Mehr Parkplätze und Geschäfte mit Sogwirkung

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25. Februar 2013, 09:46 Uhr

Altenholz | Ideen, die kurzfristig helfen, die Stifter Ladenzeile zu beleben, standen gestern im Mittelpunkt der Sitzung des Seniorenbeirats. Ein Dreh- und Angelpunkt dabei ist die Parkplatzsituation, wie die Diskussion deutlich machte.

Helga Tewes, Initiatorin des Runden Tisches, gab zu bedenken, dass 40 Prozent der Stifter Bevölkerung älter als 60 Jahre sind und gar nicht mit dem Auto einkaufen, weil sie kurze Wege zur Ladenzeile haben. Es gebe aber auch viele ältere Mitbürger, die selbst über kurze Distanzen nicht schwer tragen könnten und deshalb aufs Auto zurückgreifen müssten. Auf der anderen Seite gelte es, die Situation so zu gestalten, dass die 60 Prozent der Stifter, die jünger als 60 Jahre sind, ihre Einkäufe in ihrem Wohnort erledigten und nicht in der Stadt. "Wie kriegen wir die Leute dazu, hier Halt zu machen?", fragte Tewes. Um weitere Parkflächen zu schaffen, könnte der Grünstreifen gegenüber der Ladenzeile in einem ersten Schritt um Sträucher, die sich verpflanzen lassen, ausgedünnt werden, schlug sie vor. Der Grünstreifen könnte hinter den Geh- und Radweg verlagert werden, so dass eine optische Trennung zwischen den Turmhäusern und der Straße erhalten bleibt.

Zudem regte sie an, außer zum 50-jährigen Bestehen der Ladenzeile am 16. Juni weitere Veranstaltungen wie den Feiertag zum 1. Mai zu initiieren und sie mit Aktivitäten zu verbinden, die Geld einbringen, das für die Ladenzeile eingesetzt werden könnte.

Dieter Casper ging das nicht weit genug. Er warnte davor, "etwas zurecht zu fummeln, was langfristig ohne den gewünschten Erfolg" sei. Es müsse etwas Grundsätzliches passieren, "eine Lösung, die uns die nächsten zehn bis 15 Jahre hilft", machte Casper deutlich. Dafür müsse auch die Gemeinde Geld in die Hand nehmen und dürfe sich nicht hinter dem Schuldenberg verstecken.

Das tue sie auch nicht, entgegnete Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD). Vielmehr habe die Verwaltung vor einem Jahr schon vorgeschlagen, dass ein Gutachten zur langfristigen Entwicklung in Auftrag gegeben wird, doch habe die Politik das abgelehnt. Inzwischen jedoch sei ein entsprechender Beschluss ergangen, die Beauftragung der Gutachter stehe bevor. Helga Tewes merkte an, dass die großen Dinge dauern werden, man bis dahin jedoch schon Verschiedenes anstoßen könne, was die spätere Entwicklung nicht behindere. Christel Michel griff die Leerstände auf und regte an, sich um Sortimente zu bemühen, die es in der näheren Umgebung nicht gibt, wie zum Beispiel einen Sanitätsfachhandel oder einen Second-Hand-Handel für Kindermoden.

Auch die wiederholt angesprochene Gewinnung von zusätzlicher Kaufkraft durch den Zuzug neuer Mitbürger, die beispielsweise im umgenutzten Herrenhaus ein Zuhause finden könnten, war ein Thema im Beirat. Sie nütze jedoch gar nichts, wenn sie sich so verhalte, wie derzeit die 60 Prozent unter 60 Jahre, die ihren Haupteinkauf nicht in Stift erledigten, gab Helga Tewes zu bedenken.

In dem Zusammenhang berichtete der Beiratsvorsitzende Dieter Jacob von einem Gespräch, das er mit dem Eigentümer des Herrenhauses, Rainer Jacken, in der vergangenen Woche geführt habe und sorgte damit für überraschte Gesichter. Die imetas property services GmbH sei von ihren Plänen, am Herrenhaus neuen Wohnraum zu schaffen, zurückgetreten, teilte Jacob mit. Dem Bürgermeister war davon nichts bekannt. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte auch Jacken, dass dem nicht so sei, sondern die imetas an ihren Plänen festhalte (siehe EZ vom 31. Januar).

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