Entwicklungschancen : Mehrere Wege zu wachsen

Mehrere Flächen sind für eine weitere Entwicklung des Ortes geeigenet.
Mehrere Flächen sind für eine weitere Entwicklung des Ortes geeigenet.

Erster Entwurf des Dorfentwicklungsplans vorgestellt. Im Januar soll es eine Einwohnerversammlung dazu geben.

shz.de von
14. November 2013, 06:23 Uhr

Die Gemeinde Osdorf überlegt, wohnbaulich zu wachsen. Um grundlegender entscheiden zu können, an welcher Stelle und in welcher Größenordnung, war vor etwa einem Jahr angeregt worden, ein Planungsbüro damit zu beauftragen, ein so genanntes Innenbereichsentwicklungsgutachten zu erstellen. Das fordert auch die Landesplanung für den Zeitraum bis 2025, um eine nachhaltige Entwicklung sicher zu stellen. Im Bau- und Umweltausschuss stellte Stadtplaner Oliver Kühle vom Architektenbüro B2K aus Kiel vor, welche Entwicklungsmöglichkeiten er in Osdorf sieht.

Nach Auswertung der bisherigen Flächennutzungs- und Bebauungspläne und einer Ortsbegehung macht er nur im Siedlungsschwerpunkt Osdorf Entwicklungspotenzial aus. Die gewerbliche Situation sollte zunächst keine Rolle spielen. „Es sei denn, es wäre auch das Ziel für die nächsten Jahre, dort Gewerbe zu erweitern“, merkte er an. Nach den Ermittlungen verbleiben der Gemeinde 111 Einheiten aus dem von der Landesplanung vorgegebenen Kontingent von 127 umsetzbaren Wohneinheiten bis 2025. Ein relativ großes potenzial für eine Gemeinde dieser Größenordnung.

Insgesamt werden nur wenige Baulücken und eher wenig Nachverdichtungspotenzial gesehen. Als sinnvoll und im Umfang fast schon deckungsgleich mit dem von der Landesplanung vorgegebenen Kontingent, wird eine Entwicklung der gelb eingezeichneten Flächen A, B, C, D und E mit insgesamt etwa 100 bis 110 Einheiten beurteilt. Als Potentialflächen, um den Ort abzurunden, werden die lila eingezeichneten Flächen F, G und H benannt, mit Platz für etwa 130 Wohneinheiten. Der Bauausschussvorsitzende Bernhard Wölki (WgO) bewertete es positiv, dass Osdorf nicht das Problem der ungenutzten Innenbereichsflächen habe und aus einem Gesamtpotential von etwa 240 Einheiten auswählen könne. „Welche der vorgeschlagen Flächen nun tatsächlich geeignet sind, darüber müssen wir uns noch Gedanken machen“, sagte er. Man war sich einig, noch keine der eingezeichneten Flächen zu bewerten oder vorn herein aus dem Plan herauszunehmen. Denn vieles sei noch nicht ausreichend berücksichtigt. So wie Natur- und Umweltschutzbelange, der Erhalt von Freiluftachsen, mögliche Geruchs- und Lärmemissionen landwirtschaftlicher Betriebe oder die Eigentumsverhältnisse. Auch Bodenproben sind noch nicht genommen worden, um herauszufinden, welche Flächen für eine Bebauung tatsächlich geeignet wären. Stadtplaner Oliver Kühle regte zudem an, als Option über ein Wohnprojekt mit barrierefreien, altersgerechten Wohnungen nachzudenken, um dem Wunsch der ländlichen Bevölkerung Rechnung zu tragen, bis ins hohe Alter im Ort bleiben zu können.

Einvernehmlich wurde folgender Zeitplan festgelegt: Bis zur nächsten Bauausschusssitzung in zwei Wochen soll der vorgelegte Entwurf in den Fraktionen beraten werden. Das Ergebnis wird dann in einer Einwohnerversammlung Mitte Januar vorgestellt und mit den Bürgern diskutiert. Ende März will die Gemeindevertretung beraten und beschließen, die Behörden werden beteiligt, um dann die Flächennutzungs- und Bebauungspläne der Gemeinde entsprechend anzupassen.

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