auch einige größere. Dort soll ein „lebendiges und attraktives Quartier mit bezahlbarem Wohnraum für Familien, Senioren und Singles“ entstehen. Seliger rechnet damit, dass der Bebauungsplan im Januar / Februar 2016 rechtskräftig wird, dann die Ausführungsplanung beginnt und ab 2017 gebaut werden kann, so dass die ersten Wohnungen 2018 bezogen werden können. Für den ersten Förderweg mit einer Nettomiete von 5,20 Euro pro Quadratmeter liegt die Genehmigung vor, der zweite Förderweg (7 Euro) wurde vom Innenministerium bislang nicht genehmigt, weil es für dieses Segment angeblich genügend freie Wohnungsangebote in Eckernförde gibt – das GWU mit dem früheren Innenminister Klaus Buß an der Spitze des Vorstandes sieht hier noch Gesprächsbedarf. Darüber hinaus werden auf dem früheren Campus mit Blick auf das Noor und die Innenstadt auch frei finanzierte Wohnungen für 8 bis 8,50 Euro angeboten. Das einzig verbliebene Bestandsgebäude auf dem Gelände soll bis Ende 2016 zur neuen GWU-Zentrale sowie in ein Zentrum für Betreutes Wohnen umgebaut werden. Geplant ist auch die Einrichtung einer Sozialstation für das gesamte Wohnquartier.

Als Zukunftsprojekt sieht das GWU den geplanten Bau von 50 bis 70 Wohnungen an der Nooröffnung an: „Wir warten auf die Ausschreibung und werden uns bewerben“, sagte Stephan Seliger. Er sieht sein Unternehmen gut gerüstet für diese Aufgabe. Für Seliger kommt dabei aus wirtschaftlichen Gründen aber nur eine komplette Projektübernahme in Frage. „Es ist wichtig, dass wir in der Innenstadt Wohnungen bauen, um die Stadt lebendig zu halten“, betonte Vorstandsvorsitzender Klaus Buß. Ebenso wichtig sei es, dort Raum für den sozialen Wohnungsbau zu schaffen, um Bürgern aus allen Bevölkerungsschichten ein zentrales Wohnen zu ermöglichen.

 

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