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Lichtkunst : „Meine Scheinwerfer sind mein Orchester“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Installation „Licht – Klang – Raum“ von der Lichtkünstlerin Gisela Meyer-Hahn in der Borbyer Kirche.

shz.de von
erstellt am 29.Nov.2015 | 18:14 Uhr

Eckernförde | „Meine Scheinwerfer sind mein Orchester“, sagt Lichtkünstlerin Gisela Meyer-Hahn aus Pinneberg. Wie das aussehen kann, durften Besucher im Rahmen der „Langen Nacht der Kunst“ in der Borbyer Kirche am Sonnabend miterleben. „Licht – Klang – Raum“ hieß die Installation der Künstlerin, die mit 35 Scheinwerfern, einem Kubus aus gefächerten Stangen und unter Einbeziehung des Raumes ihr „Lichtorchester“ mit Musik verbindete.

„Es ist keine Lichtorgel“, machte die Künstlerin deutlich, vielmehr geht es darum, durch farbiges Licht den Klangeindruck zu verstärken. Dabei spielt nicht die Lichtintensität im Rhythmus der Musik eine Rolle, sondern die Farbe, die je nach klanglichem Eindruck verstärkend wirkt.

War es zu Beginn die Orgel, die mit Bachs Präludium & Fuge in Es-Dur oder seiner Triosonate in C die akustische Basis lieferte, erschien auch Ray Charles’ „Hallelujah, I Love Her So“ in dieser Inszenierung in ganz anderem Licht. So entführte Meyer-Hahn die wechselnden Betrachter mit Sonny Thets Cello-Kompositionen wieder in eine andere Welt, entließ diese in ihre eigene Fantasie, um das visuelle audiophile Erlebnis fast meditativ auf sich einwirken zu lassen. Welche inneren Bilder dabei entstanden, hing nicht zuletzt auch vom Gemütszustand des jeweiligen Betrachters ab.

Schon mehrfach hat die Künstlerin mit ihren Lichtinstallationen von sich reden gemacht, hat neben zahlreichen anderen Projekten den typischen Klang von Windrädern optisch in mehreren Nächten eliminiert, hat den Schleswiger Domchor mit Raum und ihren Lichtkompositionen verbunden.

Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle und lassen für die Installation nur wenig Spielraum. Präzise sind die Lampen auf den Kubus und dieser im Raum ausgerichtet und werden von der Künstlerin live zur Musik über ein Mischpult mit zahlreichen Reglern angesteuert. Was eher spontan und fast zufällig kreiert aussieht, benötigt eine Menge an Erfahrung und nicht zuletzt das Wissen, wie Farben und Musik wahrgenommen und umgesetzt werden.

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