Politiker auf Tauchstation : Mehr Personal und eine neue Truppenküche

Die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten und Verteidigungsexperten Johann Wadephul und Ingo Gädechens (vorn links und rechts) bekamen vom Kommandanten, Korvettenkapitän Stephan Pfeiffer (r.), und  dem Leiter des Ausbildungszentrums U-Boote, Fregattenkapitän Frédéric Strauch (l.), eine Kurzeinweisung in die faszinierende U-Boottechnik.
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Die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten und Verteidigungsexperten Johann Wadephul und Ingo Gädechens (vorn links und rechts) bekamen vom Kommandanten, Korvettenkapitän Stephan Pfeiffer (r.), und dem Leiter des Ausbildungszentrums U-Boote, Fregattenkapitän Frédéric Strauch (l.), eine Kurzeinweisung in die faszinierende U-Boottechnik.

CDU-Bundestagsabgeordnete Johann Wadephul und Ingo Gädechens mit Unterseeboot U 33 auf Tauchfahrt

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12. Juni 2014, 06:27 Uhr

Unter Wasser sieht die Welt ganz anders aus. Das erlebten gestern Vormittag auch die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Johann Wadephul aus dem Wahlkreis Rendsburg-Eckernförde und Ingo Gädechens, der Abgeordneten für Ostholstein/Stormarn-Nord sowie Obmann und stellvertretender verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin. Wadephul und Gädechens tauchten mit dem Unterseeboot U 33 der Klasse 212 in der Eckernförder Bucht ab und sprachen hinterher von einem „einmaligen Erlebnis“. Für beide war es die erste Tauchfahrt, die spürbar Eindruck hinterlassen hat.

Da ist zum einen das Material und die Technik, die es in dieser Qualität und Komplexität nur noch in wenigen anderen Waffensystemen gibt. Da sind aber vor allem die 28 Besatzungsmitglieder, die das modernste und zukunftsweisende nicht-atomare U-Boot der Nato lenken und beherrschen. Und das imponierte Johann Wadephul und Ingo Gädechens besonders, die die Professionalität und das kameradschaftlich-konzentrierte Miteinander an Bord bei ihrer kurzen Stippvisite als „sehr angenehm“ empfanden. Die hohen technischen Anforderungen erfordern 28 Spezialisten an Bord, entsprechend hoch sind der Ausbildungsstand und die Dienstgrade, die beim Unteroffizier beginnen. Was derzeit zur Erfüllung des Mehrfachbesatzungskonzepts fehlt, ist eine komplette zweite Besatzung. Im Moment ermöglicht die angespannte Personalsituation gerade bei der Teilstreitkraft Marine nur einen Wechsel für zwei Drittel der Besatzung. Wadephul und Gädechens haben dieses Problem mit nach Berlin genommen, um die Nachwuchswerbung zu verstärken. Der größte Werbeeffekt für die Marineschiffe sei durch die Abschaffung der Wehrpflicht verpufft, denn Wehrpflichtige hätten sich nach den ersten Marineerfahrungen oft als Zeit- und Berufssoldat verpflichtet. Jetzt muss die Marine andere Wege beschreiten, um geeigneten Nachwuchs zu finden und auch in den küstenfernen Bundesländern zu werben.Dazu gehören auch Schülerfahrten oder die Präsenz beim Jugendtag auf der Kieler Woche.

Verbesserungsbedarf haben die beiden Bundestagsabgeordneten und Verteidungungsexperten auch bei der Unterbringung der Soldaten und der Beköstigung der Marinesoldaten im Stützpunkt Eckernförde ausgemacht. Gädechens und Wadephul hoffen auf eine nach der erfolgten Standortentscheidung nun zügigen Umsetzung der geplanten Infrastrukturvorhaben. „Wir wünschen uns, dass dies in den nächsten fünf Jahren erfolgt“, sagte Wadephul. Als dringlich stufte sein Kollege den Bau einer neuen Truppenküche in der Marinekaserne Nord ein, um die Soldaten und Zivilangestellten zu bekochen. „Jeder größere Konzern hat eine Betriebskantine“, sagte Gädechens. Derzeit bekommen die Soldaten und Mitarbeiter das Essen von der Küche der Preußerkaserne geliefert. Am Essen sei zwar nichts auszusetzen, aber „eine Austeilküche ist nicht das Optimale“. Auch die Verpflegung an Bord von U 33 hat den Gästen geschmeckt – es war für beide die erste „Kohlroulade unter Wasser“.

Derzeit verfügt die Deutsche Marine über vier U-Boote der Klasse 212 mit Brennstoffzellenantrieb. Mit U 35 und U 36 sollen in diesem und nächsten Jahr zwei weitere U-Boote in Dienst gestellt werden und die U-Flottille komplettieren. Eckernförde mit seinen U-Booten, dem AZU und Seebataillon sowie den Spezialeinheiten sei eine „Perle der deutschen Bundeswehr“.

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