Gleichstellung : Mehrbelastung trifft meist die Frauen

Hat immer ein offenes Ohr für Fragen der Gleichstellung: Petra Hebbel.
Hat immer ein offenes Ohr für Fragen der Gleichstellung: Petra Hebbel.

Beauftragte der Gemeinde Altenholz legt ersten Bericht vor

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13. März 2014, 06:00 Uhr

13 Jahre nach In-Kraft-Treten des Bundesgleichstellungsgesetzes sind Frauen und Männer noch immer nicht auf dem gleichen Level im Arbeitsleben. Es sind nach wie vor die Frauen, die die Mehrfachbelastung durch Familie und Arbeit leisten, weiß Petra Hebbel. Zweieinhalb Jahre, nachdem sie das Amt der Gleichstellungsbeauftragten in der Gemeinde Altenholz übernommen hat, stellte sie gestern im Hauptausschuss ihren ersten Bericht vor.

Die 55-Jährige hat Jahrzehnte im Rathaus gearbeitet, war im Bürgerbüro, im Sozialamt und im Bauamt sowie als Standesbeamtin tätig – zunächst ganztags, als sie ihre zwei Kinder bekam noch halbtags. Als sie später in die Situation kam, häusliche Pflege zu leisten, ließ sie sich beurlauben. Wenn sich Frauen mit Fragen zur Vereinbarung von Familie und Beruf an sie wenden, ist sie nicht nur Zuhörer und Ratgeber – sie spricht aus eigener Erfahrung. Gerade das tue vielen der Ratsuchenden gut, wenn sie spürten, dass sie mit ihrem Anliegen nicht allein sind, es aussprechen können und verstanden werden, erklärt Petra Hebbel. Auch bei Fragen rund um Schwangerschaft, Trennung und Scheidung hört sie zu und vermittelt an Hilfestellen, die auf das jeweilige Thema spezialisiert sind. Darüber hinaus nimmt sie sich Tabuthemen an und bereitet sie für einen Beitrag in den Gemeindenachrichten auf. „Wer beispielsweise unter häuslicher Gewalt leidet, wird niemals ins Rathaus in meine Sprechstunde kommen und Hilfe suchen“, weiß Hebbel. Doch mit einem Hinweis auf die Helpline für Betroffene werde ihnen eine Handreichung gegeben, die sie leichter annehmen könnten.

In ihrer Sprechstunde dienstags von 15 bis 17 Uhr ist Hebbel vordringlich für die Bürger da. Anfragen von Mitarbeitern betreut sie darüber hinaus, und auch bei Personalangelegenheiten wird sie gehört. Zeit, um Vorträge und Informationsveranstaltungen zu organisieren, bleibt ihr daneben nicht, bedauert Hebbel, die froh ist, dass sie ihr Ehrenamt zu einem großen Teil von Zuhause aus ausüben und sich die Zeit einteilen kann. „Das selbstständige Arbeiten macht Spaß“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte. „Und es ist schön, dass ich als Ansprechpartner da sein kann für Menschen, die Rat suchen oder in Not sind.“ So freut sie sich sehr, dass es gelungen ist, im Schulterschluss mit dem Personalrat einen Teilzeitausbildungsplatz für eine junger Mutter im Rathaus zu schaffen. Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) und die Politik hätten mitgezogen. „Das ist eine tolle Sache“, betont Petra Hebbel.

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