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Amphibienschutz : Mehr Platz für Amphibien-Netzwerke

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Auf Privatgrund sind in Loose am Kasmarkerholz fünf Teiche im Froschland-Projekt entstanden. Mit der Besiedlung auf der rund 15000 Quadratmeter großen Fläche wird schon im Frühjahr 2014 gerechnet.

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erstellt am 14.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Eine neue Heimat für Moor- und Grasfrösche, Berg- und Kammmolche und viele weitere Insekten und Kleinlebewesen ist in Loose entstanden. Noch sind die Amphibien nicht da, doch alles ist für ihre Rückkehr vorbereitet. Auf rund 15 000 Quadratmeter Fläche neben dem Kasmarkerholz, die bislang als Viehweide genutzt wurden, sind fünf verschieden große Teiche im vom Landwirtschaftsministerium geförderten Projekt „Froschland“ entstanden. „Der Standort hier ist absolut super“, sagt Biologin Melanie Schubert, die gemeinsam mit Baggerfahrer Erhard Litzendorf in Loose im Einsatz war.

Dass neuer Lebensraum für Amphibien entstehen konnte, ist Gisela Kahl aus Loose zu verdanken. Sie hat die Fläche nordöstlich des Kasmarkerholz als Eigentümerin für zunächst 15 Jahre dem Projekt Froschland zur Verfügung gestellt. Auf die Idee kam ihr Schwiegersohn Wolfgang Herda, der mit Ehefrau Margit auf dem eigenen Grundstück schon Teiche angelegt hat und seit Jahren eine Vielzahl von Amphibien beobachten kann.

„Wir wollen dem Ort damit auch ein tolles Biotop anbieten“, sagt Herda – ein Hauptspazierweg geht an der Anlage vorbei. Herda selber packte kräftig mit an und trägt die Kosten für einen neuen Zaun samt Tor. Die gesamte Planung einschließlich wissenschaftlicher Voruntersuchung, Bauantrag und Absprachen mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie der Einsatz des Baggers und die Projektbetreuung durch Melanie Schubert trägt das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft und ländliche Räume Schleswig-Holstein (MELUR).

Die Standorte der Teiche und ihre Gestaltung sollen möglichst vielen Tieren Lebensraum bieten, sagt Schubert. Es gehe weniger darum neuen Lebensraum zu schaffen, als viel mehr darum, Biotope miteinander zu verbinden. Dadurch soll den Amphibien-Populationen ein besserer Genaustausch ermöglicht werden, so Schubert. Und so unterscheiden sich die Teiche in ihrer Tiefe, in der Uferform, der Ausrichtung zur Sonne, der Uferneigungen und auch in der Nähe zum Wald. Dieser dient vielen Amphibien als Winterlager. Die Teiche sind mit Lehm ausgekleidet, der beim Baggern an Ort und Stelle gefunden wurde. „Die Wiese war früher schon immer sehr feucht“, so Herda, man habe somit die feuchten Stellen etwas vertieft. An einem Teich wurde eine rund zwei Meter hohe Böschung aus Lehm aufgebaut, in der der Eisvogel Brutmöglichkeiten finden kann. Sein Lebensraum ist die Au, die nur knapp 50 Meter entfernt vorbei fließt. Damit die Teiche sich ungestört entwickeln können, werden mögliche Drainagen gekappt, beziehungsweise um die Teiche herum neu verlegt. Eine Drainage aus dem Wald würde Nährstoffe eintragen, die die kleinen Teiche schnell überlasten würde, erklärt die Biologin.

Die Looser Teiche sind Nummer 47, 48, 49 und 50 in diesem Jahr, die Schubert realisiert hat. Seit Ende 2009 wurden damit landesweit fast 150 Teiche realisiert, so Schubert. Herda: „Ich bin froh, dass die Teiche noch in diesem Jahr hergestellt wurden, so könnten bereits je nach Wetter im Januar oder Februar die ersten Amphibien einwandern“. Sorgen, dass es lange dauern werde, bis alles eingegrünt sei, brauche man keine nicht zu haben, so die Biologin. Im Boden überdauern so viele Samen, dass sie bei entsprechenden Bedingungen sofort keimen würden.

Mit der Bereitstellung der Fläche für Froschland erklärt sich der Eigentümer bereit, einige Amphibienschutzmaßnahmen einzuhalten: Es werden keine Fische eingesetzt. Es wird kein Wassergeflügel gehalten. Es sollen keine Entenhäuschen aufgestellt werden. Nährstoffe und Pflanzenschutzmittel sollen nicht direkt einfließen. Bäume werden nicht direkt an das Gewässer gepflanzt. Eine extensive Beweidung mit wenigen Tieren ist gewünscht, sie schaffen mit ihrem Tritt neue Kleinbiotope.

Infos unter www.froschland.de.


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