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Menschliche Schicksale und viele Gemeinsamkeiten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

60. Patenschaftstreffen der Pillauer in Eckernförde / Gedenkstunde am Denkmal des Großen Kurfürsten

von
erstellt am 04.Aug.2014 | 10:10 Uhr

Rund 650 Kilometer östlich liegt die Seestadt Pillau, heute das russische Baltisjk. Pillau ist die Heimatstadt vieler Vertriebener und Flüchtlingen des Zweiten Weltkrieges. Froh und dankbar sind viele, die im Westen und auch in Eckernförde eine neue Heimat gefunden haben. Zu 60. Mal fand am Sonntag am Denkmal des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg das Pillauer Heimattreffen statt.

Aus allen Teilen Deutschlands sind rund 100 Besucher angereist. Der Festakt unter freien Himmel, zu Füßen des Kurfürsten, wurde feierlich eingerahmt durch das Blasorchester der TuS Eckernförde. Die Vorsitzende der Heimatgemeinschaft Seestadt Pillau, Gabriele Schildknecht-Lindenberg, freute sich über die große Resonanz und erinnerte in würdigen Worten an die tragische Geschichte, die die schwere Kriegszeit für die Menschen bedeutete. Bewegende Grußworte überbrachte der Ehrenbürger, Alt-Bürgermeister der Stadt Eckernförde und Ehrenmitglied der Heimatgemeinschaft Pillau, Kurt Schulz. „Ich war immer mit ganzen Herzen dabei und freue mich sehr, seit 55 Jahren immer wieder Bekannte, die schon mehr Freunde sind, wiederzutreffen. Auch wenn die Zeit zeigt, dass viele nicht mehr dabei sind, das macht sehr traurig. Es ist wichtig, sich immer wieder zu erinnern“, sagte Schulz. Er wies auf die Gemeinsamkeiten der Städte hin, so sei die Fischerei, die Schifffahrt und das Badeleben ein wichtiges Bindeglied.

Die erste Stadträtin und stellvertretende Bürgermeisterin Katharina Heldt überbrachte die Grußworte der Stadt und zitierte aus dem Beschluss der Ratsversammlung vom 10. September 1955: „Die Stadt Eckernförde übernimmt die Patenschaft der Seestadt Pillau. Sie wird die Erinnerung an ihre deutsche Schwesternstadt im Osten bewahren und pflegen. Die Stadt Eckernförde nimmt zugleich das Standbild des Großen Kurfürsten in ihre Obhut, bis es an den alten Platz in Frieden und Freiheit zurückkehren kann.“ Besonders erfreut zeigte sich Katharina Heldt darüber, dass der Kontakt zu den Bewohnern Pillaus freundschaftlich gepflegt wird: „ Ich empfinde an diesem Tag Dankbarkeit und Freude, in einer Zeit wie heute aufgewachsen zu sein. In einer Zeit in Frieden, Freiheit, in Sicherheit und Wohlstand“ .

Mit viel Freude nahmen Elfriede Schaedler (88) aus Neustadt/Weinstraße, Gertrud Neumann (88) aus Kiel, Hildegard Seiler (86) aus Eckernförde und Gisela Bürtchen (81) aus Schilksee an dem Treffen teil. Übereinstimmend ist die Erinnerung an die Heimat, das Austauschen untereinander das Wichtigste für sie. Rosemarie Schmidt (78) aus Pinneberg und Asta Warnke (50) trugen zur Freude der Teilnehmer das Ostpreußenkleid. Während Rosemarie Schmidt als Achtjährige auf dem Kreuzfahrtschiff „Robert Ley“, das als Flüchtlingsschiff diente, ihre Heimat verlassen musste, hat Asta Warnke in zweiter Generation „Pillauer Wurzeln“.

Das gemeinsame Singen des Pillau-Liedes, des Schleswig-Holstein Liedes und der Nationalhymne zeigt die Heimatverbundenheit besonders. Das 60te Treffen der Pillauer am große Kurfürsten endete farbenfroh. Unter der musikalischen Begleitung des Osdorfer Spielmannszuges ließen die Besucher 60 bunte Luftballons mit einer Ansichtskarte von Pillau in die Lüfte aufsteigen. Mit viel Glück schafft vielleicht der ein oder andere Ballon den Seeweg nach Pillau.



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