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Hotelplanung auf dem Exer : „Messlatte für den Investor hängt hoch“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Reaktionen von CDU, SPD und den Grünen zu den Positionen der Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“ hinsichtlich der Exer-Nutzung und der Tourismusentwicklung.

Eckernförde | Soll der Exer Parkplatz bleiben oder Hotelstandort bleiben? Soll der Tourismus weiter entwickelt und angekurbelt werden oder ist die Grenze erreicht? Wie können die Bürger in die Meinungsbildung und Entscheidungsfindung eingezogen werden? Die in der gestrigen Ausgabe von der Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“ aufgeworfenen Fragen beschäftigt auch die Politik. Trotz Sommerpause haben die angeschriebenen Fraktionen auf die EZ-Anfrage reagiert und wie folgt Stellung genommen:

>Katharina Heldt, CDU: „Welche Entwicklungspotenziale in wirtschaftlicher Hinsicht hat Eckernförde denn?“, fragt die CDU-Fraktionsvorsitzende Katharina Heldt. Größere Arbeitgeber werden sich aufgrund der Randlage hier nicht ansiedeln, sagt sie. Bleibt also der Tourismus. „Seit Jahren ist eine Hotelansiedlung auf dem Exer Bestandteil des CDU-Wahlprogramms. Diese Fläche ist die letzte Potenzialfläche, die für so ein Vorhaben in Frage kommt. Deshalb haben wir entsprechende Erwartungen an das Projekt, sollte es denn realisiert werden. Wir sehen ein Hotel im höherpreisigen Segment, also mindestens 4 Sterne, mit entsprechender Infrastruktur wie Restaurant, Bar, Veranstaltungsräumen, Wellnessbereich usw. Das Angebot muss für Urlauber auch in der Nebensaison attraktiv sein, damit entsprechende Kaufkraft auch dann der Eckernförder Innenstadt zugutekommt. Ein Objekt, das auch Eckernförder gerne nutzen sollen. Natürlich muss die Parkplatzfrage vorher gelöst werden und zwar vor dem ersten Spatenstich. Die Architektur muss sich in das Gesamtensemble einfügen, das ist selbstverständlich. Also, die Messlatte für den Investor hängt hoch.“

Für die CDU ist zudem nach den Erfahrungen mit der Gaehtjestraße „eine Bürgerbeteiligung zwingend notwendig. Mit einer Einwohnerversammlung ist es nicht getan, dazu gehören z. B. eine öffentliche Vorstellung aller Projekte, moderierte Diskussionsveranstaltungen mit Fachleuten, Bürgern und Verbänden, das Angebot einer begleitenden Online-Plattform“, betont Heldt. In dem Zusammenhang könne dann vielleicht ein Konsens darüber erzielt werden, wieviel Tourismus tatsächlich der Stadt gut tut.

In Sachen Stadthalle verweist die CDU-Fraktionsvorsitzende auf mehrere Beschlüsse, die die Sanierung vorsehen. Mit der CDU habe auch kein Investor Kontakt aufgenommen. „Uns sind nur die Vorschläge aus den Tageszeitungen bekannt. Daher können wir nicht beurteilen, wie seriös diese Vorhaben tatsächlich sind. Irgendwann muss man sich auch mal entscheiden, eine Verknüpfung verschiedener Projekte hat sich in der Vergangenheit nicht als zielführend erwiesen. Siehe Kino-Stadthalle-Hotel-Bahnhof-Nooröffnung. Wir sind der Meinung, dass eine Stadthalle Bestandteil der kommunalen Kulturförderung ist und stehen einem ausschließlich privaten Angebot kritisch gegenüber.“

Eine Bebauung der Panzerplatte (neben WTD, gegenüber vom Sandkrug, die Red.) lehnt die CDU nicht grundsätzlich ab. Bisher sei die Ansage der Verwaltung so, dass sich diese Fläche im Außenbereich befindet. „Die Eigentümerin hat bisher keinen überzeugenden Vorschlag gemacht.“

>Martin Klimach-Dreger, SPD: Die Bebauung des Exers mit einem Hotel werde bereits seit langem diskutiert. Es wäre wünschenswert, wenn die Bürgerinitiative sich schon zu Beginn in die Diskussion eingeschaltet hätte. Jetzt werde man die Vorstellungen der Investoren und die Diskussionen „entspannt abwarten“, es gebe aktuell „andere Baustellen“ wie den Bahnhof oder die Nooröffnung, die bearbeitet werden müssen, so Klimach-Dreger. Das von einem unbekannten Investor über eine Privatperson lancierte Stadthallen-Hotel-Konzept bezeichnete er als „nicht akzeptabel“. Die Problematik des ungebremsten Zuwachses an Ferienwohnungen werde in der SPD seit längerem intern diskutiert. Vor allem in der Altstadt sei die Entwicklung „besorgniserregend“.

>Edgar Meyn, Die Grünen: Für den Fraktionsvorsitzende der Grünen ist die Stadtentwicklung ein Prozess, der mit den Bürger, der Verwaltung und der Politik gemeinsam eingeleitet und vorangetrieben wird. Bei Bedarf würden Sachgutachten und Experten hinzugezogen, Ergebnisse überarbeitet und veröffentlicht. Meyn verweist auf eine „Vielzahl von Konzepten“ wie ISEK 2006 und Rahmenplan 2008, die mit Beteiligung der breiten Öffentlichkeit erarbeitet worden sind. „Ergänzt durch Stadtbildanalysen, Einzelhandelsgutachten (CIMA), Parkraumkonzept und Klimaschutzkonzept und vielen anderen Komponenten ist ein sehr komplexes Räderwerk entstanden. Hier gilt es doch, zusammen die richtigen Räder einzubauen und ineinandergreifen zu lassen.“ Man suche gerne den Dialog mit den Bürgern, „wir hören zu und überdenken unsere Vorstellungen. Wir haben aber auch ein Programm und Ziele für unsere Stadtentwicklung, für die wir werben und für die wir uns auch zur Wahl stellen. Ob Hotel am Exer oder Kino am Bahnhof, ob Stadthalle neu oder renovieren, wir betrachten das Ganze und nicht nur einen Hebel.“

Die Stellungnahmen des SSW, der Linken und des Bürger-Forums werden in der morgigen Ausgabe veröffentlicht.

>Siehe auch Stellungnahme der Touristik, Seite 7


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erstellt am 27.Jul.2017 | 06:03 Uhr

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