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Marode und kaputt : Mehrheit aus CDU und SPD: Stadthalle soll saniert werden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzwesen empfiehlt mit 6:4 Stimmen eine vollumfängliche Stadthallensanierung.

Eckernförde | CDU und SPD wollen eine Komplettsanierung der Stadthalle für rund vier Millionen Euro, Grüne, Bürger-Forum und SSW haben sich dagegen ausgesprochen. Allenfalls wäre man für die zwingend gebotene Sanierung der Fassadenplatten (Attika) als Bindeglied zwischen Dach und Fassade für 600  000 Euro, eine darüber hinausgehende Sanierung der Stadthalle ist in ihren Augen derzeit nicht geboten. Von daher fiel die Empfehlung des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzwesen am Dienstagabend für eine vollumfängliche Stadthallensanierung mit 6:4 Stimmen auch nur mehrheitlich und nicht einstimmig aus, die Linke enthielt sich. Abschließend wird die Ratsversammlung am 18. Juli über den Sanierungsumfang entscheiden.

Bürgermeister Jörg Sibbel erläuterte nochmals die Sanierungsagenda aus Ratsversammlung und Ausschüssen. Die Verwaltung habe ein Sanierungskonzept entwickelt, wobei die ursprünglichen Sanierungskosten von 6 Millionen deutlich unterschritten wurden und nun bei 4 Millionen Euro für die Gesamtsanierung inklusive energetischer Sanierung und Innenausbau liegen. Ein Neubau würde 14,5 Millionen Euro kosten. Zeitgleich habe das Büro Reichenberger einen akuten Sanierungsbedarf der Attika festgestellt. 600  000 Euro müssten dafür zwingend noch in diesem Jahr aufgewendet werden, ansonsten müsste die Stadthalle wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit ab 2017 komplett gesperrt werden. Darüber seien die Ratsversammlung und die zuständigen Ausschüsse informiert worden, sagte Sibbel, der die politischen Vertreter erneut auf den dringenden Handlungsbedarf hinwies. Im Zuge der unabwendbaren Attika-Sanierung wäre es „sehr sinnvoll“, anschließend mit der weiteren Sanierung „aus einem Guss“ zu beginnen, sagte der Bürgermeister, der drei Sanierungsvarianten vorstellte:

>nur das absolut Notwendige (Attika) für 600  000 Euro;

>Teilumsetzung des Sanierungskonzepts für 2,7 Millionen Euro;

>Vollumsetzung des Sanierungskonzepts für 3,3 Millionen Euro inklusive energetischer Sanierung;

>hinzu kommt noch die Innensanierung von Stadthalle und Stadthallenrestaurant – Teppichböden, Beschallung, Audio- und Lichtanlage, Bühnenboden, Tresenanlage, Sanitäreinrichtung, Modernisierung – für 650  000 Euro.

Bauamtsleiter Roy Köppen rechnet im Falle einer Vollsanierung inklusive Innenausbau mit einem baubedingten Nutzungsausfall der Stadthalle von etwa einem Jahr. Die Taktung der Schließungszeiten müsse mit den Veranstaltern abgestimmt werden. Derzeit gebe es keine Hinweise auf weitere Schäden bei den tragenden Betonteilen, antwortete Köppen auf die Nachfrage von Georg Siebert (Bürger-Forum) nach weiteren Schäden. Genaueres ließe sich erst nach einer Öffnung des Gebäudes sagen. Köppen: „Den vollen Zugriff haben wir erst, wenn die Fassadenplatten abgenommen sind.“

„Wir werden auf keinen Fall zustimmen“, sagte der Fraktionsvorsitzende des Bürger-Forums, Matthias Huber. „Die Stadthalle steht am falschen Ort“, die Stadtbücherei brauche mehr Platz und die Touristik sieht er in der Willers-Jessen-Schule. Eine zügige Neubaulösung wäre besser als ein Flickwerk. „Das Maximum wäre für uns die Attika-Sanierung, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.“ Kritik gab’s auch von Rainer Beuthel (Die Linke). Nicht wegen der Sanierung der Attika, wohl aber wegen des Verfahrens. Die Stadthallensanierung sei auch Thema der interfraktionellen Arbeitsgruppe zur Haushaltskonsolidierung. Man könne die AG nicht einfach vor vollendete Tatsachen stellen. Bernd Ernstmeyer und Edgar Meyn (Die Grünen) stießen ins gleiche Horn. Man werde die „sehr geringen Einnahmen“ der Stadthalle auch durch eine Sanierung „nicht automatisch hochfahren“, sagte Ernstmeyer. Er habe das Gefühl, Eckernförde leiste sich mit der Stadthallensanierung „bis zum St.-Nimmerleins-Tag seine Rader Hochbrücke“.

Anke Göttsch (SPD) und Karin Himstedt (CDU) verteidigten hingegen das Sanierungsvorhaben. Nur die Attika zu erneuern, wäre „sinnfrei“, sagte Göttsch, die auf eine „deutlich bessere Vermarktung und höhere Mieteinnahmen“ nach einer Sanierung hofft. Es mache keine Sinn, nur die Attika zu sanieren und sie vor ein marodes Gebäude zu hängen, erklärte Himstedt.

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erstellt am 23.Jun.2016 | 06:21 Uhr

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